Erneut soll an der Gleisanlage das Aare Seeland mobil (asm) in Feldbrunnen gebaut werden. Ein Vorprojekt beschreibt die Fortsetzung der Umgestaltung vom südwestlichen Dorfende in Richtung Solothurn bis zur Gemeindegrenze St. Katharinen.

Zusätzliche Brisanz erhält das Projekt wegen eines Eingriffs von höchster Ebene aus Bundesbern. Der Eingriff nennt sich «Step AS 2030/35». Hinter der Abkürzung steckt das Strategische Entwicklungsprogramm der Bahninfrastruktur für den Ausbau 2030/35. Das Bundesamt für Verkehr geht von einer Steigerung des Personenverkehrs um 51 Prozent bis 2040 aus. Also müssen in der ganzen Schweiz das Angebot und die Infrastruktur für diesen Schritt neu berechnet werden.

Schon heute an der Grenze

Interessanterweise ist die Strecke von Flumenthal nach Solothurn bereits heute in den Spitzenzeiten nahe an der Überlastgrenze. 2000 Reisende nutzen dann das Bipperlisi. 2030 sollen es auf dieser Strecke gar 4300 sein. Auf Strecken mit hoher Nachfrage, und die Strecke Flumenthal–Solothurn wird wegen ihrer Frequenz zu Spitzenzeiten als eine solche betrachtet, soll 2030 im Viertelstundentakt gefahren werden.

Als Vertreter des Kantons und der asm im Gemeinderat von Feldbrunnen-St. Niklaus das Vorprojekt vorstellten, kam schnell die Frage, wie denn die durchschnittliche Auslastung ist. Das Bipperlisi sei ja in den Zwischenzeiten eher leer unterwegs.

Solche Zahlen habe die asm aber nicht, so asm-Vertreter Markus Flück. Er erklärte: «In den Zwischenzeiten wird auch nicht viel Verkehr auf den Strassen registriert. Aber wenn in den Spitzenzeiten die Zugsfahrgäste auch noch auf den Strassen unterwegs wären, wäre das Chaos perfekt.» Also orientiere man sich an den Zahlen zu den Spitzenzeiten.

Neue Postautolinie

Das Bundesamt für Verkehr hatte in der Folge die SBB beauftragt, zwei Gesamtkonzepte zu erstellen, eines für 7 Mrd. Franken bis 2030 und eines für 12 Mrd. Franken bis 2035. In beiden Varianten wird die Strecke Flumenthal–Solothurn aufgelistet. Der Kosten/Nutzen-Effekt einer Umstellung auf den Viertelstundentakt sei aus zweierlei Sicht gut.

Erstens wegen der erwarteten Zunahme der Frequenz in den Spitzenzeiten und zweitens: weil die Postautolinie im Unterleberberg auf den Balmberg aufgehoben wird. Eine neue Postautolinie soll nicht mehr Solothurn anfahren, sondern eine asm-Station. Fahrgäste auf den Balmberg werden demnach beispielsweise in Riedholz oder Flumenthal von der Bahn auf den Bus oder umgekehrt umsteigen müssen. Wo diese Umsteigestation sein wird, sei noch nicht geklärt.

Kreuzung St. Katharinen

Ab 2020 werde im südwestlichen Teil von Feldbrunnen die asm-Linie umgestaltet. Dort sollen sich die Züge im Viertelstundentakt kreuzen. Das bedingt einen Ausbau des Teilstückes auf zwei Spuren. Die Weiche soll östlich vor der Kreuzung Baselstrasse/Sandmattstrasse gebaut werden. Dadurch werden die Schliesszeiten der Barrieren an dieser Kreuzung nur minim länger, weil der Zug aus Solothurn die Kreuzung gleich nach dem Zug von Riedholz passieren wird. Notfalls müsse abgewartet werden. An den anderen Übergängen in Feldbrunnen werden sich aber die Schliesszeiten mengenmässig verdoppeln, was zu Kritik aus dem Gemeinderat führte.

Drei denkmalgeschützte Gebäude und zwei geschützte Gartenanlagen säumen das Teilstück, was eine zusätzliche Herausforderung darstelle, so Heinrich Matter, der das Vorprojekt vorstellte. Der Privatübergang bei der Villa Koch soll geschlossen werden. Die Erschliessung der Villa werde neu mit einem Privatweg südseitig der Gleisanlage zur Sandmattstrasse erfolgen. Bei St. Katharinen erhält die Haltestation ein Mittelperron. Beidseits der Baselstrasse ist ein kombinierter Rad- und Fussweg mit jeweils 3,5 Meter Breite vorgesehen. Erst kürzlich fertiggestellte Bauten, wie der Bahnübergang an der Kreuzung Baselstrasse/Sandmattstrasse müssen neu gestaltet werden. Bei der Villa Serdang müssen die Gartenmauern verschoben werden.

Die Schätzung der Kosten für das Projekt (Strasse und Gleis) geht gegen 17 Mio. Franken. Weil der Bahnübergang vor Erreichen der Lebensdauer ersetzt wird, bleibe für die Gemeinde aber nur ein tiefer sechsstelliger Beitrag übrig für die Neugestaltung des Bahnübergangs und die Beleuchtung. Der Gemeinderat wurde in der Folge noch über die Sanierung und Gestaltung der Baselstrasse in Solothurn informiert. Dies geschah aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit.