Flumenthal
Budget der Gemeinde positiv, der Verkehrsfluss nicht

Die Flumenthaler Gemeindeversammlung darf 2019 auf einen Ertragsüberschuss in der Gemeindekasse hoffen.

Patric Schild
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Ist der Standort der Haltstelle in Flumenthal künftig noch der richtige?

Ist der Standort der Haltstelle in Flumenthal künftig noch der richtige?

Hanspeter Bärtschi

«Ich behaupte, dass wir wiederum ein robustes Budget zusammenstellen konnten», sagt Flumenthals Finanzchef Markus Zubler. Der Vergleich des Budgets 2019 mit dem diesjährigen Budget sowie der Rechnung 2017 zeige auf, dass keine grossen Bewegungen stattgefunden hätten. Erwartet wird ein Ertragsüberschuss von 180'893 Franken.

Im Bereich der Spezialfinanzierung rechnet die Gemeinde bei der Wasserversorgung sowie der Abfallbeseitigung mit einem Überschuss, während die Abwasserbeseitigung einen Finanzierungsfehlbetrag von 37'653 Franken aufweist. «Deswegen schlafe ich aber keine Minute schlechter, weil wir in der Abwasserbeseitigung ein relativ grosses Vermögen haben», erklärt Zuber. Sowohl bei Wasser als auch beim Abwasser beträgt der Wiederbeschaffungswert jeweils rund 12 Mio. Franken. Gebührenanpassungen seien kein Thema.

«Wir können uns das leisten»

Den grössten Brocken in der Investitionsrechnung macht die vor einem Monat beschlossene Schulraumerweiterung mit einem Bruttokredit von 2,3 Mio. Franken aus. Im Budget 2019 wirksam sind davon 1,15 Mio. Franken. Die Nettoinvestitionen belaufen sich 2019 auf 1'361'500 Franken. «Das Erfreuliche dabei ist, dass wir uns das leisten können», sagt der Finanzchef. Flumenthal könne nun die Früchte dafür ernten, dass es stets auf seinen Finanzhaushalt geachtet habe und haushälterisch damit umgegangen sei.

Die Versammlung hat

- einstimmig die neue Leistungsvereinbarung mit der Spitex Region Solothurn genehmigt;

- einen Kredit zur Sanierung der Kanalisation an der Jura- und Rötistrasse in Höhe von 50'000 Franken einstimmig gutgeheissen;

- Gemeindepräsident Christoph Heiniger gewürdigt. Vize, Markus Zubler erklärte, dass Heiniger einen ausgezeichneten Job mache und stets top vorbereitet sei. Der Vize verlangte aber auch mehr Respekt gegenüber dem Gemeindepräsidenten. So gebe es Bürger, die jeglichen Anstand vermissen lassen und Heiniger weit unter der Gürtellinie angreifen würden.

- sieben Demissionierte geehrt und verabschiedet. Unter anderem den langjährigen Präsidenten der Bau- und Werkkommission, Felix Steiner. Mit dem Abgang von Steiner gehe eine Menge an Kompetenzen und Ressourcen verloren. Um die Kommission administrativ zu entlasten wurde daher innerhalb der Verwaltung eine neue 10 bis 20 Prozentstelle «Bausekretariat» geschaffen. (psg)

Die Gemeinde könne daher diese Investitionen tätigen, ohne die Steuern erhöhen zu müssen. Mehr noch, das Ziel, auf Ende der Legislatur die Steuern dem kantonalen Durchschnitt anzupassen, habe nach wie vor Bestand. Das Budget 2019 wurde von den 25 Stimmberechtigten einstimmig gutgeheissen.

Dorf kaum erreichbar

Moniert wurde an der Versammlung, dass während den Stosszeiten ein Erreichen des Dorfes von Solothurn her kaum zu bewerkstelligen sei. Einerseits würden die umliegenden Gemeinden mögliche Ausweichrouten erschweren. Hinzu kämen auch die langen Wartezeiten auf der Ost-West-Achse aufgrund der Barrieren beim Bahnübergang. Diese würde aufgrund der «Halt auf Verlangen»-Situation sogar noch zusätzlich verschärft, da dadurch die Schranken viel zu früh schliessen würden.

Zu Letzterem erklärt Gemeindepräsident Christoph Heiniger, dass der von der Aare-Seeland-Mobil (ASM) angekündigte Viertelstundentakt zwischen Solothurn und Flumenthal Abhilfe schaffen dürfte. Denn dadurch fällt die Option «Halt auf Verlangen» weg. Das wiederum schaffe aber ein neues Problem: Doppelte Schliessungszeiten den ganzen Tag hindurch. Dadurch, so Heiniger weiter, müsse man sich schon Gedanken machen, ob der Bahnhof noch am richtigen Ort stehe. Letztlich würden die Möglichkeiten der Gemeinden, über die Anbindungen der ASM mitzureden, aber eher überschätzt. «Der Kanton ist hier eher der richtige Player», so Heiniger.

Dass sich die anderen Gemeinden gegen Fluchtverkehr schützen, ist für den Gemeindepräsidenten zwar ebenfalls unschön, aber durchaus nachvollziehbar. Denn Flumenthal würde nicht anders handeln. «Wenn beispielsweise die hintere Riedholzkreuzung saniert wird, werden auch wir dafür sorgen müssen, dass der Verkehrsfluss nicht durch unser Dorf geht», erklärt Heiniger. Zur Verkehrssituation im Allgemeinen pflichtet Heiniger bei, dass die Strassen unbestritten voll seien. Allerdings: «Was wir hier in der Region in Sachen Verkehr erleben, ist nicht das Ende der Fahnenstange», so der Gemeindepräsident. Im Vergleich zu Zürich, Zug oder Luzern sei dies geradezu flüssiger Verkehr. Zudem dürfte sich die Situation zukünftig eher noch verstärken. Schliesslich steht eine Vielzahl an Verkehrsprojekten an, welche die Region zusätzlich enorm belasten werden.

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