Biberist
Die Entwicklung des «Papieriareals» verläuft weiterhin nach Plan

Schon im Oktober will die Hiag einen Teil der alten und maroden Gebäude auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik in Biberist abreissen. Die freiwerdenden Flächen sollen vermietet werden.

Rahel Meier Jetzt kommentieren
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Ein Teil der alten Gebäude in der Mitte des Industrieareales soll abergissen werden.

Ein Teil der alten Gebäude in der Mitte des Industrieareales soll abergissen werden.

zvg

«Wir haben nichts Neues erfunden in den letzten Monaten. Wir verfolgen die früher formulierten Ziele, die auch im Masterplan niedergeschrieben sind», meinte Michele Muccioli (Arealentwickler Hiag) im Gemeinderat Biberist. Er wurde unterstützt von Dominik Ulrich (Projektentwickler Hiag) und von Reto Affolter (WAM Planer und Ingenieure). Beim Austausch mit dem Gemeinderat ging es vor allem darum, aufzuzeigen wie der Entwicklungsstand zurzeit ist.

Teilzonenplan vorziehen

Da sich die Genehmigung der Ortsplanung Biberist verzögert, möchte die Hiag einen eigenen Teilzonenplan «Papieri» realisieren. Der Inhalt entspreche im Wesentlichen dem Stand der Arbeiten vom Januar 2019, als die Ortsplanung zur ersten Vorprüfung an den Kanton geschickt wurde.

Die Dokumente für den Teilzonenplan seien teilweise nach Vorgabe des Kantons ergänzt worden. Zusätzlich wurden ein Mobilitätskonzept und ein Richtprojekt erarbeitet. Weil sich auch rund um die heutige Biberena und beim Bahnhof Biberist Ost zurzeit einiges tut, wurde zusätzlich die die Entwicklungsvereinbarung Biberist Ost aufgesetzt. Diese hat zum Ziel, dass die verschiedenen Akteure ihre Ideen und Aktivitäten aufeinander abstimmen.

Wohnbauten verkauft

Landwirtschaftsbetrieb bleibt vorläufig

In den letzten Wochen hat die Hiag diverse Gebäude in Biberist verkauft. Es sind insgesamt elf Häuser am Herrenweg und an der Derendingenstrasse. «Wir überprüfen unser Portfolio regelmässig», so Michele Muccioli. Der Fokus liege in Biberist auf dem Industriearel, deshalb habe man sich dazu entschieden, die Wohnhäuser zu verkaufen. Eine Parzelle hat die Hiag behalten. Diese könnte allenfalls einmal für die sogenannte Umfahrung Nord genutzt werden.

Der Vertrag mit dem Pächter des Biberhofes, der im Besitz der Hiag ist, wurde vorläufig bis 2027 verlängert. Man habe mit dem Pächter über einen Verkauf diskutiert, bestätigt Muccioli. Letztlich habe man sich aber für die Verlängerung entschieden. 

Der Betrieb wird seit 1956 von der selben Familie gepachtet. Zurzeit ist die dritte Generation der Familie am Zepter. Zum Landwirtschaftsbetrieb gehören 43 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfläche. Auf dem Hof werden zudem rund 50 Milchkühe, einige Rinder und über 100 Mastschweine gehalten. Zusätzlich ist die BiberRanch Pferdepension auf dem Biberhof einquartiert, in der laut Homepage zurzeit 13 Pferde betreut werden. (rm)

Fokus liegt auf dem Industrieareal

Das Hauptziel der Hiag ist es nach wie vor auf dem Areal Industrie- und Gewerbetriebe anzusiedeln. Bei Vollbesetzung könnten bis zu 1000 Personen auf dem Gelände arbeiten. Angedacht ist auch eine Gewerbe- und Wohnnutzung auf der sogenannten Insel parallel zur Emme. Die Realisation hat für die Hiag aber keinen Vorrang.

Um Interessenten qualitativ hochwertigen Raum anbieten zu können, will die Hiag schon diesen Herbst einen Teil der alten und maroden Gebäude auf den Areal rückbauen. Rund 20'000 Quadratmeter Fläche würden so frei. Man rechnet mit einem Abbruchvolumen von 265'000 Kubikmeter.

Aus der Präsentation der Hiag im Gemeinderat.

Aus der Präsentation der Hiag im Gemeinderat.

zvg

Als wichtig erachtet die Hiag in einem nächsten Schritt die Öffnung des Westbereiches des Papieriareals. Damit sollte der Aussenbereich belebt und attraktiviert werden.

Das könne man nur mit einem Nutzungsmix bestehend aus Büros, Ateliers und Freizeitaktivitäten geschehen. Die Öffnung bedinge zudem Investitionen in die bestehenden Gebäude und in die Sicherheit und die Wegführung innerhalb des Areals verbessert.

Aus der Präsentation der Hiag im Gemeinderat: Öffnung des Westbereichs.

Aus der Präsentation der Hiag im Gemeinderat: Öffnung des Westbereichs.

zvg

Verhandlungen mit diversen Interessenten

Zurzeit seien rund 90 Prozent der alten Anlagen und Maschinen rückgebaut. Rund 20 Prozent der bestehenden Bauten werden zwischengenutzt. Die Palette der Betriebe sei breit. Sie geht von zwei grossen Firmen, hin zu Freizeitbetrieben wie einem Fitnesscenter und dem Eventlokal P9, hin zu Einmannbetrieben, Ateliers und Hobbybetrieben. Neu habe sich auch ein Bierbrauer angesiedelt. So würden heute rund 120 Leute auf dem Gelände arbeiten.

Wie Muccioli erklärte, ist die Hiag zurzeit in intensiven Verhandlungen mit Interessenten, die schon bald nach Biberist ziehen könnten. Das seien regionale Kleinunternehmen, aber auch nationale und internationale Player.

Abfallentsorgungskonzept genehmigt

Neuer Abfalleimer an der Emme.

Neuer Abfalleimer an der Emme.

Rahel Meier

Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung dem Abfallentsorgungskonzept zugestimmt. Bei der Erarbeitung wurde die aktuelle Situation aufgenommen und Verbesserungspotenzial aufgezeigt. Der Gemeinderat forderte zudem in der ersten Lesung des Geschäftes, dass in der Gemeinde auch Haushaltkunststoff gesammelt werden soll.

Im kommenden Jahr soll beim Werkhof zudem eine autonome Abfallentsorgungsstelle eingerichtet werden. Mit dieser werden die Öffnungszeiten für die Bevölkerung zur Abgabe von Abfall stark verbessert. Parallel zur Erarbeitung des Konzeptes habe man bereits erste Massnahmen zur Verbesserung realisiert. So wurden beispielsweise entlang der Emme neue Abfalleimer aufgestellt und auch die Standorte der Robidog-Behälter seien überprüft worden.

Jugendlichen Verantwortung übergeben

Der Gemeinderat hat weiter der autonomen Nutzung der Schützenstube durch Jugendliche zugestimmt. Diese soll am Mittwochnachmittag zwischen 14 und 17 Uhr und am Freitagabend zwischen 20 und 22 Uhr möglich sein. «In dieser Zeit sind wir im Rahmen der aufsuchenden Jugendarbeit im Dorf unterwegs», erklärt Jugendarbeiterin Rebekka Schafroth im Gemeinderat.

Für die autonome Nutzung gelten klare Regeln, es werden nur Jugendliche zugelassen, die den Jugendarbeitern bekannt sind. Für Notfallsituationen besteht ein Notfallkonzept. «Wir sind zudem jederzeit telefonisch erreichbar und können innerhalb von kurzer Zeit vor Ort sein», so Schafroth weiter.

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