Bucheggberg-Wasseramt
Innerhalb des bürgerlichen Lagers wurden Sitze verschoben, ebenso bei links-grün - insgesamt bleiben die Kräfte gleich

Die FDP Bucheggberg-Wasseramt verliert zwei Mandate im Kantonsrat und hat neu noch fünf Sitze. Die SP verliert einen Sitz und kommt neu ebenfalls auf fünf Sitze. Die SVP gewinnt dazu und hat damit auch fünf Sitze. CVP - die Mitte verteidigt ihre drei Sitze, Grüne und Grünliberale gewinnen je einen Sitz und haben neu je zwei Sitze.

Rahel Meier
Merken
Drucken
Teilen
Markus Dick (SVP, Biberist) ist der best gewählte Kantonsrat in der Amtei. Zugute kommt ihm dabei allerdings, dass er auf der SVP-Liste doppelt aufgeführt war.

Markus Dick (SVP, Biberist) ist der best gewählte Kantonsrat in der Amtei. Zugute kommt ihm dabei allerdings, dass er auf der SVP-Liste doppelt aufgeführt war.

Michel Lüthi

Bittere Pille für die FDP Bucheggberg-Wasseramt. Sie ist zwar mit 22,71 Prozent immer noch die wählerstärkste Partei in der Amtei, verliert aber zwei Mandate und hat neu fünf Sitze und damit gleich viele, wie die SVP (Wähleranteil 20,61 Prozent), die einen Sitz dazugewinnt.

Für FDP-Amteipräsident Philippe Arnet kommt der Sitzverlust allerdings nicht überraschend. «Vor vier Jahren haben wir den sechsten Sitz nur knapp und dank eines Restmandates geholt. Unseren siebten Sitz haben wir während der Legislatur durch die Übertritte der BDP-Vertreter zur FDP erben können. Wir hatten allerdings gehofft, dass wir sechs Sitze halten können.»

Da es mit den Grünen und den Grünliberalen zusätzliche Mitbewerber gebe, werde der Kuchen allgemein kleiner. «Wir werden unsere bürgerliche Politik in den nächsten vier Jahren trotzdem engagiert weiterführen», verspricht Arnet.

Bürgerliche Frauen haben es schwer

Weder bei der FDP noch bei der SVP wurde eine Frau in den Kantonsrat gewählt. «Das ist ein Wermutstropfen für mich», meint Rémy Wyssmann (Präsident SVP Bucheggberg-Wasseramt). Immerhin sei Silvia Stöckli erster Ersatz und es sei durchaus möglich, dass sie nachrücke.

Wyssmann freut sich aber über den Sitzgewinn der Partei. «Wir haben einen Wahlkampf mit Inhalt gemacht, nicht nur mit Bildern.» Die SVP werde ihren bisherigen Kurs weitergehen. Ihr sei eine bürgerfreundliche Verwaltung und Justiz wichtig.

Zudem sei auch die Steuerpolitik ein wichtiger Punkt. Dabei steht die Steuerinitiative «Jetz si mir draa», die zurzeit auf dem Tisch des Regierungsrates liegt im Vordergrund.

Dank Listenverbindung ein Gewinn bei den Grünen

Zugelegt haben auch die Grünen, die neu zwei Vertreter im Kantonsrat haben. David Gerke Co-Präsident Grüne Bucheggberg-Wasseramt und frisch gewählter Kantonsrat freut sich über den Sitzgewinn. «Vor vier Jahren haben wir den zweiten Sitz knapp verpasst, dieses Jahr hat es geklappt», meint er.

Im Kanton Solothurn sei der gleiche Trend zu beobachten, wie in der gesamten Schweiz. Einerseits könne das grüne Lager zusetzen, andererseits die SVP.

«Etwas unverhofft», ist der Sitzgewinn der Grünliberalen, wie Kantonalparteipräsident Armin Egger erklärt. «Wir hatten eher in anderen Amteien mit einem zusätzlich Sitz gerechnet.» Dass es in der Amtei geklappt hat, ist der Listenverbindung mit der CVP und der EVP zu verdanken. Die Grünliberalen haben neu zwei Sitze.

SP verliert einen Sitz und den Bucheggberg

Die SP hat zwar in der Amtei einen Sitz verloren und hat neu noch fünf Mandate. Hardy Jäggi (Präsident SP Wasseramt) freut sich aber, dass links-grün insgesamt ihre sieben Sitze halten konnte. Die Grünen hätten von der Listenverbindung profitiert. «Hätte die Junge SP noch ein bisschen mehr Stimmen geholt, dann hätten wir den Sitz vielleicht behalten.»

Und meint weiter: «Mir persönlich tut es leid, dass ausgerechnet der SP-Vertreter aus dem Bucheggberg abgewählt wurde.» Immerhin bestehe die Chance, dass er als erster Ersatz während der Legislatur nachrücken könne.

CVP - die Mitte hat ihre drei Sitze gehalten. Alle drei Bisherigen wurden wiedergewählt. Keine Rolle bei der Verteilung der Sitze spielte die EVP, die nur gerade 1,5 Prozent Wähleranteil auf sich vereinigen konnte.

Frauenanteil bleibt insgesamt gleich

Weiterhin sind fünf Frauen in der Amtei im Kantonsrat vertreten. Und dies obwohl SVP und FDP keine Frauen mehr in den Rat schicken. In beiden Parteien stehen die Frauen aber als erster Ersatz in der Polo-Position, sollte es zu einer Demission kommen.

Ein Wechselbad der Gefühle machten zudem die drei FDP-Frauen Manuela Misteli (Biberist, 1. Ersatz) Sabrina Weisskopf (Biberist, 2. Ersatz) und Mariann Wüthrich (Unterramsern, 3. Ersatz) durch. Je nach Zwischenresultat lagen sie nämlich durchaus auf einem Platz, der berechtigte Hoffnung für eine Wahl gab. Erst mit der allerletzten ausgezählten Gemeinde ging der sechste FDP-Sitz dann verloren.

Ähnlich ging es auch Bruno Eberhard (CVP, Deitingen). Lange schien es, als ob er neu in den Kantonsrat einziehen würde. Tamara Mühlemann Vescovi konnte in ihrer Wohngemeinde Zuchwil aber so viele Stimmen holen, dass sie die Wiederwahl schliesslich schaffte.

Ein erstaunliches Resultate erzielte Michael Kummli (FDP, Subingen) der nach seiner ersten Legislatur im Kantonsrat mit fast 200 Stimmen (total 5488 Stimmen) mehr gewählt wurde, als der zweitplatzierte auf der Liste.

Abgewählt wurden Christian Scheuermeyer (FDP, Deitingen) und Matthias Racine (SP, Mühledorf). Neu gewählt wurden Adrian Läng (SVP, Horriwil), David Gerke (Grüne, Biberist) und Simone Rusterholz (Grünliberale, Biberist).

Bucheggberg-Wasseramt (22 Räte, 4 neugewählte)

Markus Dick, SVP (bisher, wiedergewählt mit 7504 Stimmen)
22 Bilder
Hugo Schumacher, SVP (bisher, wiedergewählt mit 7416 Stimmen)
Rémy Wyssmann, SVP (bisher, wiedergewählt mit 7284 Stimmen)
Kevin Kunz, SVP (bisher, wiedergewählt mit 6781 Stimmen)
Adrian Läng, SVP (neu egwählt mit 6087 Stimmen)
Michael Kummli, FDP (bisher, wiedergewählt mit 5488 Stimmen)
Philippe Arnet, FDP (bisher, wiedergewählt mit 5301 Stimmen)
Martin Rufer, FDP (bisher, wiedergewählt mit 4909 Stimmen)
Philipp Heri, SP (neu gewählt mit 4434 Stimmen)
Martin Flury, FDP (bisher, wiedergewählt mit 4347 Stimmen)
Franziska Rohner, SP (bisher, wiedergewählt mit 4335 Stimmen)
Hansueli Wyss, FDP (bisher, wiedergewählt mit 4048 Stimmen)
Hardy Jäggi, SP (bisher, wiedergewählt mit 3997 Stimmen)
Jonas Walther, glp/jglp (bisher, wiedergewählt mit 3921 Stimmen)
Stefan Hug, SP (bisher, wiedergewählt mit 3862 Stimmen)
Simon Bürki-Kopp, SP (bisher, wiedergewählt mit 3738 Stimmen)
Michael Ochsenbein, CVP - Die Mitte (bisher, wiedergewählt mit 3680 Stimmen)
Simone Wyss Send, Grüne (bisher, wiedergewählt mit 3509 Stimmen)
David Gerke, Grüne (neu gewählt mit 3254 Stimmen)
Marie-Theres Widmer, CVP - Die Mitte (bisher, wiedergewählt mit 3148 Stimmen)
Tamara Mühlemann Vescovi, CVP - Die Mitte (bisher, wiedergewählt mit 3008 Stimmen)
Simone Rusterholz, glp/jglp (neu gewählt mit 2615 Stimmen)

Markus Dick, SVP (bisher, wiedergewählt mit 7504 Stimmen)

zvg

Top

Philipp Heri (SP), Gerlafingen

Philipp Heri (SP), Gerlafingen

Die SP verliert in der Amtei ein Mandat und trotzdem schafft es Gerlafingens Gemeindepräsident Philipp Heri mit 4434 Stimmen auf Anhieb als Bestgewählter seiner Partei in den Kantonsrat. Er verdrängt damit gleich zwei Bisherige. In Gerlafingen erzielt Heri ein überwältigendes Resultat: 986 Stimmberechtigte gingen an die Urne, gültig sind 955 Wahlzettel. Heri erhält total 787 Stimmen. (rm)

Flop

Markus Baumann (SP), Derendingen

Markus Baumann (SP), Derendingen

Gewerkschafter Markus Baumann ist mit 3326 Stimmen aus dem Kantonsrat abgewählt worden. Bitter für ihn sicher das Resultat in Derendingen. Dort wurde er parteiintern von Roger Spichiger deutlich überholt. Spichiger gewann 833 Stimmen, Baumann nur 471. Das dürfte wohl auch auf das Verhalten Baumanns im Wahlkampf um das Gemeindepräsidium zurückzuführen sein. (rm)