Bellach
Bei der Familie Stüdeli ist der 1.August-Brunch eine Familientradition – seit 17 Jahren

Die Bellacher Bauernfamilie organisiert seit fast zwei Jahrzehnten einen 1.-August-Brunch auf ihrem Hof – heuer mit fast halb so vielen Teilnehmenden.

Hans Peter Schläfli
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1. August-Brunch der Familie Stüdeli in Bellach.

1. August-Brunch der Familie Stüdeli in Bellach.

Hans Peter Schläfli

Das «schöne Wetter» tropfte am Sonntagmorgen ununterbrochen aus den dunklen Wolken, die den Schweizer Nationalfeiertag trübten. Bei so viel Wasser lautete die Frage: Brunch oder kein Brunch? Für die Familie Stüdeli aus der Bellacher Allmend war die Sachlage klar:

«Wenn wir den Brunch dieses Mal nicht durchgezogen hätten, dann wäre die schöne Familientradition vielleicht für immer verschwunden»,

beschreibt Gastgeberin Yvonne Stüdeli ihre Motivation.

«Halb-halb?», fragt Rita Stüdeli, die den Anlass vor 17 Jahren ins Leben gerufen hatte, die Gäste am Tisch, und damit meint sie das Mischverhältnis des Milchkaffees, den sie ausschenkt. «Jetzt geht uns dann bald die Milch aus. Das ist aber nicht so schlimm, dann holen wir beim Nachbarn noch etwas mehr.» Denn unter Bauern helfe man sich aus.

Frei nach dem offiziellen Motto der Schweizer Bauern «Von hier, von Herzen» werden regionale Produkte serviert. Besonders fein schmecken die Spiegeleier auf der Bellacher Allmend: leicht und zart. «Es ist wichtig, dass die Bratfläche schön heiss ist, damit das Ei schnell fertig ist», erklärt die Senior-Chefin das Rezept. Die Eier kommen von Produzenten aus Selzach und Oberdorf. Nur bei den Früchten sei das dieses Jahr schwierig gewesen. «Aprikosen waren in der Gegend gar keine aufzutreiben», erklärt Rita Stüdeli.

Nur etwa 200 Anmeldungen akzeptiert

Zum 29. Mal wurde der 1.-August-Brunch auf Bauernhöfen in der ganzen Schweiz durchgeführt. Es ist ein Projekt der Kampagne «Schweizer Bauern. Von hier, von Herzen». Der Brunch soll mithelfen, Brücken zwischen Stadt und Land zu bauen. Und er bietet Bauernfamilien wie den Stüdelis, die auch das Catering für Feste und Feiern sowie einen Partyraum auf dem Hof anbieten, eine gute Gelegenheit, die eigenen Produkte und Dienstleistungen einem grossen Publikum zu präsentieren.

«Gross Geld verdienen können wir mit dem Brunch nicht, aber wir haben selber Freude am Anlass, und der persönliche Kontakt mit unseren Kunden ist sehr schön»,

sagt Yvonne Stüdeli. Aufgrund der speziellen Situation im Zusammenhang mit der Coronapandemie akzeptierte sie nur etwa 200 Anmeldungen. In früheren Jahren waren es auch schon fast doppelt so viele Leute.

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