Selzach

Beim Waterslide-Contest ist Schadenfreude die schönste Freude

Am Samstag stürzten sich in Selzach anlässlich des 75-Jahr-Jubiläums des Skiclubs Wagemutige bewaffnet mit Skilatten beim Waterslide-Contest die temporäre Rampe hinunter. Da war die eine oder andere Schramme nicht zu vermeiden.

"Der Hut hat mich abgebremst." Das sind die letzten Worte, und dann versinkt Fabian Hugi in den Fluten. Selbst Schanzenbauer Viktor Stüdeli Junior schafft es – trotz Insiderwissen und perfekten Stilnoten – nicht bis ans andere Ufer des künstlichen Teichs. Dann kommt so richtig Stimmung auf: Renate Kissling macht eine Schraube mit halbem Salto und klatscht mit voller Wucht aufs Wasser, das bis in die Zuschauerränge spritzt. Der tosende Applaus ist ihr sicher.

Um solche „Blättler“ zu sehen, sind die Leute zu Hunderten auf den Selzacher Chapf gepilgert. „Schade um deine schöne Frisur“, spotten die beiden Platzspeaker Markus Dietschi und Dagobert Cahannes.

„Es ist nicht so schlimm“, sagt Farbice Bernhard und er zeigt seinen geschürften Rücken, nachdem es ihn auf der Rampe „auf den Latz gehauen“ hat. Die Stürze auf der über neun Meter hohen Schanze sehen schon etwas grob aus. Aber passiert ist zum Glück nichts Schlimmes. Die schwerste Verletzung zog sich ein Helfer in Form von blutigen Zehen zu, als ihm jemand mit den Skis auf die offenen Sandalen trat.

Waterslide-Contest des Skiclubs Selzach zum Jubiläum

Aufbau dauerte einen Monat

Vier Wochen dauerte der Aufbau der Anlage auf dem Chapf. Da es sich um eine stillgelegte Kiesgrube handelt, durfte der Skiklub ungeniert baggern. So entstand das 13 Meter lange Wasserbecken. Für die Sicherheit ist die Gleichmässigkeit der Kurve der Rampe extrem wichtig. „Wir durften von den Erfahrungen des Skiklubs Niederbipp profiteren“, erklärte OK-Präsident Aldo Mann, woher das Knowhow für den Bau der Schanze stammte. Die Bipper stellten auch den Gleitteppich zur Verfügung, die den spektakuläre Ritt überhaupt erst möglich machte.

Beim Waterslide Contest geht es darum, das andere Ufer unbeschadet zu erreichen. Nach den Vorläufen galt Rainer Gisiger als der grosse Favorit auf den Sieg. Der Schreiner aus Lommiswil hatte sich aus einer Schaltafel ein Paar ganz spezielle Skis gebastelt, mit denen er scheinbar mühelos über das Wasser glitt. „Er gleitet zwar perfekt übers Wasser, ist aber pickelhart und auf der Rampe kaum steuerbar“, erklärte Gisiger, warum er jedes Mal in den Strohballen am Ende des Auslaufs landete.

Skiclub-Jubiläum: Wasserplausch in Selzach

Tele M1-Beitrag vom Skiclub-Jubiläum: Wasserplausch in Selzach

Mit Ski und Snowboard ins Wasser springen: Beim grossen Jubiläum des Selzacher Skiclubs sind waghalsige Stunts von der 9-Meter-Rampe vorprogrammiert.

Anlauf sukzessive verkürzt

In den Finals wurde die Startbank stufenweise immer etwas tiefer gestellt, und zwar so oft, bis ein Teilnehmer nach dem anderen im Wasser versank. Schliesslich machte Favorit Gisiger im vierten Lauf tatsächlich einen Fahrfehler und so landete er „nur“ auf dem 6. Schlussrang. Sieger wurde Veit Derungs aus dem zürcherischen Schönenberg, der im neunten Lauf als einziger Land sah.

Am Sonntag verwandelte sich die Rampe noch in eine riesige Rutschbahn und auf dem Chapf gab es ein grosse Fest. So wurde der Waterslide Contest zum 75. Gebrutstag des Skiclubs Selzach ein toller Erfolg. „Als OK-Präsident bin stolz, dass wie mit unserem extrem jungen Team diesen Anlass so auf die Beine gestellt haben“, zog Aldo Mann eine erste Bilanz.

Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und selber einmal einen tollkühnen Ritt wagen möchte, bekommt bereits in drei Wochen die nächste Gelegenheit, wenn am 25. und 26. August der Skiclub Niederbipp den nächsten Waterslide Contest durchführt.

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