Buchegg
Eine neue Gruppierung mischt in Buchegg den Wahlkampf auf

Mit der Freien Liste tritt eine neue Gruppierung in Buchegg an. Die bisherigen Gemeinderäte wollen sich aber nicht verdrängen lassen, sie treten alle nochmals an.

Urs Byland
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Zur Gemeinderatsarbeit gehört auch die Präsentation von Geschäften an der Gemeindeversammlung.

Zur Gemeinderatsarbeit gehört auch die Präsentation von Geschäften an der Gemeindeversammlung.

Hansjörg Sahli

In Buchegg tritt mit der Freien Liste eine neue Gruppierung bei den Gemeinderatswahlen an. Deshalb stellt sich für alle Parteien die Frage, wird die Freie Liste Buchegg Erfolg haben, und wer wird verlieren? Denn alle bisherigen Gemeinderäte wollen ihren Sitz verteidigen und treten erneut an. So dürfte wohl jede Bisherige und jeder Bisherige dasselbe sagen wie Bruno Bartlome (FDP): «So wie es im Moment läuft, wäre es einfach toll, wenn die Bisherigen es wieder schaffen. Wir machen Sachpolitik und keine Parteipolitik und haben ein grosses Einvernehmen mit den verschiedenen Polen.»

Bartlome sagt aber auch: «Es wird spannend.» Vor vier Jahren habe die FDP, die mit einer vollen Siebnerliste antritt, eigentlich 4,5 Sitze erreicht und mit Glück den fünften Sitz erhalten. «Jetzt kann die Bevölkerung aus einer zusätzlichen Liste auswählen. Das macht es für uns schwieriger.» Für diese Wahlen hoffe die FDP auf mindestens vier Sitze, und kämpfe für einen fünften Sitz.

Nach wie vor eine spezielle Rolle auf der Liste spielt Niklaus Fischer (BDP). Er fand schon vor vier Jahren Unterschlupf auf der FDP-Liste und jetzt auch wieder. «Wenn sich im Kanton die BDP und die CVP finden, werde ich wahrscheinlich dort meinen Platz einnehmen», erklärt er sein Zögern. Jetzt aber sei er froh, bei der FDP unterzukommen. «Sonst müsste ich eine eigene Liste führen, was doch mit mehr Aufwand verbunden ist.»
Den Platz auf der Liste hat Fischer aber nicht einfach von der FDP erhalten. Hätte die FDP jemanden aus ihren Reihen gefunden, hätte er eine eigene Liste einreichen müssen, so Bartlome. Immerhin soll Fischer auf dem Wahlkampfflyer der FDP mit seinem BDP-Logo gekennzeichnet werden.

«Wir wollen hier wohnen und arbeiten können»

Muss Fischer eine Abwahl befürchten wegen der neuen Gruppierung? Diese setzt sich aus zwei Förstern und zwei Landwirten zusammen, was ihre Ausrichtung etwas widerspiegle, wie Jonas Walther, grünliberaler Kantonsrat, erklärt. Im Dorf werde Sachpolitik gemacht, deshalb habe er nie daran gedacht, der Freien Liste Buchegg seine Partei schmackhaft zu machen. Das war auch nicht das Ansinnen von Bernhard Wyss. Er hat die Fäden gezogen und die neue Gruppierung initiiert. «Wir kennen uns alle gut.» Er habe viele Jahre in der Umweltkommission mitgearbeitet und findet, dass es Zeit sei für ein neues Gesicht im Gemeinderat. Auch wenn der bisherige Gemeinderat seine Arbeit gut gemacht habe, wie er und Walther betonen.

Das neue Gesicht wäre am ehesten Bernhard Wyss, der auf der Freien Liste Buchegg als einziger doppelt aufgeführt wird. Ein Sitz sei denn auch das Ziel der neuen Gruppierung, der Natur, Landschaft und die Entwicklung im Bucheggberg am Herzen liegt. «Wir wollen hier nicht nur wohnen, wir wollen hier auch Arbeitsplätze erhalten oder schaffen können», beschreibt Wyss sein Anliegen. In dem Sinne sei er klar ein Vertreter der Landwirtschaft im Bucheggberg, «vom Biobauer bis zum Bauer, der intensiv produziert».

«Es braucht die SP auch in den ländlichen Gebieten»

Oder trifft es die SP Buchegg, wenn die Freie Liste sich den erwünschten Sitz schnappen kann? Spannend sei die Ausgangslage, sagt deren Präsident Matthias Racine. Der Auftritt der neuen Gruppierung macht die Wahl noch unvorhersehbarer, als eine Wahl sowieso schon ist. Die Neuen seien ebenso im Bucheggberg vernetzt, wie die etablierten Parteien. Man dürfe als Bisheriger nicht davon ausgehen, dass man die Wahl auf sicher hat.

«Für die SP hoffen wir, dass wir den Sitz halten können.» Es brauche die Stimmer der SP auch in den ländlichen Gebieten, ist er überzeugt.
Auf der SP-Liste hätte es eigentlich noch Platz. «Wir haben viele Leute angesprochen.» Man dürfe die Arbeit des Gemeinderates in einem Ressortsystem nicht unterschätzen. «Der Aufwand ist hoch, was wohl die meisten der Angesprochenen abgeschreckt hat.»

Samuel Marti (SVP) tritt alleine an

Locker nimmt Samuel Marti, der alleine auf der SVP unabhängig-Liste antritt, den Zuwachs der Konkurrenz. «Ich bin in einem Alter, in dem es nicht mehr darauf ankommt, gewählt zu werden.» Aber er hätte mit dem Langsamverkehrskonzept schon noch ein grosses Projekt, das er gerne weiterbearbeiten und zu einem Abschluss bringen möchte. Dies mit kreativen Ideen, wie er im Gemeinderat immer wieder bewiesen habe, und ohne dass es Millionen koste.

Er weiss in seinem Rücken viele SVP-Sympathisanten in Buchegg. «Es ist nun mal so. Im Bucheggberg zeigen die Leute ungern offen, dass sie SVP wählen», erklärt er. Deshalb habe er auch niemanden mehr finden können, der auf seiner Liste erscheinen will, die ursprünglich auch Freie Liste hiess. Als er aber gesehen hat, dass die neue Gruppierung den gleichen Namen trägt, habe er seine Liste nachträglich umbenannt.