Biberist
Es werden mehr Plätze für Kinderbetreuung gesucht, als angeboten werden

Die Stiftung kids&teens könnte weit mehr Kinder betreuen, als das in den heutigen Räumlichkeiten möglich ist. Nun setzt der Gemeinderat Biberist eine Projektgruppe ein, die eine Strategie für die Zukunft erarbeiten soll. Dazu gehört auch die Klärung der Raumfrage.

Rahel Meier
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Kinderhort und Mittagstisch sind in Biberist gefragt.

Kinderhort und Mittagstisch sind in Biberist gefragt.

Hanspeter Bärtschi

In Biberist gibt es zu wenig Betreuungsplätze für Kinder. Sowohl die Plätze bei kids&teens, als auch diejenigen des «Chinderlandes» sind ausgelastet.

«Wir haben eine Warteliste. Frei werdende Plätze werden sofort wieder besetzt»,

so Franziska Rohner (Stiftungsratspräsidentin kids&teens). «Kinder aus dem Schöngrün kommen teilweise bereits ins Kijuzu nach Zuchwil», so Stephan Hug (SP). Rohner forderte den Gemeinderat deshalb dazu auf, zu entschieden. «Wir müssen wissen wie es weitergeht.»

Gemeinde stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung

Der Entschied des Gemeinderates ist darum wichtig, weil die Gemeinde der Stiftung die Räumlichkeiten unentgeltlich zur Verfügung stellt. Mehr Plätze können nur angeboten werden, wenn die Stiftung mehr Platz bekommt. Die Stiftung würde zudem gerne auch eine eigene Kindertagesstätte (Kita) für Kinder im Vorschulalter anbieten. Ein Planungskredit für solche Arbeiten ist im Budget enthalten.

Die Gemeinderatsfraktionen waren sich einig, dass die heutigen Räumlichkeiten von kids&teens suboptimal sind. Die Räume sind im Bleichemattschulhaus und verteilen sich über drei Stockwerke. Die Umgebung teilt sich kids&teens mit der Schule.

SVP will keinen weiteren Ausbau

Als einzige Partei äusserte sich die SVP klar gegen einen Ausbau der Betreuungsangebote. «Wir sind sehr zufrieden mit der Arbeit die heutzutage geleistet wird und wir haben auch erfreut zur Kenntnis genommen, dass die Stiftung Rückstellungen machen konnte», meinte Sven Sataric. Ein Ausbau sei nur mit erneuten Investitionen möglich. «Das können wir nicht unterstützen.»

Für die CVP erklärte Priska Gnägi: «Wir sind der Meinung, dass die heutige Situation unbedingt überprüft und eine sinnvolle Lösung für die Zukunft gesucht werden muss.» Stephan Hug machte darauf aufmerksam, dass es in Biberist sehr viele Kinder im Kleinkinderalter und im Vorschulbereich gebe.

«Wir müssen jetzt handeln und mehr Platz schaffen, nicht wenn es zu spät ist.»

Manuela Misteli (FDP) erklärte sich einverstanden mit den Vorredner, sie meinte aber: «Auch die heutige Situation sollte nochmals genau angesehen werden, bevor man sich weiter umsieht.»

Beat Affolter (SP und Präsident Arbeitsgruppe strategische Gebäudeplanung) plädierte für eine Auslegeordnung. «Was brauchen wir? Was wollen wir? Was muss die Stiftung laut Leistungsauftrag erbringen?». Es brauche eine Gesamtschau, keine Einzelentscheide.

Mehr Plätze werden nicht bewilligt

Franziska Rohner machte darauf aufmerksam, dass die Stiftung eine Betriebsbewilligung habe. «In dieser ist die Anzahl Plätze in den heutigen Räumlichkeiten festgelegt. Mehr geht nicht.» Die Stiftung erfülle den Leistungsauftrag, den sie mit der Gemeinde habe. «Aber wir sehen, dass der Bedarf viel grösser ist und viele Eltern Betreuungsplätze suchen.»

Rohner machte weiter darauf aufmerksam, dass nur noch drei Personen im Stiftungsrat arbeiten. Auch die Vertretungen vonseiten der Schule und des Sozialamtes fehlten.

Wunschtermin Schuljahresstart 2022/23

Der Gemeinderat war sich einig, dass der Stiftungsrat ergänzt werden soll. Zudem soll sich ein Projektteam innerhalb der Arbeitsgruppe strategische Gebäudeplanung mit den Wünschen und Forderungen auseinandersetzen und einen nachhaltigen Vorschlag für die Zukunft ausarbeiten.

Gewünscht wäre mindestens eine provisorische Lösung mit Beginn des Schuljahres 2022/23. «Die Planung soll jetzt aktiv vorangetrieben werden. Ob wir diesen Zeitpunkt einhalten können, ist jetzt noch schwierig zu sagen», meinte Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann abschliessend.