Zwei der mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belasteten Gärten im «Elsässli» sind bereits saniert. Die Sanierung eines dritten Gartens ist in der Endphase. Weitere fünf Gartenbesitzer haben eine gültige Baubewilligung und starten mit den Arbeiten voraussichtlich noch in diesem Jahr. Einer, der eine solche Baubewilligung hat, ist Hansruedi Meyer. Jahrelang hat er als Präsident der IG Elsässli und auch als grüner Politiker für eine Entschädigung für die Bewohnerinnen und Bewohner des «Elsässli» gekämpft. Und er zeigt sich nun versöhnlich.

An der Gemeindeversammlung im letzten Dezember wurde ein Kredit von einer halben Mio. Franken genehmigt, der den Gartenbesitzern im «Elsässli» zugutekommen soll. «Dass der Kredit ohne Gegenstimme durchging, hat mich gefreut», so Meyer. Dass der Betrag so akzeptiert wurde, haben die «Elsässli»-Bewohner auch Gemeindepräsident Kuno Tschumi zu verdanken, der sich für eine faire Lösung eingesetzt hat.

23 der 28 Grundstücksbesitzer, drei Grundstücke sind immer noch im Besitz der Gemeinde, haben einen Vergleich mit der Gemeinde unterschrieben. Dieser bildet die Grundlage für die Auszahlung des Gemeindebeitrages.

Gemeinde übernimmt Transport

Wer seinen Garten von den problematischen PAK befreien will, muss mit Kosten von 40'000 bis 80'000 Franken rechnen. Zu Buche schlägt, dass je nach Belastung bis zu 40 Zentimeter des Bodens abgetragen und speziell entsorgt werden müssen. Genau diese Kosten werden mit dem Betrag der Gemeinde gedeckt. Sie übernimmt die Kosten des Transports des belasteten Erdreichs in die entsprechende Deponie, sowie die Deponie- beziehungsweise Verbrennungskosten. «Das ist rund ein Drittel der Ausgaben, die für uns entstehen», so Meyer.

Er hatte dafür gekämpft, dass auch der Kanton ein Drittel an die Sanierung bezahlt, die er verfügt hat. Aber der Kanton habe sich, wie es Meyer sagt, «aus der Verantwortung gezogen». Das enttäusche ihn auch heute noch. Nur gerade die Abteilung Denkmalschutz zahle einen Betrag an die Sanierung. Die Gärten stehen unter Denkmalschutz und alle diejenigen, die sich an die Richtlinien halten, können mit einem Beitrag 5000 Franken rechnen.

Die Gemeinde hat zudem bereits vorgängig die Kosten für weitere Messungen der Belastung in den Gärten bezahlt. Von Anfang an haben sowohl die Bewohner als auch die Gemeindebehörden erklärt, dass es nicht rechtens sei, dass alle Gärten vom Amt für Umwelt gleich behandelt werden, obwohl die Belastung lange nicht in allen Gärten gleich hoch ist. «Mit den Nachmessungen wurde nun der Beweis für diese These erbracht. Zudem wurde damit die Grundlage für das Baugesuch gelegt, das für die Sanierung eingereicht werden muss. «Es ging wirklich erstaunlich schnell», so Meyer. Er habe jegliche Hilfe erhalten, die nötig war, um das doch eher komplexe Sanierungsgesuch abzugeben.

Gartenleitbild

Nicht alle hätten die gleichen Bedürfnisse bei der Gartensanierung. Wer kleine Kinder hat, der saniere in der Regel grossflächiger. «Wir hingegen versuchen, so viele der Bäume zu behalten, wie möglich», meint Hansruedi Meyer. Da der Garten einen grossen Teil der Wohnqualität des Quartiers ausmacht, haben viele klare Ideen, wie ihr Garten gestaltet werden soll und sie legen auch gerne selbst Hand an.

Auch nach der Sanierung sollen sich die Gärten in einem ähnlichen Rahmen wie heute zeigen. Dabei helfe das Gartenleitbild, das mit Unterstützung des schweizerischen Heimatschutzes erstellt wurde. Die Verantwortlichen der Denkmalpflege würden sich die Sanierung jeweils auch vor Ort ansehen. Das Amt für Umwelt beurteile das Baugesuch aber nur auf schriftlichem Weg. «Die Arbeiten müssen allerdings von einem Bodenschutzfachmann begleitet werden. So ist gewährleistet, dass alle bedenklichen Stoffe entfernt werden.»

«Für mich ist es sehr schön, dass wir Quartierbewohner während dieser langen Zeit immer zusammengehalten haben. Wir reden noch miteinander und wir haben immer noch die gleich guten freundschaftlich-nachbarlichen Beziehungen», so Meyer. Die Vergangenheit werde abgehakt und die meisten würden nun in die Zukunft sehen.