Erst gegen Ende der von 25 Stimmberechtigten und weiteren Anwesenden besuchten Rechnungsgemeinde machte Gemeindepräsidentin Rita Mosimann auf das bevorstehende Wahljahr aufmerksam. «Drei Personen scheiden im nächsten Jahr aus dem fünfköpfigen Gemeinderat aus», betonte sie mit Blick auf sich selbst, auf Vizepräsident Thomas Ritz und auf Michel Zumbach. «Ich lege Euch ans Herz, bereits jetzt mit der Suche von geeigneten Personen zur Nachfolge zu beginnen», warb sie für eine eingehende Kandidatensuche.

Diese Mitteilung eröffnete einen Meinungsaustausch, ob nicht ein Anschluss an eine andere Gemeinde zu suchen wäre. «Wir werden für alle Aufgaben in den Behörden genügend Leute finden», riet ein engagiert auftretender Mitbürger von jeglichen Gedanken an eine Fusion ab. «Wie wir in der Nachbarschaft hier im Bucheggberg sehen, kommt alles danach teurer», meinte er mit Blick auf den gemeinsamen Schulverband.

Laut Leitbild habe sich das 330-Seelen-Dorf Biezwil das Ziel gesetzt, in der Zukunft eigenständig zu bleiben und moderat zu wachsen. Bis 2025 um 70 Seelen. «Klein und fein bleiben», ergänzte die Gemeindepräsidentin schmunzelnd. Da gegenwärtig kein Leerbestand an Wohnungen im Dorf herrscht, müssten Grundstücke schneller überbaut werden können, lautete ein Votum. «Die Gemeinde sollte ein bereits eingezontes Areal selbst kaufen und im Baurecht abgeben», hiess es aus der Versammlung. Dann könnten neue Steuerzahler zuziehen, und die Gemeinde erhielte zusätzlich sichere Zinseinnahmen. Die für Liegenschaften zuständige Gemeinderätin Marlis Tüscher teilte mit, dass sich der Gemeinderat mit dieser Idee bereits beschäftige.

47 Prozent für die Bildung

Finanzverwalter Heinz Schaad gab einen Überblick über die Jahresrechnung. Bei einem Aufwand von rund 1.3 Millionen betrug der Ertragsüberschuss vor den Abschreibungen 24'000 Franken. Danach wandelte sich das Plus in ein Minus von 34'000 Franken. Damit vermindert sich das Eigenkapital auf 312'000 Franken.

Die gegenüber dem Budget bessere Jahresrechnung wurde laut Schaad durch einen steuerlichen Mehrertrag und durch geringeren Aufwand in einigen Positionen erzielt. Den grössten Ausgabeposten beansprucht mit 636'000 Franken die Bildung zu 47 Prozent vor der sozialen Sicherheit mit 19 Prozent. 75 Prozent des Haushalts bestreiten auf der Einnahmeseite die Steuern, ergänzt mit 16 Prozent an Bildungssubventionen – aber nur noch für 2015 wegen des Systemwechsels zu Schülerpauschalen.

Heiss wurde die Diskussion um die vor zwei Jahren verlegte «Schulhausquelle», für die nach der Fertigstellung vor anderthalb Jahren noch keine Abrechnung mit allen Subventionsgebern vorläge, wie eine Stimme aus dem Plenum kritisierte. Die Kosten dafür belaufen sich auf netto 289'000 Franken. Mit zwei kleinen Defiziten liege die Spezialfinanzierung im budgetierten Rahmen. Insgesamt beträgt das Fremdkapital 1.1 Millionen Franken.

Umstrukturierung Feuerwehr

Bisher war die regionale Feuerwehr der Gemeinden Schnottwil, Lüterswil-Gächliwil und Biezwil nach dem Leitgemeindemodell organisiert. Inzwischen haben sich die Gemeinden auf ein Gemeinschaftsmodell geeinigt, wie Gemeinderätin Claudia Fringeli anhand des Zusammenarbeitsvertrages, des Feuerwehrreglements und dem unveränderten Gebührentarif erläuterte. Verfolgt werde längerfristig weiterhin ein Hauptstandort der Feuerwehr.

Künftig aber wird die Rechnung, die bisher in der Schnottwiler Gemeinderechnung integriert war, separat geführt. Die Kostenaufteilung erfolgt nach Einwohnerzahl. Das Reglement schreibt vor, dass im Offizierskader Mitglieder aus allen drei Gemeinden vertreten sein sollten.

Bussen werden von den jeweiligen Friedensrichtern der Wohngemeinde des Feuerwehrangehörigen entschieden. Neu ist, dass bei Herznotfällen Hilfe seitens der Feuerwehr angeboten werden kann. Wenn alle drei Partner wie jetzt Biezwil zustimmen, ist der Vertrag vom 1. Juli 2016 an gültig.

Künftige Erschliessungen regeln

Gemeinderätin Tüscher informierte ausführlich über die Totalrevision des seit 2000 gültigen Reglements über Grundeigentümerbeiträge und -gebühren. Strassenerschliessungen werden künftig zu 100 Prozent kostenmässig «überwälzt». Im Leitungsbau wird der Beitrag von jetzt 70 auf 100 Prozent angehoben.

Für die Anschlussgebühren greift neu die sogenannte Überbauungsziffer, welche die Grundstücksfläche mit 40 Franken pro Quadratmeter belastet. Grundgebühren werden künftig pro Wohnung erhoben. Mit jährlichem Gratiswasser von 50 Kubikmetern für jeden Biezwiler Haushalt lässt sich die Zählermiete für jede öffentliche Wasseruhr in der Liegenschaft verkraften. Im neu erlassenen Baureglement wird Bestehendes festgehalten. Gemäss Gebührenordnung werden Bauanfragen jetzt nach Aufwand in Rechnung gestellt.