Bucheggberg
Betreuung im Asylbereich erfolgt lokal, die Regie regional

Auf 2016 wird der Asylbereich regionalisiert. Im Bucheggberg wird befürchtet, dass die Betreuung künftig in Biberist gemanagt wird. Laut dem Amt für soziale Sicherheit wird aber nur die Regie übernommen; die Betreuung kann bei der Gemeinde bleiben.

Urs Byland
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Beschäftigung von Flüchtlingen im Bucheggberg: Immer wieder erhalten sie Arbeitsmöglichkeiten in der Landwirtschaft und freuen sich darüber.

Beschäftigung von Flüchtlingen im Bucheggberg: Immer wieder erhalten sie Arbeitsmöglichkeiten in der Landwirtschaft und freuen sich darüber.

Urs Byland

Die Zukunft des Asylbereichs im Bucheggberg war bis vor kurzem für die Beteiligten vor Ort in der Schwebe. Mit der vom Kanton angestrebten Regionalisierung auf den 1. Januar 2016 befürchtete man, dass bis anhin funktionierende Betreuungslösungen in den Gemeinden im Bucheggberg aufgegeben werden müssen und der Asylbereich im fernen Biberist, der Leitgemeinde der Sozialregion, gemanagt werden soll. Gewarnt wurde vor möglichen Folgen wie einer Verteuerung der Abläufe und einer Verschlechterung in den Integrationsbemühungen.

Der Verteuerung widerspricht David Kummer vom Amt für soziale Sicherheit nicht. «Die Regionalisierung ist keine Sparmassnahme. Das Ziel des Kantons ist eine Qualitätssteuerung im Asylbereich. Diese wird nur mit einer Professionalisierung erreicht.» Der Kanton will nicht mehr Anlaufstelle für jede einzelne Gemeinde sein. Diese Arbeit sollen die Sozialregionen übernehmen.

Die Betreuung kann im Bucheggberg aber von den Gemeinden wahrgenommen werden. Wenn diese wollen. Schon 2011 hatte der Kantonsrat den wegweisenden Entscheid gefällt. Die Gemeinden sollen die Wahl haben, das Asylwesen an die Sozialregion abzutreten oder selber zu managen. Regeln sie es selber, erhalten sie zwar vom Kanton 1500 Franken pro Dossier für die Betreuungsarbeit, die Sozialregion verliert aber den Lastenausgleich Administration ebenfalls in der Höhe von 1500 Franken pro Dossier, und dieser Betrag fliesst auch nicht in die Gemeinden.

Verschiedene Lösungen

Zehn der 14 Sozialregionen im Kanton haben bereits Ende 2013 das Asylwesen in ihrer Region übernommen. Im Frühling 2014 hat der Kanton in Gesprächen die Lage in den restlichen vier Sozialregionen sondiert. In zwei Regionen, Thal/Gäu sowie Thierstein, verzichten die Gemeinden definitiv auf den Administrationsbeitrag von jeweils 1500 Franken pro Dossier. Sie wollen auch künftig das Asylwesen vollständig in den Gemeinden bewältigen. «Typischerweise sind es ländliche Gebiete mit grossen Distanzen, in denen am ehesten dezentrale Strukturen gefordert werden», sagt David Kummer.

In den verbleibenden Sozialregionen Dorneck sowie Biberist/Bucheggberg/Lohn-Ammannsegg (BBL) zeichnet sich ab, dass das Asylwesen nun doch noch regionalisiert wird. Und zumindest in der Sozialregion BBL steht eine besondere Variante vor der entscheidenden Ausmarchung. Obwohl die Gemeinden die Betreuung übernehmen, wird das Asylwesen in der Sozialregion gemanagt, sprich regionalisiert, womit der Kantonsbeitrag Lastenausgleich Administration fliessen kann.

Fallführung durch Sozialregion

Entscheidend ist die Ausgestaltung der neu zu schaffenden Koordinationsstelle in der Sozialregion. «Wir haben kein Interesse, Bürokratie aufzubauen», erklärt dazu Marlies Jeker, Leiterin der Sozialregion BBL.

Eine Arbeitsgruppe hat den Auftrag erhalten, bis Ende August ein Modell vorzulegen. Dabei dürften die Vorgaben des Kantons dieses Modell entscheidend prägen. «Was unter der Regionalisierung zu verstehen ist, haben wir immer wieder erklärt», so David Kummer. Der wichtigste Punkt sei, dass die Sozialregion die Fallführung ausübt. Das heisst, die Rechnung führt, Sozialleistungen berechnet oder Auflagen erteilt. Die Alltagsbetreuung bleibe aber in den Gemeinden. «Wo die soziale Kontrolle im positiven Sinn am besten funktioniert», so David Kummer.

Genehmigt der Kanton das vorgelegte Modell, können ab 1. Januar 2016 im Bucheggberg die Gemeinden nach wie vor die Betreuung der Flüchtlinge gewährleisten, während das Asylwesen trotzdem regionalisiert, sprich in der Sozialregion verwaltet wird.