Hüniken

Besonders frühe Apfelernte: Was bedeutet das für die Süssmostproduktion?

Besonders frühe Apfelernte: Was bedeutet das für die Süssmostproduktion?

Der Süssmost in der Mosterei in Hüniken fliesst in Strömen.

Die Apfelernte hat dieses Jahr bereits im August begonnen und war damit im Vergleich zu den Vorjahren besonders früh dran. Die Mostereien laufen auf Hochtouren und es wird fleissig Süssmost produziert.

Eine Harasse nach der anderen landet in der Mosterei in Hüniken. Am Dienstag und Donnerstag sind die Mosttage und es herrscht Hochbetrieb. Zuerst werden die Äpfel gehäckselt und anschliessend geht es in die Presse. In der Mosterei produziert Walter Gloor täglich bis zu 5'000 Liter Süssmost. 

In dieser Saison sei lange das Motto «Quanität vor Qualität» gewesen. Bis Ende August / Mitte September sei jedoch die Qualität der Äpfel nicht da gewesen, weil die Bäume zu viele trugen und sie deshalb zu früh abstiessen. Dies hatte zur Folge, dass die Fülle der Äpfel nicht da war, so Walter Gloor zum Regionalsender Tele M1. «Erst seit einigen Tagen kommen die Äpfel nun gereift daher und es schmeckt nach Apfel».

Grosser Ansturm

Der Süssmost in der Mosterei in Hüniken fliesst daher momentan in Strömen. Walter Gloor rechnet mit rund 30% mehr Äpfel als im Durchschnittsjahr. Dementsprechend ist auch der Ansturm auf seine Mosterei gross. Ein paar Leute bringen ihr Obst jeweils bereits jede Woche vorbei.

«Sie fallen einfach viel herunter, daher kommt man fast jede Woche mosten. Jetzt fangen wir dann auch an, zu ernten», so eine Kundin von Walter Gloor zu Tele M1. Weitere Kunden sagen, dass es in diesem Jahr eine sehr gute Ernte sei und dass das Wetter eine Rolle dabei gespielt habe, weil nicht so viele Äpfel erfroren seien.

Obstfachmann degustiert Süssmost

Gibt es aus dem apfelreichen Jahrgang auch aussergewöhnlichen feinen Süssmost? Tele M1 lässt den Obstfachmann Philipp Gut, Leiter Fachstelle Spezialkulturen SO, degustieren. Er probiert einen Most von Walter Gloor selber und einen frisch ab der Presse von einem Kunden.

Der Most vom Kunden war sehr fruchtig. Das Säure-Zucker-Verhältnis hat einigermassen gestimmt, aber er habe nicht so gut geduftet, so Gut.  «Der Most von Walter hat sehr viel mehr Geschmack gehabt und war sehr ausgewogen».  Hier drückt die 40-Jährige Erfahrung vom «Moschter» durch.

Der Regionalsender will am Schluss von Philipp Gut noch wissen, was es für einen guten Saft braucht. «Es braucht eine ausgewogene Mischung von verschiedenen Apfelsorten. Zusätzlich ist auch wichtig, dass sie schön reif sind, nicht zu knapp oder überreif. Und dass man nicht krankes oder verschmutztes Obst braucht. Das gibt keinen guten Süssmost».

Noch bis Ende Monet bleibe den Mostereien Zeit, um den richtigen Mix zu finden. Bis zu diesem Zeitpunkt wird man noch so weiter mosten.

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