Der Bucheggberg ist nicht nur vom Kanton Bern umgeben, sondern wurde auch lange vom Bern geprägt. Obwohl der Bucheggberg 1391 der damaligen Stadt Solothurn verkauft wurde, blieb der Dialekt bestehen, der viel stärker ans Berndeutsche als an den Solothurner Dialekt erinnert.

Und noch vor 50 Jahren war der klar grösste Teil der Bevölkerung reformiert und es galten die reformierten Feiertage. Ebenso waren die Bucheggberger bis 1803 der hohen Gerichtsbarkeit in Bern unterstellt, Solothurn war nur für die sogenannte niedere Gerichtsbarkeit zuständig.

Schultheiss von Solothurn

Der Bucheggberg hat seinen Namen von den Grafen von Buchegg. Einer Hochadelsfamilie, die im 14. Jahrhundert ausstarb, in der letzten Generation aber einige bemerkenswerte Ämter innehatte und so auch zu europäischer Bedeutung kam. Als letzter Buchegger diente Graf Hugo II. als Ritter diversen Kriegsherren.

Dabei erhielt er 1310 als Pfand den Reichszoll der Stadt Bern und 1313 wurde Hugo II. gar Schultheiss von Solothurn. Danach trat er in die Dienste des Königs von Neapel, Robert von Anjou, ein und wurde damit – lange bevor in Solothurn die von Besenval, die von Roll und die von Sury die Reisläuferei entdeckten – der erste bedeutende Reisläufer aus Solothurn.

Nach diesen Kriegszügen weilte Hugo II. für längere Zeit am Hof von Papst Johannes XXII. in Avignon. Dies ermöglichte es ihm, die geistliche Karriere seiner beiden Brüder zu fördern: Berthold wurde Fürstbischof von Strassburg, Matthias Erzbischof und Kurfürst von Mainz sowie Reichskanzler des Heiligen Römischen Reiches. Ab 1335 war Hugo II. Burger der Stadt Bern.

1347 verstarb er und mit ihm starb die männliche Linie der Familie aus. Über Hugos Schwester Johanna von Buchegg kam die Herrschaft des Grafenhauses an Ritter Burkhard I. Senn von Münsingen. Dessen Tochter Elisabeth verkaufte dann 1391 die Herrschaft aus wirtschaftlicher Not an die Stadt Solothurn. Dies geschah exakt in der Zeit, in der die Grafen- und Fürstenhäuser immer mehr an Macht verloren und die Städte – vor allem im Mittelland – immer stärker wurden.

Einen Moment innehalten

Die Bucheggberger fühlen sich aber offenbar trotzdem wohl im Kanton Solothurn. Mindestens hat ein Teil von ihnen beschlossen, dass die 625-jährige Zugehörigkeit zu Solothurn gefeiert werden soll. Führte man vor 25 Jahren ein grosses Festspiel auf, werden die Feierlichkeiten diesmal bescheidener sein. «Der Bucheggberg hat sich in den letzten Jahren stark verändert», so Robert Flückiger, OK-Präsident der Feierlichkeiten.

Aus den 23 Gemeinden von 1960 wurden 8; die Schulen sind zu einem Kreis zusammengefasst und auf drei Standorte konzentriert. Gleichzeitig ist die Bevölkerung stark angewachsen und viele Neuzuzüger reden heute auch in der Politik mit. «Mit den Feierlichkeiten wollen wir einen Moment innehalten und uns auf unsere Gemeinsamkeiten und Stärken besinnen», so Flückiger.