Jonas Beck

Biberister Profi-Musiker: «Es gibt zu wenig Posaunisten»

Jonas Beck beim Masterkonzert mit der Bigband.

Jonas Beck beim Masterkonzert mit der Bigband.

Wenn Jonas Beck sagt, es gebe in der Region zu wenig Posaunisten, so tut er das aufgrund seiner Beobachtungen und Erfahrungen als Mitglied und Aushilfe in zahlreichen Formationen. «Viele Kompositionen sind für eine Besetzung mit drei oder vier Posaunen geschrieben», erklärt er. «Aber welcher Musikverein hat das schon?» Als frisch diplomierter Profi-Posaunist und Lehrer will er sich für das Instrument einsetzen.

Es scheint, der 1989 in Biberist geborene Jonas Beck habe den Bedarf an Posaunisten schon früh erkannt. In der dritten Klasse legte er die Blockflöte zur Seite und lernte Posaune. Dabei hätte es auch anders kommen können. Denn seine Eltern, der Vater spielte Tuba, die Mutter Klarinette, hatten für den Buben ein Schlagzeug angeschafft, womit er seine überschüssige Energie hätte abreagieren können.

Doch Jonas konnte damit wenig anfangen. Sein drei Jahre jüngerer Bruder Silvan dagegen setzte sich gerne und oft ans Schlagzeug, lernte fleissig und entwickelte sich zum versierten und gefragten Drummer.

Note 6 fürs Masterkonzert

Jonas fand, er wolle wie sein Vater in einer Dixielandband mitspielen, und beschloss mit zwölf Jahren, Berufsmusiker zu werden. Seit Mitte dieses Jahres ist er einer mit Diplom, Prädikat sehr gut. Nach insgesamt sieben Jahren an Swiss Jazz School beziehungsweise an der Hochschule der Künste Bern hat er seine Studien in Fachrichtung Jazz als Master abgeschlossen. Note 6 gab ihm die Jury für sein Masterkonzert. Beck hatte dafür extra eine Bigband formiert und führte erst noch Eigenkompositionen auf, obwohl er gar nie Kompositionsunterricht genommen hatte.

Professionelle Posaunisten sind ohnehin eher rar. Mit seinem Diplom Master of Arts Music BFH in Music, Pädagogik Jazz und erweiterter Musikpraxis Jazz dürfte Beck weitherum ziemlich alleine sein. Der Weg dahin verlief natürlich nicht so gradlinig wie beschrieben. «Eigentlich wäre es mir lieber gewesen, eine Berufslehre zu machen, aber da wäre mir nebenbei zu wenig Zeit geblieben fürs Musikmachen.

Darum ging ich in die Kantonsschule und wählte die Fachrichtung Musik», berichtet Beck. Unterricht erhielt er bei Pia Bucher. «Das war optimal für mich, denn sie war während vieler Jahre Profi-Posaunistin und weiss, worauf es ankommt.» Sie sei es gewesen, die ihn förderte und insbesondere dann zum Weitermachen motivieren konnte, wenn er mal an seinem Berufsziel zweifelte. «Meine Eltern haben mich ebenfalls immer total unterstützt», betont Beck.

Auch in der Swiss Army Big Band

«Möglichkeiten zum Posaunespielen gab es, weil eben Posaunisten rar sind, sehr viele, und die habe ich genutzt, natürlich auch in der Kanti-Bigband.» Im Jugendorchester Windband in Biberist war er bereits mit 15 Jahren Registerleiter, und dabei entdeckte er seine Fähigkeit und die Freude daran, das Musizieren zu vermitteln.

Später stiess er zur Summer Big Band, einer Jazz-Formation die jeweils im Sommer während einer Woche ein Programm einstudiert und damit vorab durch die Region Solothurn tourt. Aktuell ist Beck musikalischer Leiter der Summer Big Band. Mehrere Jahre war er Lead-Posaunist in der Ambassador Big Band (Solothurn), und seinen Militärdienst leistete er in der Swiss Army Big Band ab.

Packt in Biberist mit an

Becks grosse Leidenschaft ist das fröhliche Musizieren, «wenn so richtig die Post abgeht», wie er sagt. Das kann er ausgiebig tun in der Streetband Pfistermen’s Friends (zehn Bläser, ein Schlagzeug); er ist Co-Leader, komponiert und arrangiert für die Band. Ferner spielt er in zahleichen weiteren grossen und kleinen Formationen mit und beteiligt sich an Projekten. Beck, der seit der Studienzeit in Bern wohnt, packt aber auch in seiner Heimat Biberist an und leitet das rund 30-köpfige Jugendorchesters Windband, mittlerweile Bestandteil der Musikschule Biberist. «Das macht mir echt viel Spass», sagt er. Die positiven Erlebnisse von früher mit den Jugendlichen seien denn auch der Hauptgrund gewesen, dass er sich im Masterstudium für die Richtung Pädagogik entschieden habe. «Ich möchte möglichst viele Jugendliche dazu bringen, Musik nicht nur zu hören, sondern selber zu machen. Es ist aber jetzt nicht so, dass gleich alle Posaune spielen sollen.»

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