Finanzen
Bolken tritt kräftig auf die Bremse: Die Gemeinde will sparen und nicht investieren

Die Gemeindeversammlung wurde von 25 Stimmberechtigten besucht. Beim ersten Traktandum herrschte noch Harmonie. Beim Thema «Sanierung Seestrasse» und «Umrüstung der Strassenbeleuchtung auf LED» kam es anschliessend zu Diskussionen.

Hanspeter Schläfli
Drucken
Teilen
Die Gemeinde will die restlichen Strassenbeleuchtungen im Moment noch nicht auf LED umrüsten. Archiv)

Die Gemeinde will die restlichen Strassenbeleuchtungen im Moment noch nicht auf LED umrüsten. Archiv)

KEYSTONE/ARNO BALZARINI

Der Steuersatz ist in Bolken mit 135 Prozent erdrückend hoch und das Bewusstsein, dass dringend gespart werden muss, hat sich im Dorf durchgesetzt. Die Verschuldung pro Einwohner mit rund 1'800 Franken liegt im kantonalen Vergleich im mittleren Bereich.

Beim ersten Traktandum herrschte noch Harmonie: Das räumliche Leitbild Bolken wurde bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme diskussionslos genehmigt. «Als Nächstes werden wir die Zonen- und Richtpläne überarbeiten und so die Grundlagen für eine Verdichtung gegen innen schaffen», erklärte Gemeinderat Bruno Affolter. Der Kredit von 120'000 Franken für die anstehende Ortsplanungsrevision wurde mit demselben Stimmenverhältnis genehmigt.

«Die Seestrasse ist in einem desolaten Zustand», leitete die Gemeindepräsidentin Jeanette Baumgartner in der Mehrzweckhalle zum nächsten Thema über. Für die Sanierung der Wasser- und Abwasserleitungen sowie den Einbau eines neuen Strassenbelags sei ein Kredit von 435'000 Franken nötig. Aus dem Plenum kam die Frage, warum das zu sanierende Teilstück so teuer werde, es handle sich ja nur um etwa 180 Meter. «Diese Zahlen wurden durch Spezialisten berechnet», meinte Affolter dazu.

Er liess eine Karte im Plenum zirkulieren, auf der die zu sanierenden Stücke zu erkennen waren. Daraufhin wurde kritisiert, dass niemand des Ingenieurbüros anwesend ist, der kompetent Auskunft geben könnte. Thomas Beer war derselben Meinung und stellte den Antrag, das Geschäft auf die nächste Rechnungsversammlung zu verschieben und dazu jemanden vom Ingenieurbüro einzuladen. Mit 18:1 bei 5 Enthaltungen wurde der Antrag gutgeheissen.

Ähnlich war die Stimmungslage bei der Diskussion über den Kredit in der Höhe von 75'000 Franken für die Umrüstung der restlichen 105 Strassenbeleuchtungen auf LED. «Wir werden bei den Stromkosten und bei der Wartung deutlich sparen», sagte Bruno Affolter. Wie hoch die Einsparung ist, konnte nicht beantwortet werden. Die Meinung, man solle angesichts der schlechten Finanzlage keine gut funktionierende Strassenbeleuchtung ersetzen, setzte sich mit einem deutlichen Mehr durch.

Es gibt Licht am Ende des Tunnels

Die Nettoinvestitionen verkleinerten sich damit im Budget 2021 auf 110'000 Franken. Bei Ausgaben von etwas mehr als 2,8 Millionen Franken ist ein Verlust von 188'000 Franken vorgesehen. Finanzverwalter Thomas Beer weckte Hoffnungen: «Die Verluste dürften Jahr für Jahr kleiner werden und ab 2026 werden wir das Budget ausgeglichen halten können.»

Der Steuersatz bleibt bei 135 Prozent für natürliche und 105 Prozent für juristische Personen. Das Budget mit den deutlich gestutzten Investitionen wurde schliesslich genehmigt.