Buchegg
Die Landwirte sind nur teilweise zufrieden mit dem überarbeiteten räumlichen Leitbild

Weil sich die Landwirte in der Mitwirkung zum räumlichen Leitbild stark eingebracht haben, wurden sie nun nochmals zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Das Leitbild war vielen aber immer noch zu detailliert.

Rahel Meier
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Die Landwirtschaftsbetriebe brauchen auch künftig genügend Raum, um sich entwickeln zu können.

Die Landwirtschaftsbetriebe brauchen auch künftig genügend Raum, um sich entwickeln zu können.

Hanspeter Bärtschi

An einer Informationsveranstaltung für die Landwirte in der Gemeinde Buchegg wurde heftig über das räumliche Leitbild diskutiert. Die Landwirte hatten sich in der Mitwirkung zum räumlichen Leitbild stark eingebracht. Nun wurde ihnen das Resultat der Mitwirkung präsentiert.

«Das ist immer noch viel zu detailliert»

Die Quintessenz der Veranstaltung: Das räumliche Leitbild soll nochmals entschlackt werden. «Es ist immer noch viel zu detailliert», so der Grundtenor der Anwesenden. Eine ganz wichtige Forderung der Landwirte war zudem das Weglassen der Leitbildpläne. «Wenn es einen Plan gibt und in diesem etwas eingezeichnet ist, dann bleibt das in den Köpfen.» Dabei spiele es keine Rolle, ob ein solcher Plan behördenverbindlich sei oder nicht. «Wir wissen, von was wir reden. Wir haben fast alle schon erlebt, was passiert, wenn etwas in einem Plan steht.»

Für die Landwirte geht es dabei vor allem um ihre künftigen Entwicklungsmöglichkeiten und es war auch ein gewisser Frust zu spüren. Viele Betriebe sind seit vielen Jahren an ihrem heutigen Standort. Weil aber im Bucheggberg immer mehr gebaut wird, werden die Landwirte eingeengt. Die Folge: Die Betriebe können sich nicht weiter entwickeln, müssen aussiedeln oder im schlimmsten Fall aufgeben.

Planung miteinander – nicht gegeneinander

Aus diesem Grund haben auch die kantonalen Stellen in einer ersten Stellungnahme zum räumlichen Leitbild gefordert, dass planerische Massnahmen zur Klärung der Entwicklungsabsichten der Landwirtschaftsbetriebe eingeleitet werden und ein gemeinsames Verständnis für die zukünftige Landwirtschaft entwickeln wird. Diese Forderung wurde im Leitbild so aufgenommen. Gemeindepräsidentin Verena Meyer erklärte zu Beginn der Informationsveranstaltung:

«Das räumliche Leitbild zeigt uns den Weg, den wir mit der Ortsplanung gehen möchten. Nicht mehr.»

Sie machte zudem klar, dass das räumliche Leitbild nicht nur für die Landwirte, sondern auch für die restliche Bevölkerung stimmen müsse. «Es darf kein Gegeneinander geben, es muss ein Miteinander sein.»

Individuelle Lösungen suchen

Die Gemeindebehörden seien teilweise auch in einer schwierigen Situation. «Die Landschaft soll nicht weiter zersiedelt werden. Gleichzeitig haben wir aber Probleme in den Dörfern mit Betrieben, auf denen Tiere gehalten werden.» Es sei darum auch klar, dass bei der Erarbeitung der Ortsplanung jeder Landwirtschaftsbetrieb einzeln mit den Bewirtschaftern angesehen und nach individuellen Lösungen gesucht werde.

Landwirtschaft bekommt mehr Gewicht

In der zweiten Fassung des räumlichen Leitbildes wurde einiges abgeändert. So soll künftig das Augenmerk bei der Beurteilung der Biodiversität vermehrt auf der Qualität der biodiversen Flächen liegen und nicht zwingend auf der Quantität. Immerhin habe Buchegg heute schon einen Anteil von 15 Prozent biodiverser Flächen und übertreffe damit den geforderten Biodiversitätsfaktor von sieben Prozent um das Doppelte.

Angepasst wurde weiter der Leitsatz zur Siedlungsentwicklung nach innen. Er heisst neu: «Planen der Siedlungsentwicklung unter Berücksichtigung der Interessen der bestehenden Landwirtschafts-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe».

Nutzungskonflikte vermeiden

Auch der Leitsatz zum Wohnen wurde neu formuliert. Neu heisst es unter anderem: «Feststellen von bestehenden oder drohenden Nutzungskonflikten zwischen landwirtschaftlicher Nutzung einerseits und Wohn- und Gewerbenutzung andererseits.»

Im Leitbild aufgenommen wurde zudem auch die laufende Überprüfung der Notwendigkeit von speziellen Landwirtschaftszonen bei konkreten Projekten.

Die neue Fassung des räumlichen Leitbildes ist auf der Homepage der Gemeinde Buchegg aufgeschaltet.