Bike-Cup
Ziel des Bike-Cups in Oekingen: Cyclocross soll nicht verschwinden

Bei perfektem Herbstwetter lockte der Quer- und Bike-Cup viele Zuschauer auf die Galgenrainmatte in Oekingen. Die Nachwuchsförderung ist dabei ein grosses Thema.

Hans Peter Schläfli
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Beim Massenstart in Oekingen ist volle Konzentration angesagt.

Beim Massenstart in Oekingen ist volle Konzentration angesagt.

Hans Peter Schläfli

Bald kommt der Samichlaus – das ging den Zuschauern auf der Galgenrainmatte in Oekingen vielleicht durch den Kopf, wenn Adrian Meier aus Walterswil vorbeikeuchte. Mit der Aerodynamik hat er sich ganz sicher nicht befasst, denn ein solcher Vollbart kann auch locker in die Kategorie Windfänger eingestuft werden. Aber schliesslich komme es beim Bike-Cup auch nicht auf die letzte Sekunde an, wie Meier im Ziel erklärte.

«Ich komme aus dem Duathlon und Triathlon und für mich war der Bike-Cup immer ein ideales Wintertraining. Deshalb ist es mir ein grosses Anliegen, dass wir diesen traditionsreichen Anlass am Leben erhalten können.»
Adrian Meier am Bikecup.

Adrian Meier am Bikecup.

Hans Peter Schläfli

Adrian Meier nimmt denn auch nicht nur selber an den Rennen teil. Er organisiert auch zusammen mit Daniel Parpan, der einst im Jahr 2000 als Junior an den Weltmeisterschaften im Querfeldein in Holland teilnehmen durfte, an den insgesamt acht Rennen jeweils das Rennbüro. «Es ist ein Anlass für den Breitensport und uns ist es wichtig, dass vor allem auch die Jüngsten mitmachen, die noch keine Lizenz haben. Die Sieger werden erst am Ende der Serie erkoren und die Teilnahme an möglichst vielen Anlässen wird dabei auch belohnt.»

Auf der Suche nach einem neuen Albert Zweifel

Hausherr des Oekinger Rennens war Rainer Ackermann – und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Start und Ziel waren genau vor der Haustür des passionierten Cyclocrossers auf dem Galgenrain. Früher nannte man die Sportart aber Querfeldein, und woran sich nur noch die älteren Semester erinnern können: Der legendäre Albert Zweifel gewann in den 1970er-Jahren vier Weltmeistertitel in Serie. Damals wurden die Radquerrennen live im Fernsehen übertragen. Mittlerweile heisst die Sportart Cyclocross und ist durch das Mountainbike deutlich in den Hintergrund verdrängt worden.

Leute wie Rainer Ackermann wollen dafür sorgen, dass die Sportart nicht ganz in Vergessenheit gerät. «Ich habe schon 2013 und 2014 in Wolfwil je ein Rennen für die Serie organisiert und seit ich hier in Oekingen wohne, habe ich mit dem Gedanken gespielt, auch hier ein Rennen durchzuführen.» Und der Anlass war ein voller Erfolg. «Es hat hier im Dorf ganz viele flotte Leute, die mithelfen. Und die Bauern haben uns ihre Felder grosszügig zur Verfügung gestellt.» Nun gehe es darum, den Nachwuchs zu fördern: «Für mich persönlich sind die Pfüderi am wichtigsten, wir wollen bei den Kleinsten die Freude am Radsport wecken.»

Dieser Meinung ist man auch beim Radfahrerverein Recherswil (RVR).

«Man kann die Kleinen nicht früh genug auf die Zweiräder bringen»,

sagte Robert Mathys, der für den RVR beim Quer- und Bike-Cup den Kids-Parcours betreute. Rund 120 Mitglieder treffen sich jeweils zum lockeren Training, darunter 20 Junioren. Der Aufwand lohne sich: «Velofahren ist gesund und wir möchten auch wieder gerne mehr Junge in den Verein integrieren. Jetzt im Winter werden wir den Kindern in der Halle auch das Einradfahren beibringen.»

Resultate online unter: my.raceresult.com/167917/registration

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