Das Studio von Fotograf und Modeschöpfer Christoph Marti ist ein Paradies für Fashion-Begeisterte. Zahlreiche Bilder von Models, die der Biberister abgelichtet hat, schmücken die Zimmerwände. Im Hintergrund der fotografierten Frauen zeigt sich nicht selten der Eifelturm in seiner vollen Pracht.

Das Herzstück des Raumes ist die hell gestaltete Ecke mit reichlich Kamera- und Licht-Zubehör. Hier rückt der Fotograf, der ursprünglich eine Lehre als Koch abgeschlossen hat, seine Models ins beste Licht.

Nach jahrelangem Fotografieren wagt das Jungtalent nun den mutigen Schritt in Richtung Modebranche und lanciert seine eigene Kollektion. Die Kleidungsstücke zeigt er demnächst an einer Modenschau.

Jugendförderpreis erhalten

Doch wie entdeckte der gelernte Koch seine Leidenschaft für das Fotografieren und für die Mode? «Gute Frage», sagt Marti lächelnd und denkt an seine Kindheit zurück. «Damals habe ich meinem Bruder dauernd die Kamera geklaut und damit Bilder geknipst», erinnert er sich.

Als Jugendlicher erweiterte er sein Hobby und gründete im Jahr 2011 das nicht kommerzielle Internet- und Kabel-TV-Projekt «SwissYouthTV», das er aber bereits wieder eingestellt hat.

Für das TV-Projekt erhielt er damals den kantonalen Jugendförderpreis und wirkte drei weitere Jahre in der Jury mit. So ist der Biberister der Meinung, dass man Jungtalenten helfen soll. Er fördert heute – unter dem Namen «Major Scouting» – ungefähr zwanzig Newcomer-Models und unterstützt zusätzlich einige Youtube-Partner. Den Neulingen biete er kostenlose Test-Shootings und Beratungen an, was eher ungewöhnlich für eine Modelagentur sei.

In seiner Arbeit mit den Models beschäftigte sich Christoph Marti zunehmend mit Fashion und entwarf bereits letztes Jahr eine eigene T-Shirt-Kollektion. An seiner Modenschau will er eine breitere Palette von Kleidern auf die Bühne bringen. «Die jetzige Kollektion ergänzt sich mit der letztjährigen», sagt der Modeschöpfer.

So werden die 42 Kleidungsstücke von fünfzehn Models präsentiert. Wem ein Exemplar während der Show ins Auge springt, kann die Kollektion bereits einen Tag nach der Modenschau auf der Website des Designers unter die Lupe nehmen.

Lookbook 2016 des Biberister

Ausgleich beim Kochen

Erholung von der kräftezehrenden Fashion-Welt findet der gelernte Koch in der Küche. «Das Kochen bietet mir eine Abwechslung zum oberflächlichen Alltag der Modebranche», meint er. Zusätzlich sei ihm so, in der finanziell unberechenbaren Berufswelt der Fotografen und Modedesigner, weiterhin ein Einkommen gesichert.

Obwohl er zeitweise für Fotoaufträge nach Paris oder London reist und in beiden Städten jeweils ein Partnerstudio hat, herrscht nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. «Die Anzahl der Shootings, für die ich gebucht werde, variiert immer», betont der Biberister.

Das Einkommen schwanke, weshalb der Fotograf von einem riskanten Geschäft spricht. Deshalb geht das Jungtalent in der Zukunft von einer Kombination der verschiedenen Berufswelten aus, in denen er tätig ist.

Momentan setze der 19-Jährige den Schwerpunkt auf die Mode, weil er die kommende Show als eine einmalige Chance betrachtet. «Die Resonanz, die ich mit der Modenschau erhalte, wird den weiteren Verlauf meiner Karriere bestimmen», erklärt er.

 Modenschau Samstag, 25. Juni, um 20 Uhr in der Rothushalle, Solothurn.