Bellach
5 Frauen unter 33 Kandidierenden für den Gemeinderat

Vier Listen mit Wahlvorschlägen wurden in Bellach für die Gemeinderatswahlen vom 13. Juni eingereicht.

Fabio Vonarburg
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Der Gemeinderatssaal in Bellach. Am 13. Juni entscheidet sich, wer zukünftig hier sitzt.

Der Gemeinderatssaal in Bellach. Am 13. Juni entscheidet sich, wer zukünftig hier sitzt.

Hanspeter Bärtschi

Es ist schon beinahe eine Tradition in Bellach, die für die gefestigten politischen Verhältnisse im Dorf sprechen. Bei Erneuerungswahlen treten jeweils 11 von 13 bisherigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäten wieder zu den Erneuerungswahlen an. Dies war 2013 der Fall, 2017 ebenso und jetzt erneut, wie die bei der Gemeindekanzlei eingegangenen Wahlvorschläge zeigen. Am Montagabend war Eingabeschluss.

Fritz Lehmann (SVP), derzeitiger Gemeindepräsident in Bellach, wird nicht mehr antreten.

Fritz Lehmann (SVP), derzeitiger Gemeindepräsident in Bellach, wird nicht mehr antreten.

Oliver Menge

Von den derzeitigen Gemeinderäten fehlen Jan Siegenthaler sowie der derzeitige Gemeindepräsident Fritz Lehmann. Sie beide gehören der SVP an, die damit vor den Gemeinderatswahlen vom 13. Juni vor einer nicht ganz leichten Ausgangslage steht. Dies bestätigt Patrik Müller, der Ortsparteipräsident und der einzige bisherige Gemeinderat auf der Liste der Partei. «Es ist nicht einfach, da gleich unsere zwei erfahrensten Leute nicht wieder zur Wahl antreten», sagt er. Doch mit dem Ergebnis der Suche nach Kandidierenden ist er sehr zufrieden. Alle sechs seien motiviert und die Liste altersmässig gut durchmischt, hält er fest. So stellt die SVP mit Nick Böhi, Jahrgang 2002, den jüngsten aller Kandidierenden.

Insgesamt streben in Bellach 33 Personen einen Sitz im Gemeinderat an, verteilt auf vier Listen. Nebst der SVP haben die FDP, SP/Grüne sowie CVP/GLP eine Liste eingereicht. Was auffällt, ist der geringe Anteil Frauen. Lediglich fünf Frauen kandidieren für einen Sitz im Gemeinderat. Der grösste Frauenanteil hat die gemeinsame Liste der SP und den Grünen mit 3 Frauen unter den 10 Kandidierenden. Man hätte gerne noch mehr Frauen aufgestellt, sagt Heli Schaffter, Co-Präsidentin der SP Bellach. «Doch wir sind stolz, haben wir drei Kandidatinnen und damit einen Frauenanteil von rund 30 Prozent.»

Schwierige Suche

Auf der SVP sowie der CVP/GLP-Liste sind keine Frauen zu finden. Das Fehlen einer Kandidatin bedauert CVP-Ortsparteipräsident, André Schneeberger, ausserordentlich. Eigentlich hatte die Partei eine Kandidatin gefunden, aus persönlichen Gründen entschied sie sich jedoch noch um. Es sei viel schwieriger Kandidatinnen als Kandidaten für die Gemeinderatswahlen zu finden, führt André Schneeberger weiter aus.

Eine Einschätzung, die auch die anderen Parteien teilen. Es sei nicht nur in Bellach schwierig, Frauen für das Amt zu finden, so Schaffter, «sondern allgemein auf Gemeindeebene ist das so». Lukas Jäggi von der FDP freut sich, dass es seiner Partei dieses Mal gelungen ist, zwei Kandidatinnen aufzustellen. Darunter die bisherige Gemeinderätin Lea Schluep-Stüdeli. Sie und Heli Schaffter (SP/Grüne) sind derzeit die zwei einzigen Frauen im 13-köpfigen Gemeinderat.

Spezielle Aktionen geplant

SP und Grüne haben eine spezielle Aktion vor den Wahlen ausgeheckt. Sie schenken den Bellacher Landwirten jeweils einen Baum. Die FDP produziert ein Video, das sie über die sozialen Medien teilen will, die CVP/GLP wird den Maitannli-Buebe ein Risotto kochen. Letztere hat zum ersten Mal eine CVP/GLP-Liste eingereicht. Vor vier Jahren lief die Liste noch nur unter CVP, trotz Markus Lüthi (GLP), der auch vor vier Jahren bereits zu den Wahlen angetreten ist.

Das Ziel dieser leicht unbenannten Liste: Wieder zwei Sitze, dieses Mal aber zwei reguläre, wie CVP-Ortsparteipräsident Schneeberger ausführt. Bei den letzten Wahlen holte sich die CVP das Restmandat. Auch die anderen Parteien wollen in erster Linie ihre Sitze halten. «Falls wir noch einen sechsten ergattern können, sagen wir aber auch nicht nein», lacht Lukas Jäggi, FDP.

Parteien halten sich weiterhin bedeckt

Während angesichts der vielen Bisherigen, die wieder antreten, bei den Gemeinderatswahlen keine grossen Veränderungen zu erwarten sind, herrscht bezüglich Gemeindepräsidium Spannung. Klar ist: Der bisherige Gemeindepräsident Fritz Lehmann (SVP) steht nicht mehr zur Verfügung. Der Wahltermin ist am 26. September, doch wer alles antreten wird, ist noch völlig offen. Die Parteien geben sich bedeckt und sagen unisono dasselbe: Der Fokus liege nun erst einmal auf den bevorstehenden Gemeinderatswahlen.

Wahlvorschlaege für die Gesamterneuerungswahlen vollstaendige Liste.pdf