Hund Kwati, Schimpanse Themba, der Löwe, der Hase, die Giraffe – sie alle gehören zur tierischen Gemeinschaft im afrikanischen Dorf. Fasziniert begutachten die Buben und Mädchen am Schluss des Figurentheaters «Allerhand» im Dachgeschoss des Tanzstudios «Tamtam» in Kriegstetten die Tiere, denen sie begegnet sind. Wunderbar hat die Theaterpädagogin Simone Wyss die Kinder und ihre Begleitpersonen den afrikanischen Alltag erleben lassen. Mit Handlung, Stimme, Aug und Ohr.

In der Bibliothek stiess die Biberisterin auf das Kinderbuch «Frische Fische» von John Kilaka, welches vom Dorfleben in Tansania erzählt. Sie hat das Bilderbuch mit viel Aufwand in ein Figurentheaterstück umgesetzt. «Man produziert einiges und am Schluss zieht man die Diamanten heraus», sagt sie. Als Regisseur steht ihr Philip Martin Rhis zur Seite und als Musiker Drissa Sanon.

Trockenheit, Hunger und Durst

Trommelklänge entführen die Kinder nach Afrika. «Simone die Weisse», wie die Afrikaner Simone Wyss nennen, kommt singend, einen verblassten Plastikkübel auf dem Kopf tragend, ins Dorf. Es herrscht Trockenheit, alle haben Durst und Hunger. Endlich kommt der erlösende Regen und Schimpanse Themba fischt frische Fische. Anderntags fährt die ganze Tiergemeinschaft im Buschtaxi – bestehend aus einem Plastikkanister – zum Markt. Hund Kwati, von Hunger geplagt, stibitzt Themba die Fische. Bei den Tierfreunden verursacht dieses Verschwinden einige Aufregung. Bald plagt Kwati das schlechte Gewissen, und er entschuldigt sich. Die Tiere denken sich als Strafe etwas Besonderes aus und verzeihen dem Hund schliesslich das Vergehen.

Ein Flair für Afrika

Dass dieses Figurentheaterstück Afrika betrifft, kommt nicht von ungefähr. Simone Wyss lebte selber für ein paar Monate dort. Mit der Geschichte erfahren die Kinder Besonderes über diesen Erdteil. Von den Lasten, die auf dem Kopf, und den Babys, die auf dem Rücken getragen werden. Vom Wasser holen, vom Markt, an welchem lebendige Hühner und Ziegen verkauft werden, von fröhlichen Festen und der gegenseitigen Hilfe. Aber auch von der trockenen Erde, weil es manchmal ein ganzes Jahr lang nicht regnet.

Eindrucksvoll gibt Simone Wyss die Geräusche von Buschtaximotor, Regen, hüpfenden Fischen, trockener Erde und dem bellenden Kwati wieder. Die Tierfiguren kreierte sie mit natürlichen Materialien. Diese bestehen aus einem Holzgestell, welches ihr eine Schneiderin mit Stoff überzog und mit Hirse füllte. Die charakteristischen Köpfe sind mit Tarlatan, einem speziellen Gewebe, überzogen.

Weitere Aufführung: Mi, 21. März, 15 Uhr, Kita Chinderland, Küttigkofen. www.allerhand-theater.ch