Biberist
Spielgruppe soll eingemietet werden, das gibt Zeit um weiter zu planen

Die Spielgruppe von kids&teens in Biberist braucht ab August neue Räumlichkeiten. Diese scheinen in einem ungenützten Gebäude, das dem "Läbesgarte" gehört, gefunden.

Rahel Meier
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Ab Sommer 2021 wird der Kindergarten Bleichematt III wieder durch die Schule genützt. Wegen der steigenden Kinderzahlen wird im kommenden Schuljahr eine neunte Kindergartenklasse eröffnet. Bisher war die Spielgruppe von kids&teens dort untergebracht.

Gemäss Leistungsvereinbarung stellt die Einwohnergemeinde der Stiftung kids&teens die Räumlichkeiten für ihre Angebote gratis zur Verfügung. Damit die Spielgruppe ab Sommer weitergeführt werden kann, muss deshalb ein neuer Standort gesucht werden.

Haus steht leer und könnte umgebaut werden

Schon im Vorfeld wurde der Gemeinde die sogenannte «Villa Giger» zur Benützung angeboten. Das Einfamilienhaus ist im Besitz der Genossenschaft Läbesgarte, wird zurzeit aber nicht genützt. Das Gebäude befinde sich zwar in einer Wohnzone W2, baurechtlich sei die Unterbringung einer Spielgruppe an diesem Ort aber zonenkonform.

Vorgeschlagen wurde, dass der «Läbesgarte» das Haus nach den Bedürfnissen der Spielgruppe umbaut und das Haus danach an die Gemeinde vermietet wird. Die nutzerspezifischen Umbauten im Umfang von rund 120'000 Franken müssten danach durch den Mietpreis aufgrund der Nutzungsdauer amortisiert werden. Der «Läbesgarte» würde die Kosten im Sinn eines zinslosen Darlehens vorschiessen.

Als zweite Variante wurde dem Gemeinderat vorgeschlagen, die Spielgruppe in Containern unterzubringen. Diese Lösung wurde aber von allen Fraktionen abgelehnt und gar nicht diskutiert.

Mietvertrag soll möglichst lange dauern

Allen Fraktionen war klar, dass die Zeit drängt. Es wurden zwar einige Fragen gestellt, diese wurden aber grösstenteils zur Zufriedenheit beantwortet und man einigte sich und fand einen Kompromiss. Diskussionen gab es dabei eigentlich nur um die Dauer des Mietvertrages. Vorgeschlagen waren zuerst fünf Jahre. Dies erschien aber allgemein als zu kurz. «Kaum ist die Spielgruppe dort eingezogen, müssen wir schon wieder eine neue Lösung suchen», war der Tenor.

Der Gemeinderat schlug deshalb vor, dass man das Darlehen innerhalb von fünf bis sieben Jahre mit dem erhöhten Mietzins an den «Läbesgarte» zurückzahlen möchte. Gleichzeitig würde der Rat es begrüssen, wenn das Haus für mindestens sieben, aber noch lieber zehn Jahre gemietet werden könnte. «So verschaffen wir uns Zeit und können die Gebäudeplanung sauber aufgleisen.»

Nachbarschaft soll durch die Gemeinde informiert werden

Nachdem der Entscheid klar zugunsten der «Villa Giger» ausfiel, will die Gemeinde den Kontakt mit der Nachbarschaft suchen und diese direkt über das Vorhaben informieren. Der Zeitplan sei eng. Die Spielgruppe müsste bereits in der ersten Juliwoche umziehen, damit der Kindergarten danach ebenfalls vorbereitet werden kann.

Heizung Gemeindeverwaltung: Drei Varianten zur Auswahl

Längere Diskussionen ergaben sich um den Variantenentscheid für den Ersatz der Heizung in der Gemeindeverwaltung. Weil die bestehenden beiden Luft-Wasser-Wärmepumpen bereits vor drei Jahren ausser Betrieb genommen werden mussten, wird das Gebäude zurzeit nur noch mit Gas beheizt. Zudem ist auch die zentrale Heizungssteuerung veraltet. Ein spezialisiertes Ingenieurbüro hat die Evaluation begleitet.

Es wurden drei Varianten verglichen: Ein eins-zu-eins-Ersatz mit Luftwasserwärmepumpen und einer Gasheizung zur Spitzenabdeckung; dann eine Wärmepumpe mit Erdwärmesonden und eine reine Gasheizung.

Das Fachbüro empfahl den Einbau von Luft/Wasser-Wärmepumpen mit Gasheizung. Die Bau- und Werkkommission beantragte nach ihrer Diskussion in ihrem Antrag aber die Variante mit der Erdsonde auszuführen.

Baukommission empfahl die Erdsonde, kombiniert mit Solarstrom

Begründet wurde dies unter anderem damit, dass die Energieversorgung Biberist (EVB) angeboten hat, die Liegenschaften der Gemeinde teilweise mit Fotovoltaikanlagen auszurüsten. Dies sei in die Berechnungen des Ingenieurbüros leider nicht eingeflossen.

Solarstrom, kombiniert mit der Wärmepumpe wäre eine ökonomische und ökologische Lösung, so die Grundhaltung der BWK. Zudem würde der bereits bewilligte Kredit von 480000 Franken für den Einbau der Wärmepumpe reichen und man bekäme voraussichtlich Fördergelder des Kantons in der Höhe von 35000 Franken.

Knapper entschied mit 6:5 Stimmen

Die SVP sprach sich klar für die günstigste Lösung, den Ersatz durch eine Gasheizung, aus. Die CVP plädierte für den gleichwertigen Ersatz mit Luftwasserwärmepumpen kombiniert mit einer Gasheizung. Die FDP favorisierte die Erdsonde, da man in den Legislaturzielen definiert habe, dass ökologische Massnahmen umgesetzt werden sollen.

In der Abstimmung wurden die Varianten einander gegenübergestellt. Letztlich setzte sich die Erdsonde im Gemeinderat knapp mit 6 Ja-Stimmen durch. Fünf Gemeinderäte hatten in der Schlussabstimmung die Variante der CVP bevorzugt.