Biberist
Schulhaus Bleichematt wird wegen Corona geschlossen – über 100 Kinder in Quarantäne

Mehrere Primarschulklassen, die im Bleichematt in Biberist zur Schule gehen, sind in Quarantäne. Am Freitag wurde nun entschieden, dass auf Fernunterricht umgestellt wird.

Rahel Meier und Lea Durrer
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Das Schulhaus Bleichematt wurde geschlossen.

Das Schulhaus Bleichematt wurde geschlossen.

Rahel Meier

«Bisher hatte wir in der Schule in Biberist grosses Glück und kaum Fälle», erklärt Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann. Nun scheine es aber, als ob die Gemeinde zum Hotspot würde.

Schon in dieser Woche waren drei Biberister Primarschulklassen aus dem Bleichematt-Schulhaus - und teilweise auch deren Familien - in Quarantäne. Eine dieser Klassen wird am Montag aus der Quarantäne entlassen. Die Kinder wechseln nun aber nahtlos in den Fernunterricht. Da heute vom Kanton für drei weitere Bleichematt-Klassen eine Quarantäne verfügt wurde. Diese wird in der Regel für eine Klasse ausgelöst bei zwei oder mehr betroffenen Kindern. Entsprechend wurde entschieden, bis nach Ostern keinen Unterricht vor Ort durchzuführen.

Je nach Situation könne sich der Plan noch ändern, meint Elisabeth Ambühl-Christen vom Volksschulamt. Man müsse die Lage im Blick halten, und diese könne sich rasch ändern. In Biberist gebe es momentan viele infizierte Personen.

Die Lage wurde zunehmend unübersichtlicher

Der Entscheid für Fernunterricht wurde am Freitag gefällt. «Wir waren täglich im Kontakt mit der Schulleitung und verfolgten, wie sich die Situation entwickelt», sagt Ambühl-Christen. Weil die Situation zunehmend unübersichtlicher wurde, sei am Freitag auf Antrag der Schulleitung, in Absprache mit dem kantonsärztlichen Dienst und im Einverständnis mit der kommunalen Aufsichtsbehörde beschlossen worden, auf Fernunterricht umzusteigen. Das soll für eine Beruhigung der Situation führen.

Über 100 Kinder müssen in Quarantäne

Im Bleichematt gehen insgesamt rund 180 Kinder in acht Klassen zur Schule. Von der Quarantäne sind demzufolge etwa 110 Kinder und teilweise auch ihre Familien betroffen. Die Kindergärten und auch die anderen Schulhäuser bleiben laut Gesamtschulleiter Thomas Weyermann vorderhand offen. Auch kids&teens, die ihre Räumlichkeiten im Bleichematt haben, ist vorderhand noch offen.

Zwei weitere Klassen waren in den letzten Tagen in der Mühlematt von einer Quarantäneanordnung betroffen. Diese Klassen kehren aber am Montag wieder in den Unterricht zurück. Keine Fälle von Klassenquarantäne gibt es laut Gesamtschulleiter Thomas Weyermann zurzeit in der Oberstufe.

Fernunterricht ist nicht zwingend Quarantäne

Wenn ganze Schulklasse in Quarantäne müssen, schalten sich automatisch das Volksschulamt und auch der Kantonsarzt ein. Diese kantonalen Stellen verordnen die Quarantäne und fordern zum Testen auf. «Das führt teilweise zu Verwirrung bei den Eltern», so Weyermann. Er wisse aber im Moment auch nicht, welche Folgen die Anordnungen des Kantonsarztes im Detail nach sich ziehen.

Bei den Kindern in der Bleichematt handelt es sich um 1.-und 2.-Klässler. Sie werden nun wie im Lockdown vor einem Jahr mit «Quarantäne-Päckli» mit verschiedensten Aufgaben beliefert. Das heisst, dass die Lehrpersonen die Päckli bei den Familien der Kinder in den Briefkasten legen und es zudem telefonischen Kontakt mit den Eltern und den Kindern gibt. «Die Erst- und Zweitklässler kann man nicht einfach online beschulen, wie das vielleicht in der Oberstufe möglich ist», so Weyermann.

Einen Unterschied gibt es im Fernunterricht aber doch. Die Kinder, die in Quarantäne sind und Fernunterricht erhalten, dürfen nicht nach draussen. Kinder die «nur» im Fernunterricht sind, dürfen sich aber frei bewegen.