Lohn-Ammannsegg

Beschwerde abgewiesen: Das öffentliche Interesse wird höher gewichtet

In der Zwischenzeit wird auf dem Bahnhofsareal Lohn-Lüterkofen (braune Fläche links vom Bahnhof) schon am Hochhaus gebaut. (Archiv)

In der Zwischenzeit wird auf dem Bahnhofsareal Lohn-Lüterkofen (braune Fläche links vom Bahnhof) schon am Hochhaus gebaut. (Archiv)

Die Beschwerde gegen die Planungszone für das Gebiet rund um den Bahnhof Lohn-Lüterkofen wurde vom Regierungsrat abgelehnt.

Im Oktober 2015 wurde die Planungszone für das Gebiet Bahnhof Lohn-Lüterkofen, die sich über 23 Parzellen erstreckt, öffentlich aufgelegt. Eine Einsprache wurde am 29. Februar 2016 vom Gemeinderat abgelehnt, worauf beim Regierungsrat Beschwerde erhoben wurde. Rund eineinhalb Jahre und diverse Schreiben, Vernehmlassungen, Eingaben, Stellungnahmen und Verfügungen später, hat der Regierungsrat entschieden, dass die Beschwerde abgewiesen wird.

Beschwerde geführt hatten die Lagerhaus Lohn Maison Virchaux AG und die Silo Lohn AG. Die Beschwerdeführerinnen beantragten die Aufhebung der Planungszone im gesamten Gebiet östlich der Bahnlinie. Sollte dies nicht möglich sein, dann solle die Planungszone für das Gebiet östliche der Bahnlinie bis zur Bibernbachstrasse aufgehoben werden. Oder, als letzter Antrag, mindestens die Planungszone auf den fünf Grundstücken, die im Eigentum der Beschwerdeführerinnen sind. Weiter wurde beantragt, dass die Einwohnergemeinde Lohn-Ammannsegg den Beschwerdeführerinnen das Recht gewährt, allfällige Bauvorhaben auf ihren Grundstücken, erstellen zu können.

Als Begründung wurde ausgeführt, dass die angedachte Mischnutzung unter Einbezug der Betriebe und Grundstücke der Beschwerdeführerinnen unzweckmässig sei. Eine Wohnnutzung zwischen den Produktionsgebäuden sei unmöglich.

Die Planungszonen beim Bahnhof Lohn-Lüterkofen

Die Planungszonen beim Bahnhof Lohn-Lüterkofen

Weiter machten die Beschwerdeführerinnen in einem späteren Brief auch darauf aufmerksam, dass eine Aussdehnung ihres Geschäftsvolumens, insbesondere auch eine räumliche Ausdehnung, in betrieblicher Hinsicht eine absolute Notwendigkeit darstelle.

Gebäude abreissen?

In einer späteren Stellungnahme erklärten die Beschwerdeführerinnen zudem, dass sie die Planung zwischen der Bahnlinie und der Hauptstrasse, was den Verkehr angehe, ebenfalls für nicht zweckmässig hielten. Würde der Kreisel auf der Solothurnstrasse wie angedacht realisiert, müsste ein Gebäude der Lagerhaus Lohn AG abgerissen werden, was unverhältnismässig sei. 

Das Amt für Raumplanung äusserte sich im Dezember zur Beschwerde. Im Regierungsratsbeschluss wird unter anderem ein Satz zitiert, der lautet: «Die Planung am Bahnhof Lohn-Lüterkofen ist eine Herausforderung». Gegen die Vision des Bahnhofes für das Jahr 2055 sei nichts einzuwenden.

Das Szenario sei durchaus auch vom Kanton erwünscht. Weiter hat das Amt für Raumplanung geschrieben, «Voraussetzung ist, dass wir von einer Entwicklung zwischen den Gleisen und der Kantonsstrasse sprechen und nicht oder nur sehr untergeordnet vom Gebiet östlich der Gleise.»

Eine Umnutzung des «Bauzonen-Fingers» (Gebiet südlich der Bibernbachstrasse) in Wohnen sieht das Amt für Raumplanung nicht. Das Amt macht zudem darauf aufmerksam, dass bei einer Aufgabe der heutigen Industriezone und einer Umnutzung in Dienstleistungen und Gewerbe vermehrt Verkehr generiert werden. Das Verkehrskommen rund um den Bahnhof werde aber heute schon als Problem wahrgenommen.

Der Regierungsrat kommt in seinem Entscheid zum Schluss, dass die Voraussetzungen für eine Planungszone erfüllt sind und durchaus öffentliches Interesse daran bestehe. Weiter schreibt der Regierungsrat, «die Anliegen der Beschwerdeführerinnen richten sich hauptsächlich gegen die angedachte Nutzungsplanung und nicht gegen die Planungszone als solche.»

Kein Weiterzug

Die Beschwerdeführerinnen akzeptieren den Entscheid des Regierungsrates, wie Walter Steiner, Geschäftsführer Lagerhaus Lohn Maison Virchaux AG, auf Anfrage erklärt. Man habe dies sowohl der Gemeinde Lohn-Ammanns-egg, als auch dem Bau- und Justizdepartement schriftlich mitgeteilt.

Der ausführliche Bericht des Regierungsrates zeige aber auch auf, erklärt Steiner, dass es bei der geplanten Entwicklung im erweiterten Bahnhofareal östlich der Gleise noch Ungereimtheiten gebe. Die Lagerhaus Lohn AG erwarte deshalb, dass die nachfolgende Nutzungsplanung gemeinsam mit ihr, als stark betroffenen Betrieb, geplant werde. Das schliesse auch die fragwürdige Kreiselversion im Gebiet der Tankstelle und den Abbruch eines Gebäudes, das der Lagerhaus Lohn AG gehört, mit ein.

Visualisierung des Hochhauses beim Bahnhof

Visualisierung des Hochhauses beim Bahnhof

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