Biberist/Gerlafingen

Beschwingt und klangvoll ins neue Jahr gestartet

Dirigent Reimar Walthert und Solistin Melanie Gehrig (r.) gefielen mit ihren Darbietungen. Hanspeter Bärtschi

Dirigent Reimar Walthert und Solistin Melanie Gehrig (r.) gefielen mit ihren Darbietungen. Hanspeter Bärtschi

Mit ihrer Operettengala zauberte die Bühne Burgäschi ein unvergessliches kulturelles Ereignis in die Thomaskirche.

«Reicht das Glück Dir die Hand, greif zu, Komödiant»: Diese Worte stellte Burgäschi-Intendant Hermann Gehrig in seiner Moderation wie eine Losung für den Abend, aber auch für das beginnende Jahr dem Konzert mit Operettenmelodien in der reformierten Kirche Biberist-Gerlafingen voran.

Denn Mitwirkende im Lebensspiel seien wir alle, die mit diesem musikalischen Ereignis beschwingt und klangvoll ins neue Jahr starten, um hoffentlich viele glückliche Augenblicke zu geniessen. Und dieser frühe Montagabend, an dem die Bühne Burgäschi mit ihren Solisten Roger Bucher, Melanie Gehrig und Fabio De Giacomi, mit ihrem qualitätsvoll besetzten Salonorchester Crescendo und ihrem Frauenchor Crescendo einen unterhaltsamen Querschnitt durch mehrheitlich wienerische Operettenliteratur bot, entfachte tatsächlich grosse Begeisterung und Lust auf Mehr.

Diese stillt die Bühne im kommenden Juni und Juli im Monti-Zirkuszelt in Burgäschi mit ihren Aufführungen der Operette «Die Zirkusprinzessin» von Emmerich Kalman.

Bravouröses Orchester

Zum Auftakt enthielt das 15-teilige Programm ein Potpourri aus «Die Zirkusprinzessin». Dieses Musikstück spannte einen fast erzählerischen Bogen über alle Elemente, die den Reiz der Donau- und Wien-geprägten Operetten ausmachen. Hier spürt man Lebensfreude, Keckheit, Romantik, rassige Rhythmen, melodischen Einfallsreichtum und beschwingte Walzerseligkeit.

Unter der Leitung von Reimar Walthert gelang dem 12-köpfigen Instrumental-Ensemble ein farbenreicher Vortrag, der durch fein vom Dirigenten herausgestreichelte Phrasierungen und dosierte Dynamik besonders gefiel. Zur Geltung kam dies ebenso im «Wiener Blut» von Johann Strauss, in der mitreissend themenreichen Suite «Polka und Galopp» aus der Operette «Moskau Tscherjomuschki» von Dmitri Schostakowitsch und in der vom Publikum bejubelten meisterhaften Interpretation der Franz-Lehar-Komposition «Gold und Silber».

Für Augen und Ohren angerichtet

Den Burgäschi-Operetten-Liebhabern sind Stimmen und Auftreten von Melanie Gehrig (Sopran), Roger Bucher (Bariton) und Fabio De Giacomi (Tenor) bekannt und von ihnen geschätzt. Alle gefielen wieder stimmlich und choreografisch in Vorträgen und Präsentation.

Ob mit zwei Liedern aus der Franz-Lehar-Operette «Friederike», in der De Giacomis heller Tenor in «Oh, Mädchen» mit zarter Oberstimme glänzte, ob mit «Blauem Himmelbett» aus «Frasquita» oder mit «Närrischem Tun» aus «Paganini» (beide Operetten von Lehar) gelockt wurde, stets entstand ein heiter-intensives Szenenspiel. Das Heimwehlied «Grüss mir mein Wien» des Tassilo aus «Gräfin Mariza» (Emmerich Kalman) erntete überaus begeisterten Beifall.

Danach öffnete sich das Programm bereits dem Zeitenwandel in der Musik im 20 Jahrhundert in Richtung «Musical». Mit dem humorvollen «Ausgerechnet Bananen» (Frank Silver, Irvin Cohn), mit der «Blume von Hawaii» von Paul Abraham, gesungen im Duett von Sopran und Bariton mit stimmiger Chorunterstützung, dem Hit aus Benatzkys «Zauberhaftes Fräulein» (sogar im Quartett mit Hermann Gehrig) entstanden charmante Klangbilder.

Mit Tanzschritten untermalt, gelangen frisch und frech «Heute Abend komm ich zu Dir» (aus «Zarewitsch», Franz Lehar), das Stück «Tanzen möchte ich» aus der Kalman-Operette «Die Csardasfürstin» und schliesslich als Zugabe im Schlussbouquet das berühmte «Reich mir zum Abschied noch einmal die Hände» von Paul Abraham. Stehend applaudierend, dankte das Publikum für diesen bezaubernden musikalischen Jahresbeginn.

Eine nochmalige Aufführung findet am 8. Januar um 17 Uhr im Kultur- und Sportzentrum Pratteln statt.

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