Zuchwil
Beim Synchroneiskunstlauf gehts um Teamgeist und Eleganz auf Eis

In der Zuchwiler Eishalle stand eine junge Sportart im Zentrum: Synchroneiskunstlauf. Wenn ein Dutzend Eisläuferinnen im selben Kostüm übers Eis gleiten, steckt dahinter viel sportliche Arbeit.

Lea Schreier
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Kufenschutz weg, ab aufs Eis!
12 Bilder
Die Cool Dreams Royal aus Burgdorf warten auf ihren Auftritt
In wenigen Sekunden starten die Cool Dreams Royal aus Burgdorf ihr Programm
Bereit für den grossen Auftritt
Die Ice Flowers schwören sich auf ihren Auftritt ein
Ein virtuoses Programm auf dem Eis
Die Ice Flowers aus Tschechien, das einige nicht-schweizerische Team, holen sich den ersten Platz
Die United Blades Senior aus Neuenburg
Die Starlight Jewels sind aus Zürich angereist
Die Starlight Basic Novice zählen zum ambitionierten Nachwuchs
Synchronized Skating Cup in Zuchwil
Nach dem Auftritt werden die Kanten gereinigt

Kufenschutz weg, ab aufs Eis!

Tina Dauwalder und Thomas Ulrich

«Das Lächeln nicht vergessen! Strahlt!», ruft eine Stimme durch die Turnhalle. 15 junge Frauen, gekleidet in ein schwarzes Trainingsdress, elegant geschminkt und mit zu einem Dutt frisierten Haaren, ziehen ihre Mundwinkel nach oben und tänzeln weiter leichtfüssig zu der Musik von Lady Gaga. Sie hüpfen hin und her, heben Arme und Beine in die Luft, klatschen – alles synchron. Denn die beweglichen Frauen bilden das Team «Cool Dreams Royal» des Eislaufclubs (EC) Burgdorf, welches am Samstag am Synchronized Skating Cup in Zuchwil teilnimmt.

An diesem Wettkampf, der vom Eislaufverband Bern-Nordwestschweiz (EVBN) organisiert wird, messen sich Teams in verschiedenen Kategorien der jungen Sportart des Synchroneiskunstlaufens. Dabei zählen – wie es der Name schon sagt – Synchronizität sowie Präzision der Bewegungen auf dem Eis zu den wichtigsten Kriterien für eine gelungene Performance. Auch der Gesichtsausdruck ist massgebend – deshalb müssen die Eisläuferinnen auch lächeln.

Beeindruckende Kür

Beim Warm-Up in der Turnhalle herrscht bei den Frauen im Alter zwischen 16 und 36 Jahren eine lockere Stimmung. In einer Stunde gilt es allerdings ernst. Dann müssen sie die seit August eingeübte Choreografie auf der Eisfläche präsentieren. Die Assistenz-Trainerin Monika Groux rechnet nicht mit einem Sieg. «Wir sind sehr motiviert, aber wir haben eine starke Konkurrenz», meint sie. Kurz darauf steht Groux am Rand der Eisfläche in der Eishalle: Die Show ihrer Schützlinge beginnt.

Die zwölf Eisläuferinnen treten in schwarzen, glitzernden Kleidern auf die Eisfläche und drehen ein paar schnelle Runden zum Aufwärmen. Dann setzt die Musik ein. In 3er-Reihen gleiten die Läuferinnen parallel übers Eis, lösen sich voneinander, drehen sich blitzschnell, fahren zwischen einander hindurch und flitzen graziös über die gesamte Eisfläche. In ihre Kür eingebaut ist auch eine Hebefigur: Jeweils drei Frauen heben eine vierte in die Höhe, wo diese eine elegante Pose einnimmt. Nach einigen Minuten verlässt das Team «Cool Dreams Royal» ausser Atem die Eisfläche und blickt erwartungsvoll zu den Preisrichtern, die gleich ihre Punktezahl bekannt geben werden.

«Das Publikum mitreissen»

Auf was die Preisrichter beim Synchroneiskunstlauf achten, weiss Hans-Ulrich Lüthi. Der Präsident der technischen Kommission des EVBN ist seit Jahren als nationaler Preisrichter tätig. «Neben der Technik der dargebotenen Elemente auf dem Eis wird auch deren Ausführung bewertet», erklärt Lüthi. Dabei werden Komponenten wie die Originalität der Choreografie oder die Interpretation der Musik berücksichtigt. «Wirklich wichtig ist der Ausdruck der Eisläuferinnen. Ich sage den Mädchen immer, dass sie komplett in die Performance integriert sein und dies mit ihrem ganzen Körper ausstrahlen müssen, um das Publikum mitzureissen», betont Lüthi.

Dies scheint den «Cool Dreams Royal» vom EC Burgdorf gelungen zu sein. Sie erhalten von den Preisrichtern mit 59.59 Punkten ein gutes Resultat. Das Team ist zufrieden. «Wir hatten Spass und somit unser Ziel erreicht», sagt Tina Wüthrich, die seit über zehn Jahren auf dem Eis steht. Der Spass steht bei den jungen Frauen im Vordergrund. «Wir sind fast alles ehemalige Spitzensport-Läuferinnen und geniessen es nun, den Sport in diesem Rahmen weiterzupflegen», erklärt die Team-Älteste, Nathalie Schmid. Auf die Frage, was die Faszination des Synchroneislaufens ausmache, antworten die Teamkolleginnen: «Es ist ein Teamsport, man ist immer nur so gut wie die Schwächste. Ausserdem werden darin fast alle Elemente des Eiskunstlaufes vereint.» Die Burgdorfer Eisläuferinnen haben mit ihrer Begeisterung überzeugt: Ihr Team «Cool Dreams Royal» siegt in ihrer Kategorie. Jetzt müssen die Läuferinnen nicht mehr von ihrer Trainerin zum Lächeln angewiesen werden, sie tun es.