Biberist
Der Schulbus fährt künftig nur noch für die Kindergartenkinder

Die kantonalen Behörden geben es vor; Ab der 1. Klasse ist der Transport mit dem öffentlichen Bus aus dem Schöngrünquartier nach Biberist zumutbar.

Rahel Meier
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Die erste Fahrt mit dem Schulbus der Gemeinde Biberist für die Kinder aus dem Schöngrün im letzten August.

Die erste Fahrt mit dem Schulbus der Gemeinde Biberist für die Kinder aus dem Schöngrün im letzten August.

Urs Byland

Seit August 2020 gibt es für die Kinder des ersten Zyklus (Kindergarten bis und mit 2. Klasse) aus dem Schöngrün-Quartier einen Schulbus, der sie nach Biberist bringt. Ab dem kommenden Schuljahr wird der Bus nur noch die Kindergartenkinder transportieren.

Daran haben die Eltern der Schulkinder im Schöngrün wenig Freude und sie wehren sich dagegen. Der Gemeinderat hat den Transport für die Kindergartenkinder aber wie beantragt genehmigt und auch den nötigen Nachtragskredit von 16'000 Franken bewilligt.

Der Kanton redet mit

Die Situation ist nicht ganz einfach, wie Gesamtschulleiter Thomas Weyermann im Gemeinderat erklärte. Den ersten Dämpfer erlitt das Projekt Schulbus schon im letzten Juni. Da meldeten sich die kantonalen Behörden in Biberist. Denn: «Für Fahrten, mit denen ausschliesslich Schülerinnen und Schüler befördert werden, ist eine kantonale Bewilligung erforderlich.» Das sei auch dann so, wenn die Gemeinde die Kosten selbst trage.

Immerhin wurde die Bewilligung erteilt und seither verkehrt der Schulbus wie geplant. Mit der Bewilligung wurde aber auch verfügt, dass die Situation für das nächste Schuljahr rechtzeitig gemeinsam mit dem Amt für Verkehr und Tiefbau überprüft werden müsse.

Haltestelle Emmenbrücke ist zumutbar

Das ist in der Zwischenzeit geschehen. Das Resultat: Der Kanton beteiligt sich an den Kosten des Schulbusses für die Kindergartenkinder. Denn für diese sei das Ein- und Aussteigen bei der Bushaltestelle St. Urs nicht zumutbar.

Gleichzeitig befand der Kanton aber auch, dass die Kinder ab der 1. Klasse den öffentlichen Bus nützen und bei der Haltestelle Emmenbrücke, deren Benützung als zumutbar erachtet wird, ein- und aussteigen können. Die Kosten für die ÖV-Abonnemente übernimmt der Kanton.

Leere Plätze dürfen aufgefüllt werden

Immerhin, so Thomas Weyermann im Gemeinderat, seien die kantonalen Behörden einverstanden damit, dass der Schulbus mit Erst- oder Zweitklässlern aufgefüllt werden könne, wenn es freie Plätze habe. Die Firma, die die Transporte durchführt, sei zudem interessiert, einen etwas grösseren Bus für den Schultransport anzuschaffen. «Wenn ich mir die Schülerzahlen für die nächsten Jahre ansehe, dann sollte der Transport für die Erstklässler auch künftig möglich sein.»

Bus fahren gehört zur Verkehrserziehung

Stephan Hug (SP) erachtete diese Lösung als praktikabel. «Kinder aus Biberist, die die Schule in Zuchwil besuchen, weil sie kein Deutsch können, nehmen auch ab der zweiten Klasse den Bus.» Bus fahren zu können, gehöre auch zur Verkehrserziehung der Kinder. Hug wollte darum die Erstklässler im Antrag explizit miteinbeziehen, während Markus Dick (SVP) davor warnte, die Formulierung abzuändern, da «wir uns sonst im illegalen Raum bewegen».