Deitingen
Begleitgruppe zum Flüchtlingsheim wird ins Leben gerufen

Der Gemeinderat will eine Gruppe zusammenstellen, die bezüglich des geplanten Asylzentrums Anliegen der Bevölkerung entgegennimmt. Die Einwohner schluckten an der Gemeindeversammlung ausserdem die bittere Pille einer Steuerfusserhöhung.

Urs Byland
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Eine Begleitgruppe soll Anliegen aus der Bevölkerung, die das geplante Asylzentrum im Schachen betreffen, an den Gemeinderat weiterleiten. (Archiv)

Eine Begleitgruppe soll Anliegen aus der Bevölkerung, die das geplante Asylzentrum im Schachen betreffen, an den Gemeinderat weiterleiten. (Archiv)

Hansjörg Sahli

Deitingen hat mit dem Schachen ein Gebiet, das im letzten Jahr öfters in die Schlagzeilen kam. Justizvollzugsanstalt, Standplatz für Schweizer Fahrende und Flüchtlingszentrum sind die Hotspots, die im Dorf zu reden gaben.

An der Budgetgemeindeversammlung berichtete Gemeindepräsident Bruno Eberhard zum Stand der Dinge in Sachen Flüchtlingsheim. «Im Moment warten wir auf Gespräche mit dem Kanton. Diese sollten Anfang 2016, bevor der Kanton ein Baugesuch einreicht, stattfinden», hofft er.

Denn es gab bereits Verzögerungen. «Ich nehme an, der Bund ist noch nicht so weit. Im Schachen soll ja auch ein Bundeszentrum entstehen.» Es sei aber fair vom Kanton, dass die Gemeinde vor Einreichung eines Baugesuches noch konsultiert werde.

Vorbereiten will man sich aber auch im Dorf. «Wir werden eine Begleitgruppe mit freiwilligen Einwohnern ins Leben rufen.» Diese soll im Zusammenhang mit dem entstehenden Flüchtlingsheim Anliegen aus der Bevölkerung entgegennehmen und in den Gemeinderat tragen.

«Wir werden das Thema an einer der nächsten Gemeinderatssitzungen konkretisieren und danach Personen für die Begleitgruppe suchen.» Einige hätten sich bereits gemeldet.

«Wir müssen natürlich darauf achten, dass die Begleitgruppe ausgewogen zusammengesetzt ist.» Zu den Anliegen aus der Bevölkerung sagt Eberhard: «Das kann vieles sein. Rein sachliche Dinge beispielsweise, das können aber auch Ängste und Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Flüchtlingsheim sein.»

In Sachen Standplatz für Schweizer Fahrende herrsche aktuell Funkstille. Das Baugesuch ist bewilligt, aber der Kanton ist noch nicht aktiv geworden. An der von 60 Personen besuchten Gemeindeversammlung informierte der Gemeindepräsident zudem zum Stand der Finanzen und zur Auslastung im Dorfzentrum, zum wegziehenden Chäsiladen und zum Wechsel in der ABB-Liegenschaft. Dort will Schweizer Solarmodul-Hersteller Megasol Energie AG seine vier Standorte zusammenziehen.

Ausführlich informierte Bruno Eberhard die Versammlung zum Budget und zur finanziellen Entwicklung der Gemeinde. «Der Antrag auf Steuererhöhung von 115 auf 120 Prozent für natürliche Personen ist auf Verständnis gestossen. In diesem Zusammenhang wurden keine Anträge gestellt.»

Arbeiten übers AHV-Alter hinaus

Zuvor nahm die Versammlung die genehmigte Dienst- und Gehaltsordnung an. Diese sieht neu vor, dass die Gemeinde das Anstellungsverhältnis der Arbeitnehmenden mit deren Einverständnis um höchstens 1 Jahr verlängern kann.

Dieser Passus dient dazu, Überbrückung bei Erreichen des AHV-Alters zu ermöglichen. Auch die geringfügige Anpassung der Tarife im Gebührentarif Behörde und Verwaltung wurde genehmigt.

Und der Kredit über 1,9 Mio. Franken für Ausbau und Instandstellung der Schachen- und Hofuhrenstrasse inklusive der Wasserleitung war bis auf einige Sachfragen unbestritten.