Biberist
Bewilligung nicht erteilt – jetzt droht das Aus des Antiracups

In Biberist haben die Organisatoren ein Gelände zur Durchführung der Jubiläumsausgabe des Fussballturniers Antiracups gefunden. Doch nun erteilt die Bauverwaltung ihnen eine Absage für ein zweitägiges Festival.

Urs Byland
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Turnierszene aus dem Jahr 2014.

Turnierszene aus dem Jahr 2014.

Thomas Ulrich

Der Antiracup ist ein Fussballturnier, das bis anhin in Solothurn durchgeführt wurde. Junge Menschen haben sich zum Ziel gesetzt, ein «kreatives Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit» zu setzen, wie in einer Mitteilung geschrieben wird. Inspiriert durch die Mondiali Antirazzisti, ein antirassistisches Fussballturnier in Italien, wurde der Antiracup Soletta 2007 ins Leben zu rufen. «Der Anlass wurde ein Erfolg», schreiben die Organisatoren.

So seien bereits beim 2. Antiracup Soletta die 24 Startplätze für die Teams innert Kürze vergeben gewesen. Mittlerweile werden neben dem Turnier in Solothurn, Antiracups in Luzern, Brig, dem Tessin, Bern, Aarau und seit diesem Jahr in Thun ausgetragen.

Biberist statt Solothurn

Nun ist der «Ur-Cup» ernsthaft in Gefahr. Der Plan war es, zum elfjährigen Bestehen das Turnier mit einer einmaligen, grösseren und zweitägigen Jubiläumsausgabe zu feiern. Neben dem Spielbetrieb über zwei Tage sollten Konzerte am Samstagabend, ein ausgebautes Rahmenprogramm und ein kleiner Campingplatz dem ganzen Anlass eine Festivalstimmung geben. Einer Anfrage bei der Stadtpolizei vor einem Jahr wurde eine Absage erteilt. Die Organisatoren gingen auf die Suche eines passenden stadtnahen Geländes. «Heute ist es sicher als Fehler zu werten, dass wir damals nicht eine schriftliche Begründung ihrer Haltung eingefordert haben», schreiben die Organisatoren in der Mitteilung.

Es habe sich nämlich schnell gezeigt, dass es nicht leicht werden würde, ein geeignetes Gelände zu finden. Mitte Februar wurden sie aber fündig. Der Pächter sowie der Besitzer einer Landwirtschaftsfläche in Biberist am Ortsrand zu Solothurn, westlich vom Bürgerspital zeigten sich bereit, ihr Gelände für den Antiracup Ende August zur Verfügung zu stellen.

Furcht wegen Lärm

Ende März wurde ein Bewilligungsgesuch für einen Anlass vom 18. bis 20. August bei den Behörden in Biberist eingereicht. Trotz detailliertem Konzept erhielt der Antiracup eine Absage. Begründung: die Gemeinde bewillige keine Anlässe in der Landwirtschaftszone und am Rande von besiedeltem Gebiet.

«Die Absage erfolgte absolut nicht wegen des poltischen Inhalts des Fussballturniers», antwortet Stefan Hug-Portmann, Verwaltungsleiter und künftiger Gemeindepräsident auf die Frage, weshalb der Antiracup nicht sein darf, andererseits ein Schwingfest oder ein Turnerfest schnell mal durchgewunken werden. «Es ist ein laufendes Verfahren, das in erster Instanz von der Bauverwaltung beurteilt wurde. Hauptgrund für deren Absage sind die möglichen Emissionen für die Anwohner sowie die nötige Infrastruktur.»

«Nach über zehn Jahren selbstbestimmter und eigenständiger Organisation eines nicht kommerziellen Anlasses haben wir genug Erfahrung gesammelt, um das Jubiläum in diesem Ausmass auf die Beine zu stellen», ärgern sich die Fussballer in ihrer Mitteilung. Man habe auch die Zustimmung von Anwohnern erhalten. «Das stimmt», sagt Hug-Portmann, «Aber nicht von allen. Und die Frage stellt sich auch, ob die Anwohner umfassend über die möglichen Emissionen informiert wurden. Die Erfahrung zeigt, dass an solchen Anlässen oft die Anwohner trotzdem reklamieren und fragen, wer diesen Anlass bewilligt habe.»

Als Alternative wurde den Fussballern ein Sportplatz im Dorfzentrum, eine Turnhalle für das Abendprogramm und Übernachtungsplätze in der Zivilschutzanlage angeboten. «Ein Angebot, das sicherlich gut gemeint und grosszügig ist, jedoch nicht den Rahmen bietet für unseren Anlass», schreiben die Organisatoren in ihrer Mitteilung. Ausserdem wären mehr Anwohner durch die Lärmemission betroffen.

Gemeinderat soll entscheiden

Stefan Hug-Portmann erklärt, dass auch Rücksichtnahme auf die angrenzende Stadt Solothurn eine Rolle beim Entscheid der Bauverwaltung gespielt habe. «Wir wurden schon einmal beim Aldi überrascht.» Die Bauverwaltung finde einfach, dass der vorgeschlagene Gelände nicht der ideale Standort für das Turnier sei.

Die Organisatoren haben nun beim Gemeinderat von Biberist Einsprache gegen diesen Entscheid erhoben. «Das Geschäft soll an der nächsten Gemeinderatssitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit traktandiert werden. Wir wollen aber die Beschwerdeführer einladen», erklärt Hug-Portmann. Der Gemeinderat sei der Schiedsrichter und könne dann frei entscheiden.

Sollte die Einsprache keinen Erfolg haben, werde es in diesem Jahr wohl keinen Antiracup Soletta geben, schreiben derweil die Fussballer. Auch sei noch völlig offen, ob dies das definitive Ende eines populären Grümpelturniers im Raum Solothurn ist.

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