Aeschi
Beinahe hätte der Nebel den Einsatz im Chlöpfibeerimoos gestoppt

Das Chlöpfibeerimoos ist eines der grössten mittelländischen Hoch- und Übergangsmoore. Um es vor Verwalung und Verschilfung zu schützen, muss es saniert werden. Da es aber nicht mit schweren Maschinen befahren werden kann, wurden Bäume mit dem Helikopter abtransportiert.

Rahel Meier
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Förster sind am Rande des Chlöpfibeerimoos am Werk
45 Bilder
Bäume werden gefällt und für den Abtransport fertig gemacht
Mit diesem Helikopter werden die Stämme abtransportiert
Helikoptertransport im Chlöpfibeerimoos. (36)
Rund 100-mal fliegt der Helikopter mit Bäumen und Gesträuch zwischen Hochmoor und Depot an der Burgäschistrasse hin und her
Helikoptertransport im Chlöpfibeerimoos
Richtig schwere Geschütze werden nur auf der Strasse aufgefahren
Helikoptertransport im Chlöpfibeerimoos. (38)
Helikoptertransport im Chlöpfibeerimoos. (16)

Förster sind am Rande des Chlöpfibeerimoos am Werk

Michel Lüthi

Rund 300 Bäume wurden im Chlöpfibeerimoos in den letzten Wochen gefällt. Es waren vor allem Erlen, aber auch Eschen und Buchen. Ein grosser Teil davon wurde gestern Donnerstag mit einem Helikopter ausgeflogen und am Rand des Hochmoores deponiert.

Bevor es soweit war, mussten sich allerdings alle Beteiligten in Geduld üben, denn der Spezial-Helikopter, der die Arbeiten hätte ausführen sollen, war in Montreux im Nebel und bei einem anderen Einsatz blockiert.

Die Mitarbeitenden des Forstdienstes Wasseramt, der gemeinsam mit dem Forstbetrieb Herzogenbuchsee für die Holzereiarbeiten zuständig ist, nutzten die Zeit am Morgen, um die vielen Wurzelstöcke und Sträucher auszureissen.

Da das Moor nicht mit grossen Maschinen befahren werden kann, wird vor Ort mit Seilwinden gearbeitet.

Am Nachmittag wurde dann doch noch geflogen. Rund 2,7 Tonnen Material kann der Helikopter in einem Flug mitnehmen. Um die 100 Flüge wurden gestern absolviert. Damit der Helikopter möglichst effizient eingesetzt werden konnte, wurde vorher genau definiert, wie die Arbeit vor sich geht.

Gruppenweise arbeiteten die Spezialisten der Helikopter-Firma mit den Angestellten der Forstdienste zusammen. Bei jedem Flug musste zudem die Burgäschistrasse kurzzeitig gesperrt werden. Es dürften, so die Verantwortlichen, rund 200 Tonnen Holz ausgeflogen worden sein.

Wer sich zurzeit das Hochmoor ansieht, erschrickt. Auch Daniel Schmutz (Forstbetriebsleiter Forstbetrieb Wasseramt AG) gibt das unumwunden zu. «Wir mussten radikal roden.» Aber nur so sei es möglich, das Hochmoor zu erhalten.

Regenerations- und Aufwertungsmassnahmen

Das Chlöpfibeerimoos liegt auf der Kantonsgrenze zwischen den Kantonen Solothurn und Bern und auf Gebiet der Gemeinden Aeschi, Herzogenbuchsee und Niederönz. Es ist ein Naturschutzgebiet und eines der grössten mittelländischen Hoch- und Übergangsmoore.

Zwar hat das Chlöpfibeerimoos die Veränderungen, welche in vielen anderen Moorgebieten über die letzten 100 Jahre zu starken Beeinträchtigungen oder gar zu vollständigem Verlust führten, relativ gut überstanden. Es ist aber nicht frei von Belastungen. Um das Chlöpfibeerimoos für längere Zeit vor der Verwaldung und der Verschilfung zu schützen, wird es zurzeit saniert. (rm)

Die Bäume wurden allesamt in dem Teil des Moorgürtels gefällt, der früher nicht bewaldet war. Mit den Sanierungsmassnahmen soll der Boden wieder feuchter werden. «Dann wachsen auch die Bäume nicht mehr nach.» Man habe allerdings auch bewusst einzelne Bäume oder kleinere Baumgruppen stehen lassen.

Im Südwesten des Moores wurde zudem bewusst weniger ausgeholzt, als ursprünglich vorgesehen. «Dort ist der Wald besonders schön. Es hat viele Heidelbeersträucher und der Boden ist relativ sauer.»

Schmutz erinnert sich zudem gut an die Sanierung des Kleinen Mooses. Auch dort seien einige, die die Region gut kennen erschrocken. «Heute hat sich das kleine Moos erholt und es haben sich beispielsweise zwei neue Libellenarten angesiedelt.»

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