Buchegg
«Zerstörerische Kraft der Naturgewalten» – Bestandsaufnahme der Unwetterschäden vom Juni

Noch ist die Gemeinde Buchegg mit der Schadensbeseitigung an Strassen, Bachufern, Wald- und Flurwegen beschäftigt. Zerstörungen in diesem Ausmass sollen in Zukunft verhindert werden.

Marlene Sedlacek
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Schaden im Bucheggberg vom Unwetter im Juni 2021.

Schaden im Bucheggberg vom Unwetter im Juni 2021.

Rahel Meier

Die Bilder vom verheerenden Unwetter am 28. und 29. Juni werden die Einwohner und Einwohnerinnen der Gemeinde Buchegg so schnell nicht vergessen. Starkregen, Überschwemmungen, Murgänge, Hangrutschungen und Hagel verursachten mit enormer Zerstörungswut Schäden an Gebäuden und Gärten und vernichteten ganze Kulturen.

Auch die Gemeinde ist noch am Beseitigen der Schäden an Strassen, Bachufern, Wald- und Flurwegen. Das Planerbüro BSB und Partner hatte den Auftrag, Bestandsaufnahmen zu machen, Gefährdungskarten zu erstellen, die Kosten zu schätzen und Massnahmen vorzuschlagen, um Zerstörungen in diesem Ausmass in Zukunft zu verhindern. Dies war nötig, um bei Kanton und Bund Vergütungen beantragen zu können.

Limpach- und Mülibach als reissende Fluten

Christof Jörg vom BSB zeigte an der Gemeinderatssitzung eindrückliche Bilder von Limpach- und Mülibach als reissende Fluten, von Fliessgewässern, wo kein Wasser sein sollte, von Strassen in denen meterbreite Spalte klafften oder die ganz abgerutscht waren. Auf einer langen Exceltabelle listete das BSB mannigfache Schäden auf, die behoben werden müssen oder die bereits geflickt sind.

Wegmeister Rolf Arni war nach dem Unwetter mit einer ganzen Armada von Helfern ausgerückt, um Schäden ad hoc zu beheben, wo kein Durchkommen mehr war, und man nicht auf die Beurteilung durch die Versicherung warten konnte. Arni erzählte, wie sie stundenlang nach zugeschütteten Ablaufschächten suchten, oder dass die Deponien keine Lieferungen mit Schlamm und Geschiebe mehr aufnahmen, weil sie voll waren. Die Kosten beziffert Jörg auf rund 882'000 Franken, wovon es 50 Prozent Subventionen von Bund und Kanton gibt. Mit viel Eigenleistungen und mit Unterstützung des Zivilschutzes, könne die Gemeinde über 100'000 Franken einsparen, schätzte Arni.

Positives Ergebnis dank Entnahme aus Neubewertungsreserve

Das Ergebnis des Budgets hat sich zwischen der ersten und zweiten Lesung von einem Aufwandüberschuss zu einem Ertragsüberschuss von 235'000 Franken umgewandelt. Dieses Resultat sei jedoch mit Vorsicht zu geniessen, gab Finanzverantwortlicher Thomas Stutz zu bedenken.

Hätte man nicht fast 1 Million Franken aus den Neubewertungsreserven entnommen, wäre ein «hundslausiges Budget» – so Stutz‘ Worte – mit einem Defizit von 1,5 Millionen Franken entstanden.

Diese Thematik dürfe man nicht aus den Augen verlieren, denn die Neubewertungsreserve werde einmal aufgebraucht sein, warnte er. Nettoinvestitionen über 3,8 Millionen Franken sind vorgesehen. Davon fällt ein grosser Teil auf den Ausbau von Strassen und die Spezialfinanzierung Wasserversorgung mit der Ringleitung Hessigkofen-Gächliwil. Für die Unwetterschäden von geschätzten 770'000 Franken werden bis im 2025 jährlich 200'000 Franken unter Abzug der Subventionen ins Budget aufgenommen.

Der Gemeinderat genehmigte die Anpassung der Wasser- und Abwassergebühren. Die Abwassergebühren sinken rückwirkend auf 1. August von zwei Franken pro Kubikmeter auf 1.50 Franken. Hier sei ein guter Stock vorhanden, sagte Gemeindepräsidentin Verena Meyer. Bei der Wasserversorgung nehme das Vermögen jedoch stetig ab. Hier wird ein gestaffelter Preis festgelegt, abhängig von der Höhe des Verbrauchs. Grossbezüger bezahlen weniger als kleine Verbraucher. Unter dem Strich würden so die meisten Nutzer günstiger fahren, meinte Meyer.

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