Obergerlafingen

Bei der Molkerei Lanz AG übernimmt die dritte Generation

Vater Andreas, Sohn Gregor, Ehefrau Margrit und Tochter Olivia Lanz in der modernen Produktionshalle in Obergerlafingen.

Vater Andreas, Sohn Gregor, Ehefrau Margrit und Tochter Olivia Lanz in der modernen Produktionshalle in Obergerlafingen.

Mit Gregor und Olivia Lanz geht die Familientradition in der Molkerei Lanz AG in Obergerlafingen weiter.

Mit Olivia und Gregor Lanz übernimmt die dritte Generation die Geschicke des Familienunternehmens. Das freut die Eltern Margrit und Andreas Lanz — und macht sie auch ein wenig stolz. «Wir werden von vielen benieden», meint Margrit Lanz. Dass ein Familienunternehmen auch in den Händen der Familie bleibt sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr. «Schön ist vor allem auch, dass sich die beiden selbst entschieden haben in das Unternehmen einzusteigen. Wir haben nie Druck ausgeübt.» Olivia Lanz hat die Hotelfachschule absolviert und ihr Interesse schon früh angemeldet ins elterliche Geschäft einzusteigen. Heute kümmert sie sich um das Personal, den Laden und einen Teil der Engroskunden. Für Gregor Lanz war der Weg auch vorgezeichnet: Gregor Lanz hat nach einer Erstausbildung als Hochbauzeichner, eine Zweitausbildung absolviert als Milchtechnologe und ist heute nach den Fachschulen auf Meisterstufe. Gregor Lanz ist Geschäftsführer und Leitet den Einkauf / Verkauf, die Frischeproduktion und weitere Teilgebiete.

Wenn Eltern und Kinder gemeinsam in einem Betrieb arbeiten, kann das zu Reibereien führen. Nicht so in der Molkerei Lanz AG. Gregor Lanz hat schon sehr bald damit begonnen eigene, komplett neue Produkte zu entwickeln. Dabei wurde er vom Rest der Familie tatkräftig unterstützt. Gregor Lanz setzt neben den klassischen Molkereiprodukten auch auf die Verarbeitung von Früchten. Sowohl für Birchermüesli, als auch für Smoothies. «Das mag auf den ersten Blick eine komische Sache sein, aber wir haben schon immer spezielle Produkte kreiert.» Die Produktion dieser neuen Linie ist räumlich von der Molkerei getrennt.

Geschmack alleine ist nicht ausschlaggebend

«Das Ausprobieren und Entwickeln eines neuen Produktes ist eigentlich der schönste Teil unserer Arbeit», so Gregor Lanz. Damit verbunden sei das Degustieren. Gleichzeitig seien die Vorschriften immer komplexer geworden. Neue Rezepturen würden gründlich geprüft, man müsse sich überlegen, welche Verpackungen die richtigen sind, und wie sich ein Produkt verhält, wenn es im Laden im Regal steht. «Schmeckt mein Müesli auch nach drei Tagen noch frisch? Sind die Erdbeeren fade geworden? Wie sieht das Produkt farblich aus?» Es gebe eine Vielzahl von Fragen und Gründe, wieso eine Idee schliesslich nicht umgesetzt und ins Sortiment aufgenommen werde.

«Wir überprüfen auch unsere bewährten Rezepturen immer wieder», erklärt Andreas Lanz. «Der Geschmack verändert sich. Oder die Vorschriften.» Ein klassisches Beispiel dafür sei der Zuckergehalt im Joghurt. Die Kundschaft sei heute sensibilisiert und verlange nach zuckerfreien oder zuckerarmen Joghurt. «In unseren Joghurt haben wir den Zuckergehalt massiv gesenkt. 2018 haben wir so 8,5 Tonnen Zucker eingespart.»  Es gebe immer wieder neue Trends und man müsse sich entscheiden, ob man diese mitmachen will oder nicht. «Eine Zeitlang war beispielsweise Aloe Vera in Mode», erinnert sich Margrit Lanz. «Heute ist veganes Essen trendy», meint Olivia Lanz. Aber da die Molkerei Lanz AG traditionell Kuhmilch verarbeite habe man sich entschieden, diesen Markt aktuell nicht aktiv anzugehen.

In der Region stark verankert

Die Molkerei Lanz AG verarbeitet pro Jahr rund 8 Mio. Kilogramm Milch aus der Region. «Mit vielen unserer Lieferanten arbeiten wir seit Generationen zusammen. Uns liegt viel daran, einen fairen Milchpreis auszuzahlen», erklärt Andreas Lanz. Auch der Kundenstamm der Firma ist seit Jahren stabil. Man kennt sich. Einzig der private Detailhandel werde immer weniger. Für Olivia und Gregor Lanz ist klar: «Wir können auf lange Zeit gesehen nur bestehen, wenn wir ein breites Segment an Kunden haben.» Der Konkurrenzkampf und damit verbunden auch der Preisdruck nehme  ständig zu. «Wir möchten darum nicht abhängig werden von einigen wenigen Grosskunden.» Wichtig ist ihm zudem die Qualität der Produkte. Auch wenn nicht auf jedem Joghurt in den Verkaufsregalen gross «Lanz» draufsteht, ist halt eben doch «Lanz» drin.

Eine der wichtigsten Fragen ist in diesem Zusammenhang auch, ob und wie die Molkerei Lanz AG noch wachsen kann oder soll. Räumlich stosse die Firma bereits wieder an Grenzen. «Unser Betrieb ist heute in einem sehr guten Zustand. Wann immer es die wirtschaftliche Situation in den letzten Jahren zugelassen hat, haben wir in Produkte – Innovationen und Verbesserungen des Betriebes investiert», sagt Andreas Lanz.

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