Skiclub Günsberg
Beim Nachtskirennen ging es auf der Piste teuflisch zu und her

Am Samstag wurde das Nachtskirennen zum dritten Mal durchgeführt. Prämiert wurden nicht nur die Schnellsten, sondern auch diejenigen, die sich in Sachen Kleidung etwas einfallen liessen.

Nadine Schmid
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Am Samstag wurde vom Skiclub Günsberg das beliebte Nachtskirennen zum dritten Mal ausgetragen.
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Der Regen am Morgen konnte der Piste nur wenig anhaben.
Für die meisten Teilnehmer blieb die Piste gut befahrbar.
Prämiert wurden nicht nur die Schnellsten, sondern auch diejenigen, die sich in Sachen Kleidung etwas einfallen liessen
So sahs am Volks-Nacht-Skifahren auf dem Balmberg aus
Ein heisses Getränk vor dem Rennen.
Da schmilzt gar der Schnee.
Der Sound muss passen.
Ein letztes Mal hoch.

Am Samstag wurde vom Skiclub Günsberg das beliebte Nachtskirennen zum dritten Mal ausgetragen.

Michel Lüthi

Manche nahmen vor dem Start noch eine Stärkung im geheizten Festzelt zu sich. Andere machten sich auf den Weg zum Bügellift, um noch einmal eine Trainingsfahrt zu unternehmen. Um 18.30 Uhr ging es schliesslich los, 91 Fahrerinnen und Fahrer gingen an den Start. Fast die Hälfte hat sich noch am Renntag selbst für das Nachtskirennen auf dem Balmberg eingetragen.

Die Stimmung war ausgelassen. Die Veranstaltung geniesst grosse Beliebtheit. Beim Rennen waren die Fahrerinnen und Fahrer hoch konzentriert. Für die Teilnehmenden galt es, die Kählenpiste im Riesenslalom zu meistern, es gab fünf Kategorien. Gekämpft wurde um Hundertstelsekunden. Gross war auch das Altersspektrum: Ganze Familien, vom Kind bis zu den Grosseltern, haben sich der Herausforderung gestellt. Dabei stand die Geschwindigkeit nicht bei allen im Vordergrund.

Die Gruppe «Back to the Eighties» präsentierte sich mit passenden Kostümen der Epoche, gepflegten Schnurrbärten und langen Haaren. Ihre Skis waren die sogenannten «Pommes frites». Auch das Radio auf der Schulter fehlte nicht. Auch vier Teufelinnen mit rotblinkenden Hörnern auf den Helmen kämpften um die Kostümprämierung. Den ersten Platz ergatterten sich aber die Sumoringer «Fiechtler-Yokozuna».

Der Gemeinderat von Balm stellte sich einem internen Wettkampf mit dem Gemeinderat von Günsberg in der Team-Kategorie. «Wir sind voll beschlussfähig» witzelten sie. Auch aus Feldbrunnen hat sich mit René Deck ein Gemeinderat in Montur geworfen.

Vom Slalom zum Riesenslalom
1966 fand das Nachtskirennen zum ersten Mal statt, damals noch als Slalom und als Punkterennen des Verbandes. Um teilnehmen zu dürfen, brauchte es eine Lizenz. Bis zu 200 Fahrer gingen an den Start, vornehmlich aus der Nordwestschweiz, aber auch internationale Schweizer Rennfahrer fanden ihren Weg auf den Balmberg, unter anderem Adolf Rösti aus Adelboden.

«Am Pistenrand standen viele Zuschauer», erinnerten sich die Brüder Kurt und Urs Müller zurück, während sie im Küchenzelt die Älplermagronen umrührten. «Später wurde das Rennen zu einem Riesenslalom und dadurch vereinfacht.» Auch Kurt Schmid gehört zu den Alteingesessenen. «Ich bin das Rennen als Junior gefahren und habe beim Aufbau geholfen. Damals war das noch eine grosse Sache, die Arbeiten dauerten eine Woche.» Wegen Schneemangel wurde das Rennen schliesslich eingestellt, bis es zum 75-Jahr-Jubiläum des Skiclubs Günsberg wieder ins Leben gerufen wurde, diesmal offen für alle.

Eisige Piste
Der Regen vor dem Rennen führte zu einer ziemlich eisigen Piste. «Am Freitag gab es noch herrlichen Pulverschnee», erklärte Sandro Müller, Vizepräsident vom Skiclub Günsberg und OK-Chef. Doch die Pistenverhältnisse waren trotzdem mehrheitlich gut, lediglich im späteren Verlauf des Rennens brach die Piste auf. In diesem Jahr wurde entschieden, es bei einem Lauf zu belassen.

«Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es bei diesen hohen Teilnehmerzahlen nicht möglich ist, im Zeitplan zu bleiben», so Müller. Das Rennen war um 21 Uhr fertig, eine Stunde später wurden die Ränge bekannt gegeben. Peter Schmid fuhr mit 57 Sekunden und 26 die schnellste Zeit.

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