Derendingen

Beschwerde gegen Emmenhof geht vor Verwaltungsgericht

Neben den schützenswerten Industriebauten soll ein 52 Meter hohes Hochhaus gebaut werden.

Neben den schützenswerten Industriebauten soll ein 52 Meter hohes Hochhaus gebaut werden.

Der Regierungsrat wies die Beschwerden gegen den Teilzonen- und Erschliessungsplan Emmenhof in Derendingen ab. Nun ist eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht worden.

63 Einsprachen gingen im Sommer 2015 gegen den Teilzonen- und Erschliessungsplan Emmenhof in Derendingen ein. Im Februar 2016 wurden die Einsprachen vom Gemeinderat Derendingen grossmehrheitlich abgewiesen. Daraufhin gingen zwei Beschwerden beim Regierungsrat ein. Dieser hat die Beschwerden nun ebenfalls abgewiesen. Dagegen wurde nun eine Beschwerde beim Verwaltungsgericht eingereicht, wie man bei der Kanzlei auf Anfrage bestätigt.

Ist ein Entwicklungsgebiet

Der Regierungsrat begründet in seinem Beschluss von Ende März, wieso die Beschwerden abgelehnt, und der Teilzonen- und Erschliessungsplan genehmigt wird. Die Beschwerdeführer bemängelten, dass die Planung über das Emmenhof-Areal vorgezogen wird. Sie verlangten, dass die Planung mit der Ortsplanungsrevision vorzunehmen sei.

Der Regierungsrat setzt dem entgegen, dass das räumliche Leitbild für Derendingen von der Gemeindeversammlung verabschiedet wurde. Darin wird das Emmenhof-Areal als Entwicklungsgebiet mit Priorität 1 bezeichnet. Das Areal sei zudem bereits heute eingezontes Bauland. Mit der Planung werde der sich erst in Vorbereitung befindlichen Ortsplanung nicht vorgegriffen, sondern die heute bereits absehbare Nutzung planerisch umgesetzt.

Bemängelt wird des Weiteren die angestrebte Nutzungsdichte und vor allem die Höhe des Hochhauses, aber auch die Dimension der Bauten mit einer Länge von bis zu 140 Meter. Beides sei in keiner Art und Weise quartierverträglich. Weiter führen die Beschwerdeführer an, dass der über Jahrzehnte gewachsene Charakter des Dorfes, geprägt durch das Zentrums-Ensemble mit Gemeindehaus, Schulhaus, geplantem Mehrzweckgebäude und den beiden Kirchen durch das Hochhaus auf dem Emmenhof-Areal empfindlich gestört werde.

Hier befindet der Regierungsrat die Argumentation des Gemeinderates als richtig. Die hohe Dichte der Überbauung sei erwünscht und sogar fast zwingend. Das Projekt bringe den Bewohnern aber auch den Anwohnern mehr Lebensqualität. Gerade wegen der kompakten Überbauungsweise könnten die Freiflächen attraktiver gestaltet werden und eine Anbindung an das Naherholungsgebiet werde möglich.

Im Zentrum des Areals soll zudem ein Platz entstehen, der auch für öffentliche Veranstaltungen genützt werden könnte. Der Gemeinderat argumentiert zudem, dass der Trend nach höheren Bauten auch in Derendingen bereits heute absehbar sei.

Gerügt werden weiter das Mobilitätskonzept und die Lärmabschätzung, die laut den Beschwerdeführern ungenügend seien. Doch auch auf diese beiden Punkte tritt der Regierungsrat nicht ein. Die Ausfahrt von den beiden Erschliessungsstrassen auf die Hauptstrasse dürfte nicht immer reibungslos verlaufen, dies entspreche der allgemeinen Lebenserfahrung, so der Regierungsrat. Er macht allerdings darauf aufmerksam, dass der Knoten «Kreuzplatz» im Zentrum von Derendingen ein notorisches Nadelöhr sei und dass der Knoten optimiert werden solle.

Der Regierungsrat bemängelt abschliessend, dass einige Zahlen in den Plan-Unterlagen nicht korrekt dargestellt werden. So wird die Gebäudehöhe der fünfgeschossigen Bauten mit 17,5 Meter ausgewiesen. Baurechtlich seien aber nur 16,5 Meter möglich. Ebenso werde der Grenzabstand im Baubereich B gegenüber der Liegenschaft GB Derendingen NR. 726 nicht eingehalten und müsse korrigiert werden. Ansonsten werden die Beschwerden abgewiesen, sofern darauf eingetreten wurde.

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