Recherswil
Bringt die neue Lösung für Reorganisation ein klares Mehr?

Zwei neue Kommissionen, dreissig zusätzliche Stellenprozente für die Verwaltung und eine zeitliche Entlastung des Gemeindepräsidenten – so könnte Recherswil reorganisiert werden.

Lea Durrer
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Das herausgeputzte Gemeindehaus von Recherswil in der die Gemeindeverwaltung ist. Daneben befindet sich die Bushaltestelle Dorf.

Das herausgeputzte Gemeindehaus von Recherswil in der die Gemeindeverwaltung ist. Daneben befindet sich die Bushaltestelle Dorf.

Urs Byland

Die vom Gemeinderat eingesetzte Arbeitsgruppe Reorganisation präsentierte der Öffentlichkeit am Montagabend ihre Szenarien. Rund zwanzig Einwohnerinnen und Einwohner liessen sich über den Stand der Lösungsfindung informieren und widmeten sich der Diskussion. Darin wurden die Änderungsvorschläge zu den vier Hauptbereichen Gemeindepräsidium, -rat, -verwaltung und Kommissionen besprochen. Der externe Berater Thomas Gehrig verdeutlichte, dass die vier Bereiche sinnbildlich wie ein Puzzle zusammenpassen müssen. «Wenn man irgendwo etwas wegnimmt, muss man woanders etwas dazugeben», so Gehrig.

Im Gemeinderat ist die Aufspaltung des Ressorts «Sicherheit und Kultur» in zwei einzelne Ressorts geplant. Somit gäbe es künftig nicht mehr sieben Ressorts, sondern deren acht, wobei die sieben Ratsmitglieder jeweils eines abdecken. Der Gemeindepräsident übernimmt neben dem Ressort Präsidium & Information noch ein weiteres, je nach Kompetenz und Affinität der jeweilig gewählten Person.

Zwei weitere Kommissionen

Im Weiteren sollen zwei neue Kommissionen geschaffen werden, nämlich die Planungs- und Liegenschaftskommission sowie die Sozialkommission. «So werden Kräfte verteilt», sagte Gehrig. Eine Sozialkommission könnte sozialpolitische Fragestellungen angehen, etwa was Alter oder Asyl betrifft. Die Planungs- und Liegenschaftenkommission erinnere zwar an die alte, gerade erst aufgehobene ULK (Umwelt- und Liegenschaftenkommission), sie habe aber einen anderen Ansatz.

Zudem sollen die Kommissionen von Büroarbeit entlastet werden, beispielsweise indem Verwaltungsangestellte künftig Kommissionssitzungen protokollieren. Dieser Aspekt wurde aber in den anschliessenden Diskussionsrunden nicht überall goutiert. Einerseits können das die Kommissionen auch selber, andererseits sei die Verwaltung ohnehin schon stark ausgelastet, lauteten mehrere Voten.

Mehr Prozent für Verwaltung

Die Verwaltung als Dienstleistungszentrum soll gestärkt werden, denn «bezüglich Fachkompetenz sind wir sehr gut ausgestattet, allerdings eher knapp von den Ressourcen her», unterstrich Gehrig. Es braucht zusätzliche Kapazitäten von dreissig Stellenprozenten, was einem Anstieg auf ein 340 Stellenprozente entspricht. Damit werden Gemeinderat, -präsidium und Kommissionen entlastet.

Die Gemeindeschreiberin übernimmt neu die Verwaltungs- und Personalführung, die Finanzverwaltung leitet auch das Sekretariat der Finanzkommission, weitere Verwaltungsressourcen dienen allenfalls der Führung anderer Kommissionssekretariate.
Durch die stärkere Verwaltung wiederum wird das Gemeindepräsidium von nicht-strategischen Aufgaben entlastet – Führung der Verwaltung und technische Kommunikation werden delegiert, Ortsplanung wird zur Ressortaufgabe. Von heute 40 bis 50 Stellenprozenten würde eine Senkung auf 25 bis 30 Prozente erfolgen – allerdings könnte durch die Übernahme des zweiten Ressorts trotzdem ein ähnliches Pensum wie bis anhin entstehen.

Die Atmosphäre schien zuversichtlich, Inputs flossen ein, grundsätzliche Abwehrhaltungen wurden nicht geäussert. «Wir verfolgen einen basisdemokratischen Weg», betonte Thomas Gehrig.

Parteien und Gemeinderat bekamen die Vorschläge der Arbeitsgruppe bereits im Vorfeld vorgestellt und konnten ebenfalls ihre Anliegen einbringen. Im Mai wird der Gemeinderat über den Antrag und Bericht der Arbeitsgruppe befinden, sodass an der Gemeindeversammlung vom 14. Juni bereits ein Grundsatzentscheid gefällt werden könnte. Im Dezember würde dann definitiv abgestimmt, inklusive Änderung der GO und DGO. Gehrig: «Wir erhoffen uns ein deutliches Mehr im Juni, was beweisen würde, dass die gesamte Gemeinde hinter der Reorganisation stehen könnte.»

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