Die Ausgangslage in Bellach bleibt nach dem Resultat des ersten Wahlganges spannend. Können die Freisinnigen das Gemeindepräsidium behalten oder wechselt es zum ersten Mal in die Hand der SVP? Fritz Lehmann ist in einer komfortablen Lage. Er hat viele Stimmen auf sich vereinigt. Insgesamt sogar mehr als die beiden Freisinnigen zusammen. Und auch der parteilose Stefan Keller darf mit seinem Resultat sicher mehr als nur zufrieden sein. Aber um die Nase in einem zweiten Wahlgang vorne zu haben, ist der Abstand zu seinen beiden männlichen Mitbewerbern wohl doch zu gross.

Bellach ist politisch eine klar bürgerlich dominierte Gemeinde. SP und Grüne haben die Kandidatin und die Kandidaten im Vorfeld zu einem Hearing eingeladen, aber keine Wahlempfehlung abgegeben. Die CVP hat sich ebenfalls nicht zugunsten einer Person geäussert. Bisher war die FDP die stärkste Partei im Dorf, was sich auch in der Anzahl der Sitze im Gemeinderat zeigt. Allerdings fehlen der Partei zunehmend die herausragenden Köpfe. Personen, die eine klare Meinung haben und diese auch vertreten.

Davon konnte Fritz Lehmann sicher profitieren. Er blickt auf eine lange politische Karriere zurück, ist Vizegemeindepräsident und wurde in Bellach immer gut gewählt. Zugute kam ihm wohl auch die freisinnige Doppelkandidatur, die die FDP eher schwächte, als ihr zusätzliche Stimmen zu bringen.

Die FDP muss sich deshalb für den zweiten Wahlgang besser positionieren, wenn sie das Gemeindepräsidium in ihrer Hand will. Parteipräsident Anton Probst will kämpfen und den SVP-Kandidaten Fritz Lehmann herausfordern. Entscheidend wird zudem, ob es einer der bürgerlichen Kandidaten schafft, die linken, grünen und CVP-Stimmen für sich zu gewinnen, oder ob diese Kreise im zweiten Wahlgang der Urne einfach fernbleiben werden.

 rahel.meier@azmedien.ch