Biberist
Auf dem Weg zur Energiestadt: Die Grünen setzen ihren ersten Pflock in Biberist

Das Postulat der Grünen «Biberist soll Energiestadt werden» wurde an der Gemeindeversammlung in Biberist mit 26 Ja zu 9 Nein-Stimmen erheblich erklärt und abgeschrieben. Der Gemeinderat hat dem Beitritt zum Trägerverein Energiestadt vorgängig bereits zugestimmt.

Rahel Meier
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Ein Element auf dem Weg zur Energiestadt: Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden wie auf der Dreifachhalle und dem Schulhaus Mühlematt (rechter Bildrand, Mitte).

Ein Element auf dem Weg zur Energiestadt: Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden wie auf der Dreifachhalle und dem Schulhaus Mühlematt (rechter Bildrand, Mitte).

Oliver Menge

Erstunterzeichnerin Marta Weiss begründete an der Gemeindeversammlung das Postulat der Grünen. Die Gemeinde Biberist habe bisher nicht «nichts» gemacht in Sachen Energiewende, meinte sie. Aber man könne durchaus noch mehr tun.

«Wenn wir dem Trägerverein Energiestadt beitreten, dann wird uns ein Energiestadtberater mit viel Knowhow zur Seite gestellt. Er analysiert die Situation in Biberist und empfiehlt Massnahmen, die speziell auf Biberist zugeschnitten sind», erklärte sie.

«Wichtig ist, dass die Massnahmen auch umsetzbar sind.»

Es gehe nicht darum, Verbote auszusprechen. Der Gemeinderat werde einbezogen und die Gemeindeversammlung könne via Budget immer mitdiskutieren, wenn weitergehende Massnahmen finanziert werden müssten.

Dank Konzept zielgerichtet arbeiten

Grundsätzlich könne man sich auch ohne Beitritt zum Trägerverein Energiestadt auf den Weg machen. Dank einer klaren Analyse zu Beginn und einem auf Biberist abgestimmten Konzept könne man aber als Mitglied des Vereins zielgerichtet arbeiten. «Und das Ziel ist, vorhandene Ressourcen sparsam zu verwenden», so Weiss.

Gemeindepräsident Stefan Hug-Portmann erklärte, dass Biberist durchaus schon ein Stück Weg hin zur Energiestadt alleine bewältigt habe. «Für uns ist aber wichtig zu wissen, wo wir stehen und was es noch braucht.» Der Gemeinderat habe sich mit dem Thema bereits vorgängig befasst und eine Mehrheit habe dem Beitritt zum Trägerverein Energiestadt zugestimmt und auch den dafür nötigen Nachtragskredit von 24'000 Franken gesprochen. Aus diesem Grund wurde der Gemeindeversammlung auch empfohlen das Postulat erheblich zu erklären und es danach abzuschreiben.

Markus Dick stellte für die SVP den Antrag das Postulat nicht erheblich zu erklären. «Das Label Energiestadt ist eine Modeerscheinung. Heutzutage muss alles grün und umweltgerecht sein,» meinte er. Bei Modeerscheinungen liege Sinn und Unsinn aber oft nahe beisammen.

«Für uns ist das Label vor allem ein Bürokratiemonster.»

Das Postulat wurde letztlich mit 26 Ja zu 9 Nein-Stimmen erheblich erklärt und mit einer grossen Mehrheit abgeschrieben.

Kredit für das Werkhofschulhaus kommt an die Urne

Eine Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten trat auch auf die Vorlage Erweiterung und Umbau Werkhofschulhaus ein. Die Schlussabstimmung über dieses Geschäft erfolgt Ende September an der Urne. Dies, weil der erforderliche Kredit bei 5,7 Mio. Franken liegt.

Das Werkhofschulhaus wurde Ende der 1950-er-Jahre erstellt und wird heutzutage durch die Schule, die Feuerwehr und das Militär genutzt. Das Gebäude muss saniert und erweitert werden. Einerseits hat die Feuerwehr zusätzlichen Platzbedarf und andererseits wird der Schulraum ebenfalls knapp. Mit der Erweiterung können die künftigen Bedürfnisse abgedeckt werden.

Kennzahlen zur Rechnung 2020 von Biberist

Rechnung 2019 Rechnung 2020
Erfolgsrechnung
Gesamtaufwand 48'503 52'641
Gesamtertrag 48'575 55'358
Jahresergebnis 72 2'717
Steuereinnahmen nat- Pers. 23'558 24'722
Steuereinnahmen jur. Pers. 2'711 3'709
übrige Steuereinnahmen 217 1'349
Gesamtabschreibungen (inklusive Spezialfinanzierung) 2'727 2'613
Investitionsrechnung
Investitionsausgaben 5'967 3'808
Investitionseinnahmen 729 1'239
Nettoinvestitionen 5'238 2'569
Weitere Kennzahlen
Steuerfuss nat. Pers. 125 125
Steuerfuss jur. Pers. 125 125
Selbstfinanzierungsgrad 60.53 199.65
Eigenkapitaldeckungsgrad 33.21 35.82
Netto-Vermögen pro Kopf
Netto-Schulden pro Kopf 2'485 2'028

Rechnung schliesst erfreulich

Die Stimmberechtigten konnten zudem ein erfreuliches Rechnungsergebnis zur Kenntnis nehmen. Ines Stahel (Leiterin Finanzen und Steuern) stellte an der Gemeindeversammlung fest, dass Biberist nicht nur mehr Einwohnerinnen und Einwohner hat, sondern dass auch deren Steuerkraft zugenommen hat. Sie erläuterte zudem die wichtigsten Abweichungen zwischen Budget und Rechnung.

Im Weiteren wurde

  • die Totalrevision des Reglementes über die Schulzahnpflege genehmigt
  • dem Reglement über den schulärztlichen Dienst zugestimmt
  • der Bericht des Verwaltungsrates der Energieversorgung Biberist, die Erfolgsrechnung und die Bilanz der EVB zur Kenntnis genommen
  • Verwaltungsleiterin Lyla Khan offiziell verabschiedet