Die Komödie «Gueti Geischter» von Pam Valentine, in der mundartlichen Bearbeitung von Werner Honegger besitzt Qualitäten, die ein unterhaltsames Bühnenstück auszeichnen: einladende Handlung, witzige, teils geschliffen-geistvolle Dialoge mit einer Spur Absurdität und schauspielerische Entfaltungsmöglichkeiten. Markus Leist, der in der Gerlafinger Theaterbühne zum siebten Mal Regie führt, hat die Bühnenvorlage spannend mit interessanten Einfällen und viel Dynamik umgesetzt.

Da er die Laienschauspieltruppe schon lange kennt, fand er glaubwürdige Besetzungen für alle Rollen. Ideal gewählt ist das aus Fredy Roth und Sandra Sutter bestehende und beachtliche Textpassagen beherrschende «Geisterpaar» Jack und Susi Kramer, dem Marc Roth und Katja Jäggi als junges Schriftstellerpaar Simon und Florence Willis in ihrer Rollenumsetzung nicht nachstehen. Geradezu köstlich wirkt Josephine Vögeli als rollschuhlaufender Schutzengel mit «Modern-times-Appeal».

Die intrigante, funkensprühende Schwiegermutter Martha Wettstein verkörpert Monika Jenni, während Patrick Grossen einen wunderbar nervös und hastig agierenden Makler gibt, der vieles von der gespensterhaltigen Geschichte des dem Ehepaar Willis angebotenen Mietobjekt ja bereits ahnt.

Untote und Lebendige

Das zweiaktige Stück mit vier Szenen spielt in der gemütlich eleganten Atmosphäre eines englischen Landhauses, die Hans Jenni und Kurt Weber als Bühnenbildner mit vielen hübschen Einzelheiten geschaffen haben. Aufführungsort ist die Mehrzweckhalle in Oekingen. Die Mitglieder der Theaterbühne Gerlafingen bedauern, keinen geeigneten Spielort im eigenen Dorf gefunden zu haben. 

Der sehr populäre Schriftsteller Kramer ist gemeinsam mit seiner Frau bei einem Bootsausflug ertrunken. Da sich die himmlischen Verhältnisse für ihn als nicht passend erwiesen, sind beide in ihr Haus auf dem Land als Geistwesen zurückgekehrt und haben bereits Nachfolgemieter durch ihre Geräusche erzeugende Rumspukerei vertrieben. Die neuen Interessenten Willis – er ein bekennender Kramer-Literatur-Fan und angehender Romanschreiber mit Ehefrau in Erwartung ihres ersten Kindes – betrachten die stets unsichtbar Präsenten unter entsprechenden Kommentaren sehr genau.

WG mit Geistern

Susi würde sich auf den Nachwuchs freuen, während Jack Kindergeschrei verachtet. Er verhilft dann aber doch dem Jungschriftsteller mit von Geisterhand übertragenen Ideen zu einem packenden Stoff, um dessen Schreibblockade zu überwinden. Beide bedauern das mit knappen Finanzmitteln haushaltende junge Paar, als ihm die Wettstein mit gellender Stimme gefährlich, wie eine «schwarze Witwe», auf den Leib rückt.

Und weil es sich bei Kramers um «gueti Geischter» handelt, die mit eigenen Wünschen und Vorstellungen noch sehr deutlich im Leben verhaftet sind, suchen sie nach gangbaren Wegen für die gemeinsame Wohngemeinschaft. Tolle Überraschungen sind dabei programmiert.

Alle Aufführungen im Januar in der Mehrzweckhalle Oekingen: 20. (Premiere), 21., 25., 27. und 28., jeweils 20.15 Uhr; Vorverkauf Drogerie Frey, Gerlafingen, Tel. 032 675 61 81.