Bellach
Bereit für den E-Roller-Hype

Der Bellacher Hans Liechti ist von der E-Mobilität fasziniert. Seit neuem verkauft er E-Roller.

Lucilia Mendes von Däniken
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Hans Liechti in seinem Geschäft «LiEchti Roller», mit den E-Rollern, die man testfahren kann.

Hans Liechti in seinem Geschäft «LiEchti Roller», mit den E-Rollern, die man testfahren kann.

Hansjörg Sahli

Hans Liechti hat zusammen mit seinem Bruder Walter 1995 in Bellach eine Carrosserie eröffnet. Zeitweilig hatten sie auch Angestellte, aber meist erledigten die beiden die anfallende Arbeit einfach im Zweierteam. Doch in wenigen Jahren soll sich das ändern: «Mein Bruder Walter wird sich in spätestens fünf Jahren aus dem Geschäft zurück ziehen – und einen Nachfolger haben wir nicht.» Auch Hans Liechti wird in rund 10 Jahren pensioniert – und für ihn ist jetzt schon klar: «Ich möchte den Betrieb nicht bis zur Pension alleine führen.»

Das Carrosserie-Business hat sich in den vergangenen Jahren sehr verändert, denn auch bei der Autoindustrie hinterlässt die Wegwerfgesellschaft ihre Spuren: «Heutzutage werden Carrosserieteile meist nicht mehr geflickt, sondern ersetzt.» Auch sonst sei der Geschäftsalltag vor allem für kleine Unternehmen sehr schwierig geworden.

Doch Hans Liechti mochte nicht die Faust im Sack machen – und überlegte sich, wie er sich ein zweites und für die nächsten Jahre hoffentlich sicheres Standbein erschaffen könnte. Er ist schon lange ein Fan von E-Mobilität. So sei er einer der Ersten gewesen, der in der Region ein Elektroauto fuhr – einen «MiniEL», das ist ein dreirädriges Leichtfahrzeug mit Elektroantrieb für eine Person. Er fand diese Technologie immer faszinierend. Darum hat man in seiner Carrosserie auch bei den Ersatzwegen die Wahl zwischen einem «Benziner» oder einem Elektroauto.

Eine Marktlücke in der Regio erkannt

Seit einigen Monaten fährt er nun selber einen E-Roller – und da merkte er plötzlich, dass es in der Region noch wenig Möglichkeiten gibt, in einem Shop ausschliesslich E-Roller zu kaufen. Fragt man ihn, was denn für einen E-Roller spreche, kommt Liechti ins Schwärmen:

«Zum Laden braucht es keine speziellen Stationen, sondern eine normale 220 Volt-Steckdose reicht. Für die Fahrt reicht der Führerausweis der Kategorie A1. Der Unterhalt sowie die Versicherung sind sehr preiswert. Und was vor allem ein grosses Plus ist: Eine Vollladung des Akkus kostet knapp einen Franken.»

Im Mai war es dann so weit: Hans Liechti eröffnet seinen Shop «LiEchti-Roller». Das Angebot ist klein, aber fein. Aktuell stehen drei Roller für Testfahrten zur Verfügung – weitere können nach Bedarf bestellt werden. Zudem gibt es im Shop an der Gewerbestrasse in Bellach auch Töffjacken, Helme und weiteres Zubehör zu kaufen. Liechti berät nicht nur, er bietet seinen E-Roller-Kunden auch Service-Dienste an: Bremsen werden eingestellt, Pneus ersetzt. Nur wenn es ans Getriebe gehe, dann komme der Hersteller direkt ins Spiel.

Als Zielgruppe sieht er vor allem Personen, die gerne mit einem Zweirad unterwegs sind, aber nicht in die Pedale treten möchten oder können. Zudem hofft er, dass sich auch Handwerker oder Pizzaservice angesprochen fühlen: «Gerade im Kurzstreckenbereich sind die Roller genial: Schnell, preiswert und wendig. Macht die Gesetzgebung mit, dann rechne ich in nächster Zeit mit einem E-Roller-Hype.»

Mehr Informationen zum Angebot finden sie hier.