Nachbarschaftshilfe

Bellach hilft Lommiswil in der Wasserversorgung

Der Betrieb der Verbindungsleitung zwischen den Reservoiren in Bellach und Lommiswil muss mit einer zusätzlichen Pumpe gesichert werden (Symbolbild).

Der Betrieb der Verbindungsleitung zwischen den Reservoiren in Bellach und Lommiswil muss mit einer zusätzlichen Pumpe gesichert werden (Symbolbild).

Der Gemeinderat von Bellach hat einer entsprechenden Anfrage der Gemeinde Lommiswil zugestimmt. Damit der Betrieb gewährleistet ist, muss eine zusätzliche Pumpe gekauft werden.

Während der Sanierung des Weissensteintunnels von Frühsommer 2021 bis Ende 2022 wird die Wasserversorgung Lommiswil über kein eigenes Wasser verfügen. Bis anhin bezog sie das Wasser über eine Leitung im Tunnel von der Gänslochquelle in Gänsbrunnen. Zur Überbrückung hat Lommiswil die Nachbargemeinde um Wasser angefragt. Bellach hat 2011 eine Verbindungsleitung vom Reservoir Hubel ins Reservoir Steinweg in Lommiswil gezogen. Mit einer Pumpe kann genügend Wasser für die Wasserversorgung Lommiswil hochgepumpt werden.

Bellach wird Lommiswil also aushelfen. Eventuell gar länger bis 2033, denn eine Schutzzonenausscheidung für die Gänslochquelle ist nach aktuellem Recht kaum möglich. Lommiswil sucht nach einer langfristigen Lösung und steht mit dem Kanton in Verhandlung wegen einer Übergangslösung bis 2033.

Bellach hilft Lommiswil aber nicht uneigennützig. Die Wasserversorgung von Lommiswil versorgt nicht nur die 1550 Einwohnern der Gemeinde mit Trink-, Brauch- und Löschwasser, sondern auch 450 Bellacher Einwohner in der sogenannten «oberen Zone», nördlich des Seidenwegs. Damit die Betriebssicherheit gewährleistet werden kann, muss eine zweite Pumpe mit gleicher Leistung eingebaut werden. Diese kostet 108'000 Franken. Der Anteil von Bellach liegt bei 25'000 Franken. Der Gemeinderat stimmte der Nachbarschaftshilfe zu.

Neu Grundgebühren, aber tiefere Verbrauchsgebühren

Flüssiges beschäftigte den Gemeinderat auch in der Totalrevision der Reglemente für Abwasser, Wasser und Grundeigentümerbeiträge. Was der Kanton schon vor acht Jahren geregelt haben wollte, wird nun auch in Bellach umgesetzt. Die Rechnungen für Abwasser und Wasser werden in eine Grund- und Verbrauchsgebühr aufgeteilt. Die neue Grundgebühr wurde für das Abwasser auf 50 Franken pro Wohn- oder Gewerbeeinheit und 200 Franken pro Industriebetrieb festgelegt. Für das Wasser beträgt die Grundgebühr 50 Franken, zuzüglich 50 Franken für die Löschwasserversorgung und 20 oder 40 Franken für die Zählermiete (je nach Dimension des Zählers) pro Anschluss. Hochgerechnet auf die Anzahl Anschlüsse und Wohnungen in Bellach, werde die neue Grundgebühr Einnahmen von rund 300'000 Franken generieren, erklärte Bauverwalter Jürg Vifian. Da die Spezialfinanzierungen zurzeit einen Überschuss aufweisen, soll diese Zusatzeinnahme durch eine Senkung der m3-Preise für Abwasser und Wasser kompensiert werden. Der Gemeinderat stimmte zu, die Gebühr für das Abwasser von 1.75 auf 1.35 und für das Wasser von 2.10 auf 1.65 Franken pro m3 zu senken. Abschliessend wird die Gemeindeversammlung die Totalrevision entscheiden.

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