Tag des Waldes

Bellacher Schülerinnen und Schüler erhalten Unterricht im Wald

Am Internationalen Tag des Waldes gab der Kanton Einblick in sein Projekt Försterwelt. Schulklassen sind in diesem Projekt über mehrere Jahre zu allen Jahreszeiten mit dem Förster im Wald. Eine Bellacher Sekundarschulklasse durfte zum zweiten Mal Unterricht im Wald geniessen.

Sie haben schon vor einem Jahr nach dem Sturm Burglind in einem geschädigten Waldstück Kastanienbäume gepflanzt. Jetzt treffen die Schülerinnen und Schüler der Klasse Sek B 2b mit Lehrerin Gudula Kaisser beim Waldhaus Bellach auf Kreisförsterin Daniela Gurtner und Förster Hans Haas. An diesem Nachmittag wird nicht mit Händen angepackt. Gurtner und Haas zeichnen die Geschichte vom Samen bis zum ausgewachsenen Baum nach.

Das mag im Schulzimmer langweilig sein. Im Wald, wo vom Keimling bis zur ausgewachsenen Eiche alles anschaulich erlebbar ist, ist über kurz oder lang fast jede Schülerin und jeder Schüler voll bei der Sache. Etwa wenn Daniela Gurtner einen Kreis bilden lässt und darum bittet, die Bäume innerhalb des Kreises zu zählen. Da sind grosse zu sehen und kleinere. Aber zählt dieser kleine Zweig auch schon als Baum, und der Keimling, der die Laubblättern wegdrückt, auch? «Das ist ein Baum, vielleicht zwei Wochen alt», sagt Gurtner und befreit den Keimling vom darüber liegenden Laub. Schön sind die zwei leuchtend grünen Keimblätter auf der dunklen Walderde anzusehen.

Grösse der Baumkrone messen

Dann wechselt der Schauplatz. Die Jugendlichen folgen Haas zu einem riesigen Baum. Trotz Sonnenstrahlen ist die Bise auch im Wald zu spüren. Nicht alle sind richtig gegen die Kälte gewappnet und schlottern etwas. Bewegung hilft. Wieder wird ein Kreis gebildet. Die Grösse der Baumkrone soll gemessen werden. Dort, wo oben die Äste der Krone enden, steht unten ein Schüler. So wird die Grösse der Baumkrone am Boden mit dem Kreis der Schüler abgebildet. «Der Baum hatte beim Wachsen von Anfang an viel Platz und hat deshalb eine mächtige Krone ausgebildet», erklärt Haas. 300 bis 400 Liter Wasser verdunsten täglich von diesem Baum. «Natürlich nur, wenn er Blätter trägt.» Aber sehr wenige Keimlinge schaffen es hoch zu wachsen. «Die meisten verdorren, weil sie zu wenig Licht erhalten.» Dann lässt Haas die Höhe des Baums schätzen und zeigt der Klasse, wie der Förster mit dem Massstab, dem eigenen Körper und der Entfernung vom Baum die Höhe schätzt. Mathematik im Wald.

«Ich liebe die grüne Farbe»

«Vor einem Jahr haben die Schülerinnen und Schüler Bäume gepflanzt. Da haben sie nachher gesehen, was sie selber erschaffen haben. Es gibt aber auch Kinder, die gehen gar nicht gerne in den Wald», erzählt die Lehrerin. So fallen auch die Antworten sehr unterschiedlich aus, fragt man die Jugendlichen nach ihrer Beziehung zum Wald. Gabriel geht fast nie in den Wald. «Ich trainiere lieber Basketball. Wenn Kollegen in den Wald gehen, bin ich nie dabei.» Anisa findet es «megaschön» im Wald. «Ich liebe die grüne Farbe.» Sie spaziert manchmal an den Wochenenden mit den Eltern im Wald. «Das erfrischt.» Auch Ruit ist oft im Wald anzutreffen. «Der Wald ist für mich ein Spielplatz.» Welche Spiele er denn spiele? «Was uns gerade einfällt.» In Sri Lanka liebt Veethini den Garten mit den Palmen. «Das ist wie ein Wald.» Sie liebe die Natur und laufe mit den Nachbarhunden manchmal in den Wald.

Die Zeit vergeht im Fluge

Wieder zurück beim Waldhaus nimmt Hans Haas die Samen genauer unter die Lupe. In Gläsern hat er von Nüssen bis zum Samen der Birke unzählige Beispiele zur Hand. Anhand eines Tannzapfens erklärt er die Verbreitung der Samen. Beim Tannzapfen ist es der Wind. Grössere Samen wie Nüsse oder Kirschkerne werden von Tieren verbreitet. Die Kinder lernen Pionierbaumarten kennen, deren leichter Samen weit fliegt. So vergehen die Schulstunden im Wald wie im Fluge.

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