Luterbach
«Beim Attisholz-Platz soll man auch mal ein Gummiboot einwassern können»

An der Aare beim Attisholz Süd entsteht ein Naherholungsgebiet mit Inseln, Stegen und einem Gasthaus. Martina Voser von Mavo Landschaften, Zürich hat den Wettbewerb für den neuen Uferpark gewonnen.

Christof Ramser
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Der öffentliche Platz neben der ehemaligen Attisholz-Kantine

Der öffentliche Platz neben der ehemaligen Attisholz-Kantine

zvg

Martina Voser, wie gefällt Ihnen das Aareufer im Attisholz Süd?

Martina Voser: Es gibt sehr viele schöne Elemente und Stimmungen an diesem Ort. Mir war klar, dass wir diese aufdecken und aufzeigen müssen. Die Fenster, also die Schneisen im Ufergehölz, öffnen sozusagen den Vorhang und geben den Blick frei auf die Industriegebäude, die wichtig sind für die Region. Auch der Jura wird so sichtbar. Gleichzeitig belassen wir Abschnitte im Halbschatten, was eine verwunschene Atmosphäre erzeugt. Man hat also beide Stimmungen. Im Frühling kann man die Sonne geniessen und im Sommer die schattigen Plätze.

Wie wollen Sie den geplanten Attisholz-Platz beleben?

Der Platz soll die Angestellten aus dem Industriegebiet mit den Anwohnern der Wohngebiete und den Fussgängern oder Velofahrern verbinden. Sie alle können sich dort treffen. Die alte Kantine wollen wir umnutzen, zum Beispiel mit einem Restaurant. Auch andere Nutzungen kann man dort konzentrieren, zum Beispiel Garderoben für jene, die joggen wollen oder in den Pools der ehemaligen Kläranlage baden. Zudem soll ein Bootssteg entstehen, sodass man auch mal ein Gummiboot einwassern kann. Es soll ein Begegnungsort werden.

Ist die Umnutzung der alten Kläranlage nicht etwas ungewöhnlich?

Martina Voser von Mavo Landschaften aus Zürich hat den Wettbewerb für den neuen Uferpark gewonnen.

Martina Voser von Mavo Landschaften aus Zürich hat den Wettbewerb für den neuen Uferpark gewonnen.

AZ

Das haben wir in der Kläranlage Werdhölzli in Zürich angeschaut, das funktioniert. Es wäre auf jeden Fall etwas sehr Spezielles, das Aarewasser in diesen Pools so zu geniessen.

Was gibt es sonst für Besonderheiten?

Es ist ein Industriegebiet, und es bleibt eines. Die Geschichte soll durch den Park nicht überschrieben werden. Man darf stolz sein auf die Ansiedlung der Biogen, und das darf man sehen. Aber eben nicht alles. Deshalb wird der vom Ufer zurückversetzte Hauptweg von einer Pappelreihe gesäumt. Für die Tiere wollen wir Kontinuität schaffen, indem wir nicht alle Bäume roden und neu pflanzen. Es soll ein gutes Nebeneinander für Tier und Mensch werden.