Biberist
Mitarbeitende sind motiviert, Strukturen könnten verbessert werden

Der Gemeinderat Biberist bekam von Olaf Wirtz, Leiter ad interim des Sozialdienstes Biberist-Bucheggberg-Lohn-Ammannsegg, einen ersten Zwischenbericht und Einschätzungen über den Betrieb.

Rahel Meier
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Die Mitarbeitenden im Sozialdienst seien motiviert, sagt der Leiter ad interim.

Die Mitarbeitenden im Sozialdienst seien motiviert, sagt der Leiter ad interim.

Hanspeter Bärtschi

Seit rund sechs Wochen führt Olaf Wirtz den Sozialdienst Biberist-Buchegg-Lohn-Ammannsegg (BBL). Wirtz ist eingesprungen, nachdem der neu gewählte Leiter des Sozialdienstes noch in der Probezeit kündigte. Wirtz zeigte in der letzten Sitzung des Gemeinderates Biberist auf, wie er die Sozialregion aufgefunden hat und welche Veränderungen seiner Meinung nach nötig wären.

«Die Stimmung im Sozialdienst ist gut. Die Leute sind motiviert», stellte Wirtz als erstes klar. Zurzeit seien alle Stellen besetzt. Allerdings gebe es im Sozialdienst viele jüngere Mitarbeitende und zusätzlich mehrere, die erst wenige Wochen oder Monate arbeiten.

«Diesen Leuten muss man genügend Zeit geben. Es braucht rund ein halbes Jahr, bis man wirklich eingearbeitet und routiniert ist»,

erklärte Wirtz.

Das bringe es mit sich, dass die älteren und deshalb auch erfahrenen Mitarbeiter zurzeit mehr Verantwortung übernehmen müssten. Wichtig sei weiter, dass alle Mitarbeitenden geschult würden. «Die heutigen Programme können viel, wenn man weiss, wie man sie anwenden muss.»

Interne Umstrukturierung wäre nötig

Schwierig sei zudem, dass viele Mitarbeitende in mehreren Bereichen arbeiten. «Wir haben beispielsweise einen Mitarbeiter mit einem 100-Prozent-Pensum. Dieses ist aber verteilt auf vier verschiedene Aufgabenbereiche.» Sie könnten sich die Mitarbeitenden nicht auf ein Sachgebiet konzentrieren. «Meiner Meinung nach müssten die Strukturen angepasst werden. Die Mitarbeitenden sollten dort eingesetzt werden, wo sie sich wohl fühlen und sie sich am besten auskennen.»

Ebenso seien die Arbeitsplätze der einzelnen Bereiche verstreut im ganzen Sozialdienst. Diese müssten zusammengenommen werden. Dies sei aber Aufgabe der neuen Leiterin des Sozialdienstes, die ihr Amt am 1. Oktober antreten wird. Wirtz sprach auch die bessere Trennung zwischen Sozialarbeit und Administration an. «Ein Sozialarbeiter muss sich auf die Klienten und damit die Menschen konzentrieren können.» Nur so sei es möglich, dass möglichst viele der Sozialhilfeempfänger wieder in den normalen Alltag entlassen werden können.

Mehr Stellen, statt Arbeit auswärts vergeben

Wirtz empfiehlt zudem weitere Stellen zu schaffen. Einerseits sollte in Biberist eine 85-Prozent-Stelle für das Intake eingerichtet werden. «Diese Person sollte sich nur um den Schalterdienst und die Neuaufnahmen kümmern. Zusätzlich wäre sie die Ansprechperson für die Ausgleichskasse.»

kids&teens

Bericht der Stiftungsaufsicht

Weiter beschäftigte sich der Gemeinderat Biberist mit dem Bericht der Stiftungsaufsicht zur Jahresrechnung von kids&teens. Diese stellte mehrere Mängel fest, die in der Zwischenzeit behoben wurden.

Markus Dick (SVP) nahm das Traktandum zum Anlass anzumerken, dass kids&teens weiterhin ein Sorgenkind bleibe und die Kosten aus dem Ruder laufen würden. Er fragte sich zudem, wieso es so schwierig sei Stiftungsräte zu finden.

Stiftungsratspräsidentin Franziska Rohner machte den Gemeinderat mit verantwortlich für die Situation. Wahlen seien teilweise zu spät erfolgt oder gar nicht ausgeführt worden. «Als Stiftungsrat mussten wir viel zu viele operative Aufgaben übernehmen. Deshalb sind einige der Stiftungsräte bald wieder zurückgetreten und am Schluss blieb viel Arbeit an mir hängen.»

Sabrina Weisskopf (FDP) verteidigte den Stiftungsrat: «Es lief ganz sicher nicht alles gut und es sind Fehler passiert. Der Stiftungsrat war offensichtlich überfordert.» Aber nun einfach alles schlecht zu machen, das sei unfair. Kids&teens sei kein Fass ohne Boden, im Gegenteil: «Es boomt, wir haben Wartelisten. Die Kinder sind gerne dort und der operative Betrieb läuft sehr gut.»

Auch Stefan Hug-Portmann bat darum, nun vorwärts zu schauen. «Das Problem mit den Räumlichkeiten müssen wir sicher noch lösen», meinte er. Die Gemeinde müsse als Stifterin zudem auch ein Auge auf den Stiftungsrat halten und daruf, ob dieser seine Aufgaben genügend wahrnehme.

Franziska Rohner hat per Ende Juli demissioniert. Das Präsidium konnte bisher innerhalb des Stiftungsrates nicht besetzt werden. Raffael Kurt hat sich bereit erklärt als Vizepräsident ad interim zu übernehmen. Sonst wäre die Stiftung handlungsunfähig. (rm)

Auch im Bereich des Kinder- und Erwachsenenschutzes seien Verbesserungen möglich. «91 Personen führen heutig Mandate für den Sozialdienst.» Diese Mandate sollten möglichst wieder im Sozialdienst selber geführt werden. «Mit dem was man an Ausgaben eingespart wird, könnten zwei Stellen finanziert werden.» Auch die Abklärungen in diesem Bereich würden heutzutage extern vergeben.

Wirtz ist zudem sicher, dass schon bald wieder mehr Asylbewerber nach Europa kommen werden. «Wir müssen die Situation im Auge behalten und gewappnet sein, wenn es wieder anzieht.»

Zusammenarbeit mit der Kommission verbessern

Für Olaf Wirtz ist weiter klar, dass die Zusammenarbeit zwischen Sozialdienst und Sozialkommission verbessert werden muss. Die Rollen sollten genauer definiert werden. Konkret heisst das: Die Kommission ist für die Strategie zuständig, der Sozialdienst für das Operative.

Letzteres konnte auch Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann unterschreiben. Schwierig sei zudem, dass in der Sozialkommission zwar viele Mitglieder aus dem Bucheggberg stammen, die Information zu den Bucheggberger Gemeinden aber offensichtlich nur schlecht fliesse. So komme es immer wieder zu Kritik aus dem Bucheggberg, was wiederum die Angestellten im Sozialdienst verunsichere.