Biberist
Corona bedeutet viele Einschränkungen für die Jugendarbeit

Der Jahresbericht und die Arbeit der Jugendarbeiter wurden im Biberister Gemeinderat gewürdigt.

Rahel Meier
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Jugendhaus Biberist mit Rebekka Schafroth und Gion Jost.

Jugendhaus Biberist mit Rebekka Schafroth und Gion Jost.

Urs Byland

«2020 war ein seltsames Jahr für die Jugendarbeit», meinte Eric Send (Präsident Kinder- und Jugendkommission) an der Sitzung des Gemeinderates Biberist. Die Kommission sei sehr zufrieden mit der Arbeit, die die beiden Jugendarbeiter in Biberist und in Lohn-Ammannsegg geleistet haben. «Die Situation hat sich stetig verändert, Konzepte mussten oft angepasst werden.» Die Jugendarbeiter hätten versucht das Bestmögliche herauszuholen. Neben der Jugendarbeit als solcher wurde auch die Sanierung der Jugendräume vorangetrieben.

«Corona war tatsächlich eine grosse Herausforderung für uns», erklärte Jugendarbeiterin Rebekka Schafroth. Insgesamt acht Wochen war der Jugendtreff geschlossen. Danach durfte er mit Einschränkungen, später mit Maskenpflicht und dann mit einer beschränkten Anzahl Teilnehmenden pro Quadratmeter wieder eröffnet werden. «Wir waren froh um den Schweizerischen Dachverband. Dieser hat Konzepte erstellt, die wir jeweils adaptieren konnten.» Erschwerend sei dazugekommen, dass der Jugendarbeit während der Pandemie wegen der Sanierungsarbeiten nur die Schützenstube und das Büro zur Verfügung stand. «Im Mai sollte der Umbau nun aber fertig sein», so Schafroth.

Jugendliche auch ausserhalb aufsuchen

Seit letztem Jahr gebe es in Biberist auch die sogenannte aufsuchende Jugendarbeit. «Das ist ein Teil der mobilen Jugendarbeit», so Jugendarbeiter Gion Jost. Dabei treffe man Jugendliche an, die man bereits kenne, aber auch andere. «Wir versuchen deren Bedürfnisse und Tendenzen frühzeitig zu erkennen und letzteren, wenn nötig, entgegenzuwirken.»

Dabei stehe man häufig auch im Dialog mit der Schulsozialarbeit. Im letzten Jahr sei die Gemeinde Lohn-Ammannsegg mehr in die Jugendarbeit eingebunden worden. «Wir dürfen dort neu auch den Bunker nutzen.» Das Strassenfussballfeld solle neu auch in Lohn-Ammannsegg aufgestellt werden und ein Teil der Ferienangebote würden ebenfalls in Lohn-Ammannsegg stattfinden.

Praktikumsstelle würde Sinn machen

Jost sprach auch den Praktikumsplatz an, den man sich in der Jugendarbeit wünschen würde, der aber mit dem letzten Budget abgelehnt wurde. Gerade im Hinblick auf die mobile Jugendarbeit und die zusätzlichen Angebote in Lohn-Ammannsegg wäre eine dritte Person eine grosse Unterstützung für die Jugendarbeit. «Wir hätten so auch die Möglichkeit, die Kinderanimation auszubauen. Denn wir stellen fest, dass auch die Jüngeren das Bedürfnis haben, etwas zu machen.» Studierende würden zudem neue Ideen einbringen. «Davon profitieren auch wir und damit auch die beiden Gemeinden», so Jost und Schafroth.

Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann (SP) würdigte den Einsatz der Jugendarbeit als «sehr engagiert». Die Breite der Angebote sei enorm, meinte Stephan Hug (SP). Priska Gnägi (CVP) fand, dass die aufsuchende Jugendarbeit eine gute Sache sei, auch weil man dort andere Jugendliche antreffe. «Über die Praktikumsstelle sollten wir wohl tatsächlich diskutieren», meinte sie weiter.

Vorwiegend männliche Jugendliche aus Biberist

Der Jahresbericht der Jugendarbeit zeigt auf, dass in der Zeit, in der der Treffpunkt offen war, durchschnittlich 42 Jugendliche pro Woche den Treff besuchten. Davon waren laut Bericht 79 Prozent männlich und 21 weiblich. 96,5 Prozent der Besucher kamen aus Biberist und nur ein Bruchteil aus Lohn-Ammannsegg. Die Jugendlichen haben zudem bei der Sanierung der Räumlichkeiten – so weit dies möglich war – mitgeholfen.
Neben der Arbeit im Jugendtreff organisiert die Jugendarbeit auch «Feel the Move», die offene Turnhalle am Samstagabend. Auch mit dem Bikepark, der neben dem Jugendtreff liegt, geht es vorwärts.

Jedes Jahr führt die Jugendarbeit zudem das Forest Camp durch und im August wird ein Strassenfussballfeld zur freien Benützung aufgestellt. Dazukommen weitere Angebote. Aufgrund der Corona-Massnahmen mussten diverse Aktionen abgesagt werden.

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