Kriegstetten

Beim Unterhalt der Liegenschaften wurde in den letzten Jahren gespart — daher sollen sie nun saniert werden

Auch die Gemeindeverwaltung ist sanierungsbedürftig.

Auch die Gemeindeverwaltung ist sanierungsbedürftig.

Rund 13 Mio. Franken muss man in Kriegstetten in den nächsten zehn Jahren in die gemeindeeigenen Hochbauten investieren.

Die Liegenschaften der Gemeinde Kriegstetten sind alle in einem sanierungsbedürftigen Zustand. «Man hat beim Unterhalt in den letzten Jahrzehnten gespart», so Gemeindepräsident Simon Wiedmer in der letzten Gemeinderatssitzung. «Wir müssen darum einiges nachholen.»

Bereits vor zwei Jahren habe man die Planung gestartet und liege ein Bericht vor, der Lösungswege und Strategien aufzeige. Die Liegenschaften sollen in Etappen saniert werden. Gestartet wird mit dem Bau einer neuen Turnhalle und der Umnutzung der heutigen Halle.

Im Budget ist ein Kredit von 110'000 Franken für die Planung enthalten, der vom Souverän bewilligt werden muss. Danach folgt die Sanierung der Schulhäuser und als letztes der Um- oder Neubau der Gemeindeverwaltung.

Situation wurde gemeinsam beurteilt

Gerade wenn es um die Schulbauten geht, hat man die Situation nicht nur in Kriegstetten alleine, sondern im gesamten Hoek-Schulgebiet (Halten, Oekingen, Kriegstetten) untersucht. So ist der Raumbedarf für die Tagesstrukturen, die im nächsten Schuljahr eingeführt werden sollen, darin enthalten.

Auch die Vergrösserung von Focus Jugend ist bereits berücksichtigt. «Wir gehen zudem davon aus, dass wir in den nächsten Jahren 70 bis 90 Einwohner mehr haben werden und so auch die Schülerzahlen weiter ansteigen.»

Investieren, ohne Steuern zu erhöhen

Wiedmer rechnet damit, dass Kriegstetten in den kommenden zehn Jahren rund 13 Mio. Franken in die Hochbauten investieren muss. «Das ist viel Geld für eine kleine Gemeinde, wie die unsere.» Man erhalte allerdings auch einen Mehrwert. Darum soll der Finanzplan überarbeitet werden.

Der Gesamtgemeinderat ist sich einig, dass die Steuern trotz der kommenden Investitionen nicht angehoben werden dürfen. Der Gemeinderat hat den Bericht zur Liegenschafts- und Schulraumplanung 2030 zur Kenntnis genommen und einstimmig genehmigt.

In einer zweiten Lesung wurde das Budget besprochen. «Ein grosses Fragezeichen haben wir bei den Steuereinnahmen im kommenden Jahr», meinte Simon Wiedmer. Man habe für 2021 gleich viel budgetiert, wie im laufenden Jahr. Die Lage sei wegen der Coronakrise unsicher. «Wir können nicht abschätzen, wie stark unsere Einwohner finanziell betroffen sind.» Das Budget zeigt einen Ertragsüberschuss von 435'000 Franken, weshalb es einstimmig zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet wurde.

Entschädigungen werden angehoben

Einstimmig wurden auch die überarbeitete Gemeindeordnung (GO) und die Dienst- und Gehaltsordnung (DGO) verabschiedet. Damit werden unter anderem die finanziellen Kompetenzen des Gemeinderates, der Baukommission, des Gemeindepräsidenten und des Bauverwalters angepasst. Ebenfalls angepasst wird das Pensum des Gemeindepräsidiums von bisher 20 auf neu 30 Prozent. «Ich habe die Stunden, die ich für Kriegstetten arbeite, über einen längeren Zeitraum exakt aufgelistet. Es sind rund 20 pro Woche, das würde eigentlich sogar einem 50-Prozent-Pensum entsprechen», so Simon Wiedmer zu seinen Ratskollegen.

Auch die Besoldung der Gemeinderäte und der weiteren Funktionäre wurde überprüft und angehoben. Die letzte Revision der DGO sei vor acht Jahren erfolgt. Eine Anpassung sei gerechtfertigt und mit den neuen Entschädigungen nähere man sich den Nachbargemeinden an. «Es ist nicht das Ziel, reich zu werden, in einem Milizsystem, wo es immer noch um Arbeit für das Gemeindewohl geht. Aber die Arbeit sollte zeitgemäss entschädigt werden», so Wiedmer abschliessend.

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