Die Vorarbeiten für den Abriss des ehemaligen Restaurant Helvetia laufen. Das hat die Helvetia Oberdorf AG dem Oberamt mitgeteilt. Bis Ende November sollte die Brandruine zurückgebaut sein.

Weil sich Eigentümer und Baukommission nicht einig wurden, hatte die Baukommission Oberdorf das Oberamt eingeschaltet und verlangt, dass der Rückbau vollstreckt wird. Alain Hervouêt (Vorsteher Oberamt Solothurn) hat sich nun mit den Verantwortlichen in Oberdorf abgesprochen.

«Wir warten den 30. November ab. Ist das Gebäude dann nicht, wie es jetzt versprochen wurde, abgerissen, wird der Rückbau ohne weitere Fristen und Stellungnahmen vollstreckt», erklärt Marc Spirig (Präsident Baukommission Oberdorf) auf Anfrage.

Gerüst und Notdach sind weg

Schon nur optisch präsentiert sich das «Helvetia» anders. Das Gerüst rund um das ehemalige Restaurant und das Notdach sind entfernt worden. «Bis Ende November sollte das Gebäude abgerissen sein», bestätigt Christoph Ammann (Verwaltungsrat Helvetia Oberdorf AG). Schneller gehe es nicht, da Vorarbeiten nötig seien.

Noch im August hatte die Helvetia Oberdorf AG ein neues Baugesuch eingegeben. Dies war von der Baukommission aber sistiert worden, was bei Ammann für einige Irritation sorgte.

«Eigentlich wollten wir auf den bestehenden Mauern aufbauen. Nun müssen wir das Projekt anpassen und abändern.» Die Helvetia Oberdorf AG wolle einen Neubau realisieren, so Ammann weiter. Zuerst müsse aber geklärt werden, ob sich durch die neue Situation nach dem Rückbau Einschränkungen ergeben.

Ein Sicherheitsrisiko?

Spirig hat derweil andere Sorgen. Er fürchtet, dass sich Teile der Fassade lösen und dadurch der Verkehr gefährdet sein könnte. «Ohne das Dach kann sich die Fassade bei Regen vollsaugen.»

Die Baukommission hat die Helvetia Oberdorf AG schriftlich darauf aufmerksam gemacht, dass sie als Eigentümerin der Liegenschaft haftet, sollte sich ein Unfall ereignen. Auch der Gemeinderat hat dies in seiner letzten Sitzung so zur Kenntnis genommen.

Ansonsten ist Marc Spirig aber erleichtert. Es ist wichtig, dass das «Helvetia» jetzt rückgebaut wird. Sollte kein neues Gebäude erstellt werden, steht wenigstens nicht die Ruine mitten im Dorfzentrum.

Sobald der Rückbau erfolgt sei, wird sich die Baukommission mit dem neuen Baugesuch befassen. Denn die Behörden sind interessiert, dass der Bauplatz an so zentraler Lage genutzt wird.

Auch direkt neben dem «Helvetia» soll schon bald gebaut werden. Der Gemeinderat hat sich mit dem Gestaltungsplan Dorfkern Oberdorf beschäftigt. Die Planung wurde in der Zwischenzeit durch die kantonalen Behörden vorgeprüft.

Der Gestaltungsplan wurde erarbeitet, damit das Gemeindehaus umgebaut werden kann. Nach dem Auszug der Raiffeisenbank sollen die öffentlichen Bereiche neu im Erdgeschoss angesiedelt werden. In den Obergeschossen sollen Wohnungen für jüngere Leute realisiert werden.

Ein Annexbau ist für altersgerechte Wohnungen vorgesehen. Dank der Nähe zu den öffentlichen Einrichtungen und der optimalen Anbindung an den öffentlichen Verkehr, eignet sich der Standort vorzüglich für diese Wohnform.

Nach der Umzonung liegen neu alle benachbarten Grundstücke in der Kernzone. Immer noch haben die Behörden die Idee, dass mindestens die Parkierung für die Um- und Neubauten gemeinsam gelöst werden könnte.

Der Erschliessungsplan macht dies möglich. Er lässt der Gemeinde aber auch die Möglichkeit, die Bebauung und Parkierung ganz auf dem gemeindeeigenen Grundstück zu realisieren.

In seinem Vorprüfungsbericht kritisiert das Amt für Raumplanung (ARP) einige Punkte. Diese sollen, so will es der Gemeinderat, im direkten Gespräch bereinigt werden. Es geht dabei insbesondere um die Höhe und breite von Baukörpern.

Um die Gestaltung von Balkonen und Fassaden. Als positiv wird die Grundidee gelobt, dass sich die Ersatz- und Neubauten an der historischen Bebauung orientieren und der Hostet-Charakter, der in diesem Teil des Dorfes noch vorhanden ist, erhalten bleibt.