Unterramsern wollte schon früher das Wasser vom Reservoir Schöniberg. «Nichts ist günstiger, als wenn das Wasser vom Berg hinunterfliesst. Es braucht kein Pumpwerk», erklärt Unterramserns Gemeindepräsident Markus Menth an der Sitzung des Buchegger Gemeinderates. Damals war das Wasser aber noch anderen Gemeinden versprochen.
Nun hat sich die Situation geändert.

Denn Buchegg ist bestrebt, den Ortsteil Mühledorf öffentlich mit Wasser zu erschliessen und in die bestehenden Anlagen der umgebenden Wasserversorgungen einzubinden, was zu grösseren Wasserkapazitäten führt. Im letzten Moment will nun deshalb Unterramsern seine bisherige Strategie aufgeben und fragt erneut in Buchegg um Wasser vom Zweckverband Wasserversorgung Schöniberg an. Im letzten Moment, weil Unterramsern aufgrund seiner nicht mehr gesetzeskonformen Schutzzone die bisherige Quellfassung aufgeben muss. Der Wasser muss andernorts eingekauft werden. Wesentliche Vorarbeiten wurden bereits geleistet.

Der Kanton hatte 2015 den überarbeiteten Generellen Wasserversorgungsplan genehmigt. Dieser sah einen Anschluss an die Wasserversorgung Grenchen über das bestehende Wasserleitungsnetz Aetingen und Kyburg vor. Dort betreibt die Wasserversorgung Grenchen eine Grundwasserfassung. Der Kanton gab der Gemeinde eine Umsetzungsfrist bis Ende 2019. Mit dieser Variante hätte Unterramsern ein Pumpwerk finanzieren müssen, dass rund eine halbe Million Franken kosten würde.

Kanton akzeptiert Kehrtwende

Damit der Kanton die Kehrtwende akzeptiert, braucht Markus Menth einen positiven Grundsatzentscheid der Buchegger Gemeinderates. Die Berechnungen des Wasserplaners ergaben, dass Unterramsern in einer ersten Phase mit 20 Kubikmeter Wasser pro Tag versorgt werden kann. Bei Ausfall von Quellen ist dieser Lieferumfang eingeschränkt. Ab 2020 könnte die kleine Gemeinde im Limpachtal von ihrer grossen Schwester uneingeschränkt mit 20 Kubikmeter Wasser pro Tag versorgt werden. Langfristig sind 100 Kubikmeter pro Tag für eine Vollversorgung von Unterramsern nötig.

Diese sei nach dem Abschluss des Ausbaus des Zweckverbandes Schöniberg in fünf, sechs Jahren gesichert. Zwischenzeitlich sei der Kanton sogar bereit, so Markus Menth, das bisher genutzte Unterramser Quellwasser zusammen mit dem Wasser vom Zweckverband Schöniberg als Mischwasser zu tolerieren. Damit könnten die hohen Nitratwerte reduziert werden. Und das Amt für Umwelt hat festgehalten, dass die bestehende Quelle in Unterramsern auch nach einer Vollversorgung durch den Zweckverband Schöniberg nicht zu verwerfen sei. Die Quelle könnte in Notlagen vorübergehend genutzt werden.

Preis wird noch verhandelt

Die Leitung hoch nach Aetigkofen zum Anschlusspunkt an die Wasserversorgung von Buchegg ist ähnlich teuer wie die bisher vorgesehene Leitung in Richtung Kyburg. Unterramsern soll diese Leitung bezahlen. Markus Menth wirft aber ein, dass die Leitung auch für Buchegg Sinn macht. Mit einem Anschluss nach Aetingen erhält Buchegg die geforderte zweite Versorgungssicherheit. Auch beim Wasserpreis müssen noch Differenzen verhandelt werden. Die Unterramser zahlen heute 1.00 Franken, die Buchegger 1.60 Franken pro Kubikmeter. Der Ressortverantwortliche Alex Mann plädiert dafür, eine temporäre Lösung auszuarbeiten.

Denn langfristig wolle man die Wasserversorgung neu organisieren und einen Wasserverbund Mittlerer Bucheggberg aufbauen. In diesem wären die Gemeinden Lüterswil-Gächliwil und Unterramsern willkommen. Der Verbund soll alle Anlagen und Wassernetze übernehmen und das Wasser zu einem einheitlichen Preis abgeben.

Der Gemeinderat sicherte Unterramsern den Wasserbezug vom Zweckverband Schöniberg einstimmig zu.