Am Dienstag fand in der Dorfhalle von Lommsiwil die Informationsveranstaltung zur Vertiefungsstudie des Weissensteintunnels statt. Diese wurde von der Arbeitsgruppe, dem Bau- und Justizdepartement und der Behörde mit Landamman Roland Fürst als Vertreter vorgestellt.

Der Anlass stiess auf breites Interesse und war gut besucht. Von Seiten der politischen Prominenz reisten unter anderem Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri, die Lommiswiler Gemeindepräsidentin Erika Pfeiffer, Grenchner Gemeinderat Remo Bill und Nationalrat Stefan Müller-Altermatt an.

Fragezeichen beim Geldbetrag

Für die Bevölkerung kamen in Bezug auf die Studie mehrere Fragen auf. Auch Vorschläge wurden angebracht. So wurde auf eine neue Bündner Studie zum Tunnelbau hingewiesen. Statt einer Sanierung wurde aus den Publikumsreihen auch ein kompletter Tunnelneubau vorgeschlagen.

Der hohe Sanierungsbetrag von 170 Millionen Franken wurde von der Bevölkerung infrage gestellt. «Der Grenchenbergtunnel ist doppelt so lang, aber seine Sanierung kostete rund 28 Millionen», erinnerte sich ein Anwesender, der bei der Sanierung des genannten Tunnels mitwirkte. Die genaue Zusammensetzung des dreistelligen Millionenbetrags konnte die Arbeitsgruppe bei diesem Anlass nicht aufzeigen.

Als Erklärung musste deshalb genügen, dass die Situation der Weissensteintunnelsanierung anders sei als die des Grenchenbergtunnels.

Es wurde auch darum gebeten, die Sanierung auf einen Schlag und nicht in Etappen vorzunehmen. «Wir können nicht die Wirtschaftsrechnung ignorieren», klärte Ludwig Dünbier, Leiter der kantonalen Abteilung Öffentlicher Verkehr, auf. «Eine etappierte Vorgehensweise spart extreme Kosten.» Dünbier machte deutlich, dass es sich bei den Zahlen um eine Kostenschätzung handele. «Die einzelnen Beträge können bis zu fünfzig Prozent teurer oder billiger werden.»

«Das ist eine Schande»

«Wir haben über die Fabi abgestimmt und nun das. Das ist eine Schande», ärgerte sich ein Anwesender. Die Bevölkerung hinterfragte die Schliessung des Tunnels einstimmig und zeigte sich wie alle Parteien kampfbereit für dessen Erhaltung.

Beim Entscheid vom Bundesamt für Verkehr BAV werden die Frequenzzahlen eine Rolle spielen. Die Statistiken der Vertiefungsstudie lassen kaum Fehler zu, da sie auf den Zählern der Sensoren beruhen, die jeden Reisenden erfassen, sobald er oder sie in die Bahn steigt. Die Nutzung der Bahn nehme stetig zu, doch dieses Wachstum sei zu langsam für die Politik im Bundeshaus. «Deshalb müssen wir die Nachfrage schnellstmöglich erhöhen», waren sich alle im Saal einig. Jede und Jeder solle die Bahn so oft als möglich nutzen. Längerfristig könne man die Frequenz womöglich auch mit Schüleraustauschprojekten über die Sprachgrenzen hinweg erhöhen.

Bloss der Anfang vom Ende?

Eine Aussage widmete sich dem Wirtschaftsargument, die nicht auf den Schienenverkehr übertragbar sei: Würden kleinere Bahnen schliessen, bekämen auch die Hauptbahnen ein Problem. «Es ist mit einem Bach zu vergleichen. Wenn die Nebenarme kein Wasser mehr liefern, wird der Bach versiegen.» Dieser Abbau von Sekundärnetzen wurde auch als ein Phänomen gewertet, das sich in der Schweiz weiter ausbreiten werde: «Die Räte in Bern wollen ihre eigenen Projekte finanziert haben, es muss ihnen klar gemacht werden, dass der Weissensteintunnel nur der Anfang ist und ein solcher Netzabbau auch auf ihre Regionen übergehen kann.»

Bis Ende 2016 wird das BAV voraussichtlich den Entscheid fällen. Die Bevölkerung ist um Mitwirkung beim Ausfüllen eines Fragebogens aufgerufen.