Rechnung

Bellach macht zum dritten Mal in Folge einen hohen Gewinn

Bellach steht finanziell gut da.

Bellach steht finanziell gut da.

Die Zahlen sind spektakulär gut: Zum dritten Mal in Folge macht Bellach einen hohen Gewinn. Weil die Steuereinnahmen mit rund 18,6 Millionen Franken 2,6 Millionen über den Erwartungen ausfielen, blieben der Gemeinde nach Abschluss der Rechnung 2019 satte 3,2 Millionen Franken in der Kasse. Davon werden zwei Millionen Franken zum Schuldenabbau eingesetzt, 1,2 Millionen dienen der Vorfinanzierung einer Sanierung des Kindergartens Grederhof.

Rund 30 Bellacher Frauen und Männer waren im Turbensaal erschienen, um gute Nachrichten zu hören und über unbestrittene Vorlagen zu entscheiden. Die Aufhebung des alten Bellacher Schulzahnreglements war nur eine Formsache, weil der Schulverbund der Gemeinden Selzach, Lommiswil und Bellach die Aufgabe der Schulzahnpflege bereits übernommen hat. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Die Revision der Abwasser-, Wasser- und Grundeigentümerbeiträge sei nötig, um weiterhin rechtskonform Rechnung stellen zu können, erklärte Gemeindepräsident Fritz Lehmann das nächste Geschäft. «Wir sind verpflichtet, die Kosten in eine Grund- und eine Verbrauchsgebühr aufgeteilt werden», erklärte Bauverwalter Jürg Vifian.

Beim Wasser beträgt die Grundgebühr für einen einfachen Haushalt neu 120 Franken, dafür kostet der Kubikmeter Wasser in Zukunft statt 2,10 nur noch 1,65 Franken. Für die Abwasserentsorgung beträgt die Grundgebühr 50 Franken, dafür sinkt der Preis pro Kubikmeter von 1,75 Franken auf 1,35 Franken. «Wer wenig verbraucht wird etwas mehr zahlen, wer viel verbraucht kommt etwas günstiger weg. In Durchschnitt bleibt der Preis etwa gleich», fasste der Bauverwalter zusammen. Auch hier war die Zustimmung einhellig.

Der Steuersatz bleibt aber noch gleich hoch

Finanzverwalter Dieter Schneider erklärte anschliessend die Kennzahlen. Die Gemeinde habe sparsam gehaushaltet und die Budgetvorgaben gut eingehalten. Den Einnahmen von 26 Millionen Franken stehen Ausgaben von 22,8 Millionen gegenüber. Vom Überschuss werden 1,2 Millionen Franken für die Vorfinanzierung des Kindergartens Grederhof verbucht, die verbleibenden 2 Millionen Franken gehen ins Eigenkapital, womit sich die Verschuldung der Gemeinde auf rund 7 Millionen Franken verringert, was bei derzeit 5281 Einwohnerinnen und Einwohner pro Kopf eine Verschuldung von 1325 Franken bedeutet.

Die grössten Abweichungen vom Budget sei bei den Steuereinnahmen der juristischen Personen zu verzeichnen gewesen. «Diese haben um 2,7 Millionen Franken auf neu 4,2 Millionen Franken zugelegt. So viel habe ich in Bellach noch nie gesehen», sagte Schneider. Die Nettoinvestitionen sind mit 771000 Franken relativ gering für eine Gemeinde der Grösse von Bellach. «Wir werden in der Zukunft nicht darum herumkommen, wieder mehr in unsere Infrastruktur zu investieren», sagte der Ge- meindepräsident.

Angesichts dieser guten Zahlen und dem hohen Steuersatz von 125 Prozent war die Frage aus dem Plenum nach einer Steuersenkung unvermeidlich. Der Gemeindepräsident blieb zurückhaltend: «Normalerweise wäre es jetzt an der Zeit. Es ist schade, dass und Corona in die Quere gekommen ist. Ich kann nichts versprechen.» Auch die Rechnung 2019 wurde einstimmig genehmigt und es konnte nach rund einer Stunde zum traditionellen Apéro übergegangen werden

Meistgesehen

Artboard 1