Aare-Süd

Bei den Zivilschützern brodelt es

Zivilschützer halfen 2016 im Rahmen des Kulturgüterschutzes beim Zügeln von Mobilien im Museum Halten.

Zivilschützer halfen 2016 im Rahmen des Kulturgüterschutzes beim Zügeln von Mobilien im Museum Halten.

An der Gemeindepräsidienkonferenz Wasseramt, die in Solothurn stattfand, erklärte Martin Rüfenacht, Horriwil, die Kündigung des Kommandanten der Zivilschutzorganisation Aare-Süd.

Die Kündigung des Kommandanten der regionalen Zivilschutzorganisation Aare-Süd, Dominik Meyer, wurde zum Hauptthema an der Konferenz der Gemeindepräsidien Wasseramt. Das Arbeitsverhältnis wurde während der Probezeit aufgelöst. Auf Wunsch von Meyer, der im Oktober 2018 seine Stelle als Kommandant antrat und Voraussetzungen für einen reibungslosen Start der neuen regionalen Zivilschutzorganisation Aare-Süd schaffen sollte, war dessen Probezeit vorher über die sonst üblichen drei Monate hinaus verlängert worden (wir berichteten).

Die Kündigung hat in den Kreisen der Angehörigen des Zivilschutzes zu einigen Emotionen geführt. Hatte doch Meyer als langjähriger Kommandant der regionalen Zivilschutz-Organisation Wasseramt Ost grosse Beliebtheit erlangt. So hat er mit seiner Kompanie das kantonale Jodlerfest in Derendingen aufgebaut, das Etziker Openair unterstützt und auch beim Eröffnungsfest des Uferparks wertvolle Arbeit geleistet.

Zu lange gewartet

Aber der Pragmatiker Meyer sei nicht der Leader und Organisator, den der neue, aufzubauende Zweckverband brauche, erklärte der Präsident der Präsidiumskonferenz Martin Rüfenacht. Der Horriwiler ist gleichzeitig Vorstands-Präsident des Zweckverbands. «Es mag sein, dass wir im Vorstand zu lange zugewartet haben», bekannte er vor den anwesenden Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten. Immerhin müssen die Angehörigen des Zivilschutzes von 26 Gemeinden, die bisher in vier Regionen aufgeteilt waren, neu den vier Kompanien Logistik, Betreuung, Pionier und Stabsdienste zugewiesen werden. Diese Neuorganisation von rund 600 Leuten mit der Konzeption von Standorten, Material und Einsatz sei keine einfache Aufgabe. «Es galt und gilt die nötigen Rahmenbedingungen und Entscheidungsgrundlagen zu schaffen», so Rüfenacht zu den Anwesenden. Das neue Zivilschutz-Bataillon soll schliesslich bereits am 1. Januar 2020 operativ bereit stehen, um im Katastrophenfall unterstützen zu können.

Allein gelassen?

Der Vorstand wird nun nochmals das Bataillonskommando ausschreiben. «Es liegen bereits fünf Bewerbungen vor.» Bei den Gemeindepräsidenten war aber eine Portion Skepsis zu verspüren. «Könnte es sein, dass der neue Kommandant vom Vorstand alleine gelassen wurde?», so eine Stimme. Rüfenacht verneinte, wies aber darauf hin, dass im Rahmen der Neuorganisation des Zweckverbandes vieles noch harmonisiert und definiert werden muss. «Und das gehört ins Pflichtenheft des Kommandanten, der hier ganz klar auch viel Aufbauarbeit leisten und neue Ideen einbringen kann.» Die Schlussfolgerung war, dass das neue Kommando Unterstützung braucht von der geplanten Geschäftsstelle des Zweckverbandes, und dass schnell auch dafür Personal gesucht werden soll.

Vorstand will eingreifen

Rüfenacht will nun mit dem Vorstand, wenn nötig mit eigenen Kräften, die Organisation konzeptionell auf solide Beine stellen. Dass dies rasch geschehen muss, liege auf der Hand. Die Führung der Zivilschutzorganisation sei aber dank des Stellvertreters und der erfahrenen Kompaniekommandanten jederzeit sichergestellt, betonte Rüfenacht.

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