Dass Bellach einen schweren Weg vor sich hat, war spätestens nach den ersten Prognosen zur Rechnung 2014 absehbar. Die Prognosen haben sich bewahrheitet. Zusätzliches Ungemach ist hinzugekommen. Der Aufwandüberschuss liegt bei 1,148 Millionen Franken, dies bei Ausgaben von 24,668 Millionen Franken. Der Bilanzfehlbetrag beträgt nun zusammen mit dem Minus aus dem Jahr 2013 insgesamt 2,197 Millionen Franken. Mit dem Kanton konnte ausgehandelt werden, dass der Bilanzfehlbetrag nach altem Rechnungsmodell innert 8 Jahren abgebaut werden muss. Das neue Rechnungsmodell HRM2 wäre mit 5 Jahren strenger.

Das oben erwähnte weitere Ungemach findet sich im Revisorenbericht. «Bei den Schuldnern haben wir Nullwerte», erklärt Gemeindepräsident Anton Probst. Gemeint sind «schwer einbringlichen Steuerguthaben» aus der Vorvergangenheit. Laut Probst sollen alle Positionen, die mehr als 5 Jahre zurückliegen abgeschrieben und künftig automatisch betrachtet werden. Damit dürfte Bellach auch 2015 und damit zum dritten Mal hintereinander mit einer negativen Rechnung abschliessen. Immerhin soll nun dieser Bock aus früheren Jahren abgeschossen sein.

Die Auswirkungen auf die Budget 2016 sind klar. Der Steuersatz muss diskutiert werden. «Natürlich werden wir die Varianten durchrechnen, inklusive des Abbaus des Bilanzfehlbetrages», sagt Anton Probst. 5 Steuerprozente machen in Bellach 600- bis 700 000 Franken aus. «Damit hätten wir den Fehlbetrag innert drei Jahren abgebaut», blickt er nach vorne. Er ärgert sich aber trotzdem. «Ich hätte lieber etwas Besseres hinterlassen», so der Ende Jahr abtretende Gemeindepräsident. Allfälligen Kritiker seiner bürgerlicher Politik gibt er aber mit auf den Weg: «Da muss mir jemand schon klar zeigen können, was wir falsch gemacht haben. Mit dem von der Bevölkerung abgelehnten Recyclingcenter der Marti AG hätten wir beispielsweise eine Million zusätzliche Steuereinnahmen generieren können. Aber wir haben uns da eingeschränkt. So ist das nun mal.»